Alle Casino News auf Deutsch
Markt

West Virginia boomt: 881,1 Millionen Dollar Wetteinsätze im Juni verzeichnet

31. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
West Virginia boomt: 881,1 Millionen Dollar Wetteinsätze im Juni verzeichnet

Der US-Bundesstaat West Virginia meldet einen Anstieg der Umsätze im Online-Glücksspiel und bei Sportwetten um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der US-Bundesstaat West Virginia hat sich in der nordamerikanischen Glücksspiel-Landschaft fest etabliert und liefert im Monat Juni beeindruckende Wachstumszahlen. Mit einem Gesamtvolumen von 881,1 Millionen Dollar an Wetteinsätzen im Bereich Sportwetten und iGaming setzt der Staat seinen Aufwärtstrend fort. Diese Entwicklung markiert eine deutliche Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und zeigt, dass das Interesse der Bevölkerung an regulierten Online-Angeboten ungebrochen ist.

Besonders auffällig ist dabei die Dynamik im Bereich des iGaming, also der klassischen Online-Casinospiele. Während viele US-Staaten lediglich Sportwetten erlauben, gehört West Virginia zu den Vorreitern bei der vollständigen Regulierung von Online-Spielbanken. Diese frühe Entscheidung zahlt sich nun in Form von stabilen und wachsenden Umsätzen aus, die weit über das saisonale Geschäft mit Sportwetten hinausgehen.

Zahlen und Fakten

Ein Blick auf die Details offenbart die wirtschaftliche Kraft des Marktes. Die Gesamteinsätze erreichten die Marke von 881,1 Millionen Dollar. Interessant ist dabei die Entwicklung der Steuereinnahmen und Abgabensätze. Aktuell genießt West Virginia einen der niedrigsten Steuersätze des Landes. Für Sportwetten werden lediglich 10 Prozent fällig, während beim iGaming 15 Prozent an den Staat fließen. Zum Vergleich: In Staaten wie New York oder New Hampshire liegt der Satz bei 51 Prozent.

Doch diese niedrigen Hürden könnten bald der Vergangenheit angehören. Der Abgeordnete Adam Burkhammer hat bereits Schritte eingeleitet, um die Einnahmen für den Staat zu erhöhen. Er brachte zwei Gesetzentwürfe, House Bill 4398 und House Bill 4397, in den lokalen Gesetzgebungsprozess ein. Sein Ziel ist es, beide Sätze auf ein einheitliches Niveau von 25 Prozent anzuheben. Dies würde eine massive Belastung für die Betreiber bedeuten, könnte aber dem Staatshaushalt erhebliche Mehreinnahmen bescheren.

„HB 4398 würde auch von den Betreibern von Sportwetten verlangen, wöchentliche Steuerberichte und Zahlungen einzureichen." - Adam Burkhammer, Abgeordneter im Repräsentantenhaus von West Virginia

Im August zeigte sich zudem eine spezielle Marktsituation. Die Wetteinsätze der Spieler beliefen sich in diesem Monat auf 28,4 Millionen Dollar, was einen Anstieg von 35,9 Prozent gegenüber Juli darstellt. Die Betreiber erzielten dabei einen sogenannten Hold von 14,4 Prozent, was eine beachtliche Marge darstellt. Solche Zahlen wecken natürlich Begehrlichkeiten bei den Politikern, die Infrastrukturprojekte und soziale Programme finanzieren müssen.

Hintergrund

West Virginia war einer der ersten Staaten, die auf das Ende des Bundesverbots für Sportwetten reagierten. Im März 2018 wurde das Gesetz verabschiedet, nur zwei Monate bevor der Supreme Court den Weg offiziell frei machte. Im Dezember 2018 starteten bereits die ersten Online-Plattformen. Diese frühe Marktöffnung hat dazu geführt, dass West Virginia heute als einer der reifsten Märkte gilt. Dennoch ist der Druck zur Anpassung groß, da Nachbarstaaten wie Illinois bereits ihre Steuersysteme auf gleitende Skalen umgestellt haben, bei denen bis zu 40 Prozent der Bruttospielerträge (AGR) abgeführt werden müssen.

In Indiana zeigt sich ein ähnliches Bild des Wachstums. Dort erreichten die Ausgaben der Spieler im August 307,9 Millionen Dollar. In Iowa lag das Volumen bei 167,0 Millionen Dollar. Diese regionalen Vergleiche zeigen, dass der Mittlere Westen der USA weiterhin ein Kraftzentrum des iGamings bleibt. Für die Anbieter bedeutet dies jedoch ein Jonglieren zwischen Expansionswillen und der drohenden Steuerlast.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler sind diese Entwicklungen in den USA durchaus relevant, da sie einen globalen Trend zur strengen Regulierung und Besteuerung verdeutlichen. In Deutschland ist der Markt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) klar geregelt. Wer hierzulande sicher spielen möchte, sollte ausschließlich Angebote nutzen, die auf der offiziellen Whiteboard-Liste der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Lizenzen garantieren die Einhaltung strenger Grenzwerte, wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über das System LUGAS.

Zudem gilt in Deutschland ein Einsatzlimit von einem Euro pro Spielrunde an virtuellen Automaten. Während in West Virginia über Steuererhöhungen diskutiert wird, hat Deutschland bereits eine hohe Spieleinsatzsteuer implementiert. Dies führt dazu, dass die Auszahlungsquoten (RTP) bei legalen deutschen Anbietern oft anders kalkuliert werden müssen als im Ausland. Dennoch bietet nur der regulierte deutsche Markt den vollen Rechtsschutz und den Anschluss an das Spielersperrsystem OASIS, was gerade bei hohen Wachstumsraten im Markt essenziell für den Verbraucherschutz bleibt.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Anbieter mit einer deutschen GGL-Lizenz müssen diesen internationalen Wettbewerb genau beobachten. Steuererhöhungen wie die in West Virginia vorgeschlagenen 25 Prozent zeigen, dass regulierte Märkte weltweit unter Druck stehen, mehr zum Gemeinwohl beizutragen. Für Casinos mit deutscher Lizenz bedeutet dies, dass sie ihre Effizienz steigern müssen, um trotz der steuerlichen Belastungen und der strengen 5,3-Prozent-Einsatzsteuer konkurrenzfähig zu bleiben. Der Fokus auf Spielerschutz und Transparenz bleibt dabei das wichtigste Alleinstellungsmerkmal gegenüber illegalen MGA- oder Curacao-Angeboten, die zwar oft mit höheren Boni locken, aber keinerlei Rechtssicherheit bieten.

Häufige Fragen

Wie viel Geld wurde im Juni in West Virginia gesetzt?

Im Juni wurden insgesamt 881,1 Millionen Dollar für Sportwetten und iGaming eingesetzt. Dies entspricht einer Steigerung von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wer will die Steuern für Glücksspiel in West Virginia erhöhen?

Der Abgeordnete Adam Burkhammer hat Gesetzentwürfe eingereicht, um die Abgaben auf 25 Prozent zu heben. Betroffen wären sowohl Sportwetten als auch Online-Casinos.

Wie hoch sind die aktuellen Steuersätze in West Virginia?

Derzeit zahlt man für Sportwetten nur 10 Prozent und für iGaming 15 Prozent Steuern. Damit gehört der Bundesstaat zu den günstigsten Standorten für Betreiber in den USA.

Welche Anbieter dominieren derzeit in benachbarten US-Staaten?

In Illinois und Indiana führen vor allem DraftKings und FanDül den Markt an. FanDül erzielt regelmäßig die höchsten Umsätze vor seinem Rivalen DraftKings.

Was ist der Unterschied zwischen dem US-Markt und Deutschland?

In Deutschland gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 mit strengen Limits wie 1 Euro Einsatz pro Spin. Deutsche Spieler sind nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz rechtlich vollständig abgesichert.

Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

Alle Artikel von Lisa Lustich

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

Verwandte Themen

Weiterführende Artikel