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Glücksspielsteuer: Drohende Steuererhöhung in Großbritannien alarmiert Branche

3. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Glücksspielsteuer: Drohende Steuererhöhung in Großbritannien alarmiert Branche

Ein kürzlicher Vorschlag der Social Market Foundation (SMF) zur Verdoppelung der Machine Games Duty in Großbritannien hat in der Glücksspielbranche Besorgnis ausgelöst. Die mögliche Steuererhöhung könnte weitreichende Folgen haben.

Die Diskussion um eine mögliche Steuererhöhung auf Glücksspielautomaten in Großbritannien sorgt für Aufruhr. Ein Vorschlag des Think Tanks Social Market Foundation (SMF) zielt darauf ab, die sogenannte "Machine Games Duty" für Spielautomaten der Kategorie B zu verdoppeln. Diese Entwicklung wird in der Branche mit großer Sorge beobachtet. Der Vorstoß hat das Potenzial, die operative Landschaft für Betreiber erheblich zu verändern und ihre Margen zusätzlich zu belasten. Die Debatte erinnert an frühere Auseinandersetzungen über die Besteuerung von Glücksspielen. Die britische Glücksspielkommission UKGC (United Kingdom Gambling Commission) hat übrigens erst im Januar 2026 ihr Budget für die Jahre 2024 und 2025 aufgestockt, um Schlüsselprojekte in den Bereichen Beweisführung und Datenerhebung zu liefern. Dies zeigt, wie wichtig Daten für Regulierungsentscheidungen sind. Hier fehlen mir aber neue Daten zur Begründung der Steuererhöhung. Das klingt nach dem reinen Griff in die Kasse. Das ist nicht lustich.

Zahlen und Fakten

Der Vorschlag der Social Market Foundation sieht eine Verdoppelung der Machine Games Duty vor. Diese Steuer wird auf den Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR) von Glücksspielautomaten erhoben. Betroffen wären insbesondere Category B-Automaten, die in Spielhallen und Wettbüros weit verbreitet sind. Konkrete Zahlen zur erwarteten Mehreinnahmen fehlen noch. Die Industrie befürchtet jedoch, dass dies zu sinkenden Investitionen und Arbeitsplatzverlusten führen könnte. Patrick Killeen, ein bekannter Branchenanalyst, kritisierte im Mai 2026, dass Spieler nicht als „Geldbörsen mit Beinen“ behandelt werden sollten. Er fordert, dass politische Entscheidungen nicht nur auf kurzfristige fiskalische Vorteile abzielen dürfen. Die UKGC hatte ihr Budget im Januar 2026 erhöht, um ihre Kapazitäten zur Datenerhebung zu stärken, was in zukünftigen Debatten über Steuererhöhungen und Regulierungen sicherlich eine Rolle spielen wird. Transparenz und fundierte Entscheidungen sind das A und O bei so sensiblen Themen.

Hintergrund

Andy Burnham, der Bürgermeister von Greater Manchester, hat sich für höhere Glücksspielsteuern ausgesprochen, um damit lokale Dienste zu finanzieren. Er sieht darin eine Möglichkeit, die Einnahmen für die Region zu steigern. Solche Vorschläge sind in der Glücksspielbranche nie populär. Sie führen oft zu hitzigen Debatten zwischen Politikern, Betreibern und Spielerschutzorganisationen. Burnham vertritt die Ansicht, dass die Branche einen größeren Beitrag zur Gesellschaft leisten sollte. Das Finanzministerium in Großbritannien ist dem Thema nicht abgeneigt. Das erinnert mich an meine Zeit, als ich für die Glücksspielbranche berichtet habe. Es ist fast immer dasselbe Spiel. Die Politik braucht Geld und schaut dann als Erstes, wo sie es herbekommt. Die Glücksspielbranche ist oft ein leichtes Ziel. Schließlich gibt es immer das Argument, dass Glücksspiel ohnehin süchtig machen kann. Aber seriöse Betreiber investieren massiv in den Spielerschutz. Hier muss man also differenzieren.

„Wir müssen aufhören, Spieler wie Geldbörsen mit Beinen zu behandeln. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass politische Entscheidungen nicht nur auf kurzfristige fiskalische Vorteile ausgerichtet sind.“ - Patrick Killeen, Branchenanalyst

Solche Ansätze können die gesamte Branche unter Druck setzen. Es besteht die Gefahr, dass legale Angebote unattraktiver werden und Spieler in den Schwarzmarkt abwandern. Dies untergräbt dann die Spielerschutzmaßnahmen, die durch die Regulierung geschaffen wurden. Die Balance zwischen Steuereinnahmen und einer gesunden Gaming-Umgebung zu finden, ist eine ständige Herausforderung für Regulierungsbehörden und Politiker gleichermaßen. Ich frage mich immer, wann die Politik das endlich lernt.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland hat diese britische Debatte keine direkten Auswirkungen. Die deutschen Glücksspielregelungen basieren auf dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Dieser hat ein eigenes System für Lizenzen, Steuern und Spielerschutz eingeführt. Online-Glücksspielautomaten unter deutscher Lizenz unterliegen strengen Vorgaben. Dazu gehören ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spiel und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro. Die Glücksspielbehörde der Länder (GGL) überwacht die Einhaltung dieser Regeln. Sie ist auch für die Erstellung der Whitelist zuständig, die alle erlaubten Anbieter listet. Spieler sollten immer darauf achten, nur bei GGL-lizenzierten Anbietern zu spielen. Das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat wird über das zentrale Überwachungssystem LUGAS kontrolliert. Diese Regulierungen sollen den Spielerschutz gewährleisten und Geldwäsche bekämpfen. Die deutsche Regulierung zielt auch darauf ab, einen regulierten Markt zu schaffen, damit Spieler nicht auf unlizenzierte, unsichere Angebote ausweichen. Bei uns geht es also um den Schutz der Spieler, während in Großbritannien die Steuereinnahmen scheinbar im Vordergrund stehen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Online-Casinos mit einer Lizenz der GGL in Deutschland haben die Diskussionen in Großbritannien keine direkten Auswirkungen. Der deutsche Markt ist durch den GlüStV 2021 klar strukturiert. Anbieter, die in Deutschland legal Online-Glücksspiele anbieten wollen, müssen die strengen Auflagen erfüllen. Dazu gehören nicht nur die genannten Limits, sondern auch technische und organisatorische Vorgaben für den Spielerschutz. Wer auf der Whitelist der GGL steht, kann hierzulande legal agieren. Alle anderen Angebote sind illegal und sollten von Spielern gemieden werden. Die GGL konzentriert sich stark auf die Kanalisierung des Spiels weg vom Schwarzmarkt hin zu legalen Anbietern. Eine stabile, vorhersehbare Steuergesetzgebung ist dabei entscheidend für die Betreiber. Steuererhöhungen, wie sie in Großbritannien diskutiert werden, könnten die Attraktivität des regulierten Marktes mindern. Ich hoffe, die deutschen Behörden lernen aus solchen Debatten und setzen weiterhin auf einen fairen und stabilen Rahmen für unsere Branche. Ansonsten könnten wir hier ähnliche Probleme bekommen.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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