Tether.bet stellt Betrieb ein: Krypto-Casino schließt nach politischem Wirbel
KI-GENERIERTDie Krypto-Wettplattform Tether.bet hat ihren Dienst dauerhaft eingestellt. Kunden werden nun zu einer philippinischen Seite umgeleitet, die illegale Hahnenkämpfe anbietet.
Die Welt der Krypto-Casinos ist um einen prominenten Namen ärmer. Tether.bet hat seine Pforten endgültig geschlossen und lässt Besucher lediglich mit einer knappen Mitteilung zurück. Auf der Webseite in Montenegro heißt es nun, dass die Domain permanent abgeschaltet wurde und keine weiteren Dienstleistungen mehr erbracht werden. Wer noch Geld auf seinem Konto hat, soll sich an eine Support-Adresse wenden. Doch die Geschichte hinter dem plötzlichen Aus ist weit komplexer als ein gewöhnliches Geschäftsende. Besonders pikant ist die direkte Umleitung der ehemaligen Kunden auf eine Partnerplattform namens NNVIP88, die auf den Philippinen ansässig ist und Wetten auf Hahnenkämpfe anbietet.
Dieser Schritt sorgt für Kopfschütteln in der Branche, da sogenannte E-Sabong-Wetten, also das Streamen von Hahnenkämpfen für Wettzwecke, erst in diesem Jahr durch das philippinische Repräsentantenhaus verboten wurden. Tether.bet selbst stand zuletzt massiv unter Druck. Obwohl der Name eine Nähe zum bekannten Stablecoin suggeriert, betonte die Betreibergesellschaft, dass keinerlei geschäftliche Verbindung zu Tether Limited besteht. Stattdessen rückte die Plattform in den Fokus britischer Ermittlungen und politischer Debatten, da sie mit dem Umfeld des Reform-UK-Chefs Nigel Farage in Verbindung gebracht wurde. George Cottrell, ein enger Vertrauter von Farage, soll die Plattform für High-Stakes-Wetten genutzt haben.
Zahlen und Fakten
Im Zentrum der Kontroverse steht George Cottrell, der in der Szene als Posh George bekannt ist. Eine Klage vor dem High Court im Jahr 2026 brachte Details ans Licht, nach denen Cottrell als sogenannter Whale für das Starlizard-Syndikat fungiert haben soll. Dieses Syndikat wird von Tony Bloom geleitet, dem Eigentümer des Fußballclubs Brighton und Hove Albion. Die Klage behauptet, Cottrell habe seine Wettkonten für massive Einsätze zur Verfügung gestellt. Parallel dazu geriet Nigel Farage selbst unter Druck, als eine Spende in Höhe von 5 Millionen Pfund durch den Milliardär Christopher Harborne bekannt wurde. Harborne ist der Besitzer von Tether und lebt in Thailand. Obwohl Farage die Wahl in Clacton mit 63,3 Prozent der Stimmen gewann, wurden parlamentarische Untersuchungen zu seinen Finanzen umgehend wieder aufgenommen.
„Diese Website und Domäne wurden dauerhaft geschlossen und sind nicht mehr in Betrieb. Die Schließung dieser Website ist endgültig, und es werden keine weiteren Dienste oder Aktivitäten über diese Domäne durchgeführt.“ - Offizielles Statement, Betreiber von Tether.bet
Hintergrund
Die Plattform Tether.bet operierte von Montenegro aus und bot vor allem High-Rollern eine Plattform, die sich der strengen Aufsicht durch nationale Behörden wie der britischen Gambling Commission entziehen wollten. Off-Shore-Buchmacher locken oft mit besseren Quoten und geringerer Kontrolle der finanziellen Mittelherkunft. Cottrell soll zudem über die Prognoseplattform Polymarket Millionen auf politische Ereignisse wie die US-Präsidentschaftswahl 2024 gesetzt haben. Dass ein Dienst wie Tether.bet nun schließt, könnte ein Zeichen für den wachsenden Druck auf unregulierte Krypto-Glücksspielanbieter sein, die in Grauzonen agieren und prominente politische Figuren involvieren.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Schließung von Tether.bet eine wichtige Lehre. Anbieter ohne deutsche Lizenz bieten keinen Rechtsschutz. Wer auf solchen Plattformen spielt, riskiert bei einer plötzlichen Abschaltung, wie wir sie hier sehen, den Totalverlust seines Guthabens. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) strikt, welche Casinos legal sind. Nur Anbieter, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, dürfen ihre Dienste legal anbieten. Dazu gehören strenge Regeln wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei Slots. Das System LUGAS sorgt für die Einhaltung dieser Grenzen und schützt Spieler vor Überschuldung. Wer bei Tether.bet oder nun NNVIP88 spielt, bewegt sich im Bereich des illegalen Glücksspiels und hat bei Streitigkeiten keine Handhabe.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Schließung unregulierter Anbieter stärkt die Position der legalen GGL-Casinos. Während Offshore-Seiten wie Tether.bet oft in Skandale um Geldwäsche oder politische Einflussnahme verwickelt sind, müssen lizenzierte deutsche Betreiber höchste Standards bei der Identitätsprüfung (KYC) und dem Spielerschutz erfüllen. Die Verbindung von Tether.bet zu verbotenen Hahnenkämpfen auf den Philippinen zeigt deutlich, wie dubios die Partnernetzwerke solcher Krypto-Plattformen sind. Deutsche Spieler sollten konsequent darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die das GGL-Prüfsiegel tragen. Nur dort ist sichergestellt, dass Gewinne fair ausgezahlt werden und das Spielverhalten durch Sperrsysteme wie OASIS kontrolliert werden kann. Der Fall Tether.bet verdeutlicht, dass Anonymität oft mit einem hohen Risiko für die Sicherheit der eigenen Gelder einhergeht.
Häufige Fragen
Warum wurde Tether.bet geschlossen?
Die Plattform stellte ihren Betrieb nach intensiver öffentlicher Prüfung ein, insbesondere aufgrund der Verbindungen zum politischen Umfeld von Nigel Farage. Es gab Berichte über die Nutzung der Seite für extrem hohe Wetteinsätze durch George Cottrell. Ein offizieller Grund für das plötzliche Aus wurde in dem Statement jedoch nicht explizit genannt.
Was passiert mit dem Geld der Kunden auf Tether.bet?
Kunden wurden angewiesen, sich per E-Mail an den Support zu wenden, um Restguthaben einzufordern. Da die Webseite jedoch permanent geschlossen ist, besteht eine große Unsicherheit über die Auszahlung. Der Betreiber hat den Dienst vollständig eingestellt.
Ist die Partnerseite NNVIP88 legal?
Nein, NNVIP88 operiert mit einer philippinischen Registrierung und bietet unter anderem Hahnenkämpfe an. Solche Angebote sind in Deutschland illegal und besitzen keine GGL-Lizenz. Zudem wurden Online-Hahnenkämpfe selbst auf den Philippinen in diesem Jahr gesetzlich verboten.
Wie erkenne ich ein sicheres Online-Casino in Deutschland?
Ein sicheres Casino muss auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) gelistet sein. Spieler sollten zudem auf das GGL-Prüfsiegel auf der Webseite achten. Nur diese Anbieter garantieren die Einhaltung des GlüStV 2021 und bieten Schutz durch Einsatzlimits und das Sperrsystem OASIS.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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