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Bet365 Bonusbetrug: Sieben Personen in England vor Gericht angeklagt

17. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Bet365 Bonusbetrug: Sieben Personen in England vor Gericht angeklagtKI-GENERIERT

Ein mutmaßlicher Betrügerring soll Identitäten missbraucht haben, um Willkommensangebote von Bet365 auszunutzen. Guisseppe Sangiovanni wird als Kopf der Gruppe beschuldigt.

Die Justiz in Gloucestershire greift hart gegen eine Gruppe mutmaßlicher Wettbetrüger durch, die das britische Schwergewicht Bet365 über Jahre hinweg gezielt geschädigt haben sollen. Vor dem Cheltenham Magistrates Court wurden sieben Personen, darunter sechs Männer und eine Frau, wegen Betrugs und der Verschiebung illegaler Gelder angeklagt. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, die großzügigen Willkommensangebote für Neukunden missbraucht zu haben, indem sie eine Vielzahl falscher Identitäten nutzten. Dieser als Bonusmissbrauch bekannte Vorgang diente laut Anklage nicht nur dem Abgreifen von Gratisguthaben, sondern auch dem Transfer von Geldern aus kriminellen Quellen auf verschiedene Konten.

Im Zentrum der Ermittlungen steht der 35-jährige Guisseppe Sangiovanni, dem eine führende Rolle in dem Netzwerk zugeschrieben wird. Sangiovanni, der sich derzeit bereits in Haft im Oakwood Gefängnis befindet, soll im Zeitraum von Januar 2021 bis August 2023 im Besitz umfangreicher Listen mit persönlichen Daten Dritter gewesen sein. Diese Daten nutzte er laut Staatsanwaltschaft systematisch, um wiederholt Bonusgelder zu beanspruchen. Sein Anhörungstermin musste aufgrund technischer Probleme bei der Videoschaltung in die Haftanstalt auf den 20. August verschoben werden. Auch bei anderen Mitgliedern der Gruppe, wie dem 32-jährigen Julian Mackie, kam es zu Verzögerungen durch instabile Videoverbindungen.

Zahlen und Fakten

Die Ermittlungen zeigen die Komplexität des modernen Wettbetrugs auf. Neben Sangiovanni steht die 31-jährige Stephianne Black im Fokus, die beschuldigt wird, primäre Kontonummern (PAN) bereitgestellt zu haben, wohlwissend, dass diese für betrügerische Zwecke genutzt werden. Zudem soll sie im Namen von Sangiovanni Willkommensgelder bei Bet365 beantragt haben. Black wurde gegen Kaution freigelassen und muss am 17. September vor dem Gloucester Crown Court erscheinen. Auch Patrick White, Benjamin Leach und Simeon Redway gehören zum Kreis der Angeklagten, wobei White ebenfalls gegen Kaution auf seinen Prozess im September wartet. Ein weiterer Verdächtiger, Adon Bridgman-Simon, erschien nicht zu seinem Termin, woraufhin das Gericht einen Haftbefehl ohne Kautionsmöglichkeit erließ.

Dieser Fall ist für Bet365 kein Einzelfall. Bereits im Jahr 2023 sorgte die Verurteilung von Jonathan Howard für Aufsehen. Der damals 40-jährige Howard hatte über 1.000 Konten unter falschen Namen eröffnet und den Anbieter um mehr als 236.000 britische Pfund geprellt. Seine Machenschaften erstreckten sich über ein ganzes Jahrzehnt, beginnend im Jahr 2008.

„Das Wetten im Internet unter einem anderen Namen verstößt gegen die Nutzungsbedingungen. Das gesamte Unternehmen war unehrlich und darauf ausgelegt, das Glücksspielunternehmen zu täuschen." - Mike Monkton, Detective Sergeant bei der Kent and Essex Serious Crime Directorate

Hintergrund

Bonusmissbrauch stellt für die Branche ein wachsendes Risiko dar. Während legale Anbieter versuchen, durch attraktive Angebote neue Kunden zu gewinnen, suchen organisierte Gruppen nach Lücken in den Identitätsprüfungen. Die britischen Behörden haben als Reaktion auf solche Vorfälle die Anforderungen an die Verifizierung (KYC - Know Your Customer) und die Bekämpfung von Geldwäsche (AML) drastisch verschärft. Dies geschah insbesondere im Rahmen des White Papers zur Überprüfung des Glücksspielgesetzes. Dennoch zeigen die aktuellen Anklagen, dass Kriminelle immer wieder Wege finden, persönliche Daten für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland ist die Rechtslage seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) deutlich strenger als in vielen anderen Märkten. Bonusmissbrauch, wie er in England praktiziert wurde, ist hierzulande durch das zentrale Aufsichtssystem LUGAS und die strikte Identitätsprüfung nahezu unmöglich. Jeder Spieler muss sich bei einem in Deutschland lizenzierten Casino verifizieren, bevor das erste Spiel stattfinden kann. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt eine Whitelist, auf der ausschließlich Anbieter stehen, die diese hohen Sicherheitsstandards garantieren.

Deutsche Kunden profitieren von einem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das anbieterübergreifend überwacht wird. Wer versucht, mit mehreren Identitäten zu spielen, scheitert an der Abfrage der Steuer-ID oder des Personalausweises. Dies schützt nicht nur den Anbieter vor Betrug, sondern vor allem den ehrlichen Spieler vor den Folgen krimineller Netzwerke. Wer in Deutschland bei einem GGL-lizenzierten Anbieter spielt, kann sicher sein, dass faire Bedingungen herrschen und kriminelle Machenschaften durch die strengen technischen Vorgaben der Behörden im Keim erstickt werden.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit deutscher Lizenz bedeutet dieser Vorfall aus England eine Bestätigung ihrer strengen Protokolle. Die GGL fordert eine lückenlose Dokumentation und eine sofortige Verifizierung. Während in Großbritannien oft erst bei der Auszahlung genauer hingesehen wurde, ist in Deutschland der Prozess am Anfang des Kundenkontakts angesiedelt. Dies schreckt Betrüger ab, da das Risiko der Entdeckung durch den Abgleich mit LUGAS und der Sperrdatei OASIS extrem hoch ist. Lizenzierte Casinos investieren Millionen in Technik, um sicherzustellen, dass Boni nur einmal pro Person vergeben werden.

Häufige Fragen

Wer wird im aktuellen Fall gegen Bet365 angeklagt?

Insgesamt sieben Personen, darunter Guisseppe Sangiovanni als mutmaßlicher Anführer, müssen sich wegen Betrugs verantworten. Sie sollen zwischen 2021 und 2023 mit fremden Daten Bonusangebote erschlichen haben.

Was ist Bonusmissbrauch im Online Glücksspiel?

Bonusmissbrauch beschreibt das unrechtmäßige Eröffnen mehrerer Konten, um Willkommensgeschenke wie Gratisguthaben mehrfach zu erhalten. Dies verstößt gegen die AGB der Anbieter und gilt oft als Betrug.

Welche Strafe droht bei systematischem Wettbetrug?

Im Jahr 2023 wurde Jonathan Howard für einen ähnlichen Betrug an Bet365 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die aktuellen Beschuldigten müssen bei einer Verurteilung mit vergleichbaren Strafen rechnen.

Wie sicher sind deutsche Online Casinos vor solchem Betrug?

Durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 und die Überwachung durch die GGL sind deutsche Casinos sehr sicher. Systeme wie LUGAS verhindern durch Identitätsabgleiche, dass Personen mehrere Konten unter falschem Namen eröffnen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:bet365

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