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Bally's Intralot leidet unter britischer Steuererhöhung trotz Umsatzplus

17. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Bally's Intralot leidet unter britischer Steuererhöhung trotz UmsatzplusKI-GENERIERT

Die Erhöhung der britischen Remote Gaming Duty auf 40 Prozent belastet Bally's Intralot mit 34 Millionen Euro.

Die finanzielle Landschaft der Glücksspielbranche wird derzeit massiv durch regulatorische Eingriffe in Kernmärkten geprägt. Bally's Intralot, ein Schwergewicht im internationalen Geschäft, bekommt dies im zweiten Quartal 2026 deutlich zu spüren. Während die Umsatzzahlen nach oben klettern, sorgt der Fiskus in London für eine empfindliche Delle in der Bilanz. Es zeigt sich einmal mehr, wie fragil Geschäftsmodelle auf plötzliche Steuererhöhungen reagieren können, selbst wenn das operative Geschäft eigentlich gesund wächst.

Das Unternehmen meldete für die drei Monate bis Ende Juni einen Umsatz von 276,1 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von drei Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Besonders das internationale Online-Geschäft erwies sich als Zugpferd. In Großbritannien erreichte der Online-Umsatz sogar ein Allzeithoch, und auch der spanische Markt lieferte Zuwächse von fast zehn Prozent. Doch die Freude über die rege Teilnahme der Spieler wird durch eine drastische Anpassung der Remote Gaming Duty getrübt. Seit dem 1. April 2024 müssen Anbieter im Vereinigten Königreich statt 21 nun 40 Prozent Steuern auf ihre Bruttospielerträge abführen. Diese fast verdoppelte Belastung schlug mit stolzen 34 Millionen Euro direkt auf das Ergebnis durch.

Zahlen und Fakten

Das bereinigte EBITDA fiel von 100,2 Millionen Euro im Vorquartal auf 84,6 Millionen Euro. Damit sank die Marge von 37,4 Prozent auf 30,7 Prozent. Bally's Intralot gab an, dass man durch Effizienzsteigerungen und das starke organische Wachstum etwa 65 Prozent der Steuerlast intern auffangen konnte. Dennoch blieb unter dem Strich ein Nettoverlust von 43,4 Millionen US-Dollar für das zweite Quartal hängen. Auf das gesamte erste Halbjahr 2026 gerechnet summiert sich der Verlust sogar auf 75,1 Millionen US-Dollar.

Ein Blick auf die Sparten offenbart ein geteiltes Bild. Während die Zukäufe wie Bally's International Interactive (BII) kräftig lieferten, schwächelte das klassische Kerngeschäft von Intralot. Der Bereich B2B-Lotterie blieb zwar stabil, doch im türkischen B2C-Markt gab es Rückschläge. Bei Bilyoner stiegen zwar die Wetteinsätze in lokaler Währung um fast 29 Prozent, doch die starke Abwertung der Türkischen Lira um 22,9 Prozent gegenüber dem Euro und Änderungen in der Vergütungsstruktur ließen den in Euro berichteten Umsatz um 5,5 Prozent sinken.

Hintergrund

Die Expansion bleibt trotz der aktuellen Delle das Hauptziel. Die geplante Übernahme von Evoke, dem Eigentümer von Traditionsmarken wie William Hill und 888, schreitet voran. Der Deal hat ein Volumen von 243,1 Millionen Britischen Pfund. Über 40 Prozent der Evoke-Aktionäre haben bereits signalisiert, dem Verkauf zuzustimmen. Um den Zukauf zu finanzieren, sicherte sich Bally's Intralot eine Kreditlinie über 261,8 Millionen Pfund bei institutionellen Kreditgebern.

„Management-Maßnahmen und das zugrunde liegende Handelsgeschäft haben fast 65 Prozent der Steuerauswirkungen absorbiert.“ - Unternehmenssprecher von Bally's Intralot

Interessanterweise zeigt der Bericht der European Gaming and Betting Association (EGBA), dass Anbieter europaweit versuchen, höhere Steuern durch eine Senkung der Auszahlungsquoten (RTP) zu kompensieren. Im Jahr 2025 sank der durchschnittliche RTP-Wert auf 93,4 Prozent. Dies ist ein Trend, der auch bei Bally's Intralot beobachtet wird, um die Margen trotz steigender Abgaben stabil zu halten.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland unterstreichen diese Entwicklungen die Bedeutung eines stabilen, regulierten Marktes. Während Großbritannien die Steuern massiv erhöht hat, kämpft Deutschland mit den Auswirkungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Hierzulande ist die Besteuerung von 5,3 Prozent auf jeden Einsatz bei Online-Slots und Poker bereits eine enorme Hürde für die Kanalisierung. Das Beispiel Bally's Intralot zeigt, dass hohe Steuern oft zu einer Optimierung der Betriebskosten führen.

Für deutsche Kunden bedeutet dies, dass Anbieter mit GGL-Lizenz (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) ihre Angebote sehr präzise kalkulieren müssen. Die strengen Limits von 1 Euro pro Spin und das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System erschweren es Anbietern, plötzliche Kostensprünge abzufedern. Spieler sollten daher darauf achten, nur bei Anbietern auf der offiziellen Whitelist zu spielen, da diese trotz des hohen Kostendrucks die gesetzlichen Standards für Spielerschutz und Fairness garantieren. Ein Abwandern zu illegalen MGA- oder Curacao-Casinos bietet zwar oft scheinbar höhere Quoten, entbehrt aber jeglicher rechtlicher Sicherheit im Streitfall.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Lizenzinhaber beobachten solche internationalen Entwicklungen genau. Die massive Steuererhöhung in UK könnte als Warnsignal für andere europäische Regierungen dienen, die ihre Einnahmen kurzfristig steigern wollen. Für Anbieter in Deutschland, die ohnehin unter der Einsatzsteuer leiden, wäre eine weitere Erhöhung existenzbedrohend. Die Stabilisierung der eigenen Marke und die Integration großer Netzwerke, wie es Bally's mit Evoke versucht, ist eine Überlebensstrategie in einem Markt mit schrumpfenden Margen. Qualität und Vertrauen werden in einem Umfeld mit sinkenden Auszahlungsraten zum wichtigsten Unterscheidungsmerkmal.

Häufige Fragen

Warum sind die Gewinne von Bally's Intralot im zweiten Quartal 2026 gesunken?

Der Hauptgrund war die Erhöhung der britischen Fernspielsteuer (Remote Gaming Duty) von 21 % auf 40 %. Dies führte zu einer finanziellen Belastung von etwa 34 Millionen Euro in nur drei Monaten.

Welche Rolle spielt der türkische Markt für das Unternehmen?

Bally's Intralot ist dort über die Marke Bilyoner aktiv, leidet aber unter der massiven Abwertung der Türkischen Lira. Obwohl die Wetteinsätze vor Ort stiegen, sank der in Euro umgerechnete Umsatz deutlich.

Wie steht es um die Übernahme von Evoke?

Die Übernahme von Evoke, zu dem William Hill gehört, für 243,1 Millionen Pfund ist auf einem guten Weg. Aktionäre, die über 40 % des Kapitals halten, haben dem Deal bereits zugestimmt.

Was bedeutet eine sinkende Auszahlungsquote (RTP) für Spieler?

Anbieter senken oft die Gewinnchancen minimal, um höhere Steuern oder Betriebskosten auszugleichen. Laut EGBA-Bericht sank der Schnitt im Jahr 2025 auf 93,4 %.

Sind die Angebote von Bally's Intralot für deutsche Spieler sicher?

Spieler in Deutschland sollten grundsätzlich nur bei Anbietern mit einer Lizenz der GGL spielen, die auf der offiziellen Whitelist stehen. Diese Unternehmen unterliegen strengen Kontrollen bezüglich Einzahlungslimits und dem Schutz vor Spielsucht gemäß GlüStV 2021.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:Bally's

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