UKGC erhöht Lizenzgebühren um 25 Prozent: Betreiber unter weiterem Druck

Glücksspielanbieter im Vereinigten Königreich sehen sich ab Oktober mit einer Erhöhung der Lizenzgebühren um 25 Prozent konfrontiert. Das Department for Culture, Media and Sport (DCMS) bestätigte diese Maßnahme, die neben bereits gestiegenen Steuern und Abgaben eine weitere finan
Ab dem 1. Oktober 2026 müssen Glücksspielbetreiber im Vereinigten Königreich deutlich tiefer in die Tasche greifen: Die Lizenzen der UK Gambling Commission (UKGC) verteuern sich um 25 Prozent. Diese Entscheidung des Department for Culture, Media and Sport (DCMS) folgt auf eine öffentliche Konsultation, die zwischen Januar und März stattfand. Die Regierung begründet den Schritt mit den wachsenden Aufgaben der Regulierungsbehörde und einer strukturellen Finanzierungslücke. Andrew O'Malley, ein Writer bei Gambling Insider, berichtete am 2. Juli 2026 darüber.
Zahlen und Fakten
Die Erhöhung betrifft fast alle Betriebs- und Antragsgebühren, Zusatzgebühren für persönliche Lizenzen sowie Genehmigungen für einzelne Automaten. Für die größten Betreiber, die einen Bruttospielertrag (Gross Gambling Yield, GGY) von über 100 Millionen Pfund erzielen, steigt die Gebühr von etwa 0,1 Prozent auf 0,15 Prozent. Das bedeutet für ein Unternehmen mit 100 Millionen Pfund GGY eine Erhöhung von rund 100.000 Pfund auf 150.000 Pfund jährlich. Das DCMS stellte fest, dass über 1.100 kleinere Betreiber mit einem jährlichen GGY von weniger als 10 Millionen Pfund in bar weniger zahlen werden.
Die UKGC kämpft mit einem jährlichen Haushaltsdefizit von rund 4 Millionen Pfund. Die Lizenzgebühreneinnahmen beliefen sich im Geschäftsjahr 2024-2025 auf 27,4 Millionen Pfund. Mit der 25-prozentigen Erhöhung würden diese Einnahmen auf etwa 34,3 Millionen Pfund steigen. Dennoch muss die UKGC in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 8 Millionen Pfund einsparen, um die Finanzierungslücke zu schließen. Gesellschaftslotterien sind von der Gebührenerhöhung ausgenommen; ihre Gebühren werden eingefroren. Für bestimmte Buchmacherlizenzen (General Betting (limited)) wird das Gebührenmodell von der Anzahl der Arbeitstage auf ein GGY-basiertes Modell umgestellt. Deswegen werden die Gebühren für 44 Prozent der Betreiber in dieser Kategorie sinken und nur 53 Prozent mit einer geringen Erhöhung von 22 Pfund rechnen müssen.
Hintergrund
Die Gebührenerhöhung ist nur eine von mehreren steigenden Belastungen für die britischen Glücksspielbetreiber. Bereits im September 2025 wurde eine gesetzliche Abgabe (statutory levy) eingeführt, im April 2026 stieg die Remote Gaming Duty auf 40 Prozent, und ab April 2027 kommt eine neue 25-prozentige Remote Betting Duty hinzu. Diese kumulativen Kosten stoßen in der Branche auf großen Widerstand. Die Betting and Gaming Council (BGC), der Branchenverband, warnte wiederholt, dass höhere Steuern und Regulierungskosten legale Anbieter schwächen und Kunden in den Schwarzmarkt treiben könnten. Die SMF (Social Market Foundation) forderte in einem Bericht zusätzlich eine Verdopplung der Machine Games Duty auf 40 Prozent, was angeblich 450 Millionen Pfund zusätzliche Steuereinnahmen generieren könnte. Dieser Vorschlag wurde von der BGC scharf verurteilt, da er zur Schließung von Standorten und zum Verlust von Arbeitsplätzen führen würde.
Die Konsultation des DCMS bot ursprünglich drei Optionen zur Gebührenerhöhung an: 30 Prozent, 20 Prozent oder 20 Prozent zusätzlich mit 10 Prozent für Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel. Trotz breiter Ablehnung seitens der Betreiber hat die Regierung letztlich eine Erhöhung von 25 Prozent gewählt. Eine schrittweise Einführung der Erhöhung wurde abgelehnt, um den Verwaltungsaufwand nicht zu erhöhen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Online-Casinos mit einer deutschen GGL-Lizenz bedeuten die britischen Entwicklungen keine unmittelbaren Änderungen ihrer Geschäftspraktiken oder Kostenstrukturen. Die GGL legt ihre eigenen Gebühren und Auflagen fest, die sich an den spezifischen Zielen des GlüStV 2021 orientieren: Spielerschutz, Kampf gegen den Schwarzmarkt und Kanalisierung des Glücksspiels. Während britische Betreiber mit steigenden Lizenzkosten und zusätzlichen Steuern zu kämpfen haben, bietet die GGL ein stabiles, wenn auch streng reguliertes, Umfeld. Deutsche Spieler sollten weiterhin ausschließlich bei auf der GGL-Whitelist geführten Anbietern spielen, um größtmögliche Sicherheit und Seriosität zu gewährleisten. Die strengen Regeln in Deutschland sorgen dafür, dass die Spieler gut geschützt sind, auch wenn die Anbieter engmaschiger reguliert werden. Unser Fokus bleibt auf deutschen, lizenzierten Angeboten, die den GlüStV 2021 vollumfänglich einhalten.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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