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Mediengigant Banijay und All3Media fusionieren: Wettgeschäft boomt trotz Hürden

15. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Mediengigant Banijay und All3Media fusionieren: Wettgeschäft boomt trotz Hürden

Die Fusion von Banijay Entertainment und All3Media schafft das weltweit größte unabhängige Produktionsunternehmen. Trotz wachsender Herausforderungen im Online-Glücksspiel verzeichnet Banijay Gaming ein Umsatzwachstum von 10,2 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro im Jahr 2025.

Die Medienwelt erlebt einen gewaltigen Umbruch. Die Banijay Group und RedBird IMI haben die Fusion von Banijay Entertainment und All3Media vollzogen. Damit entsteht das größte unabhängige Produktionsunternehmen der Welt mit Sitz in London. Es ist ein globaler Player. Dieser Zusammenschluss wurde ursprünglich im März 2026 bekannt gegeben. Er vereint Banijay Entertainments internationale Präsenz mit All3Medias Stärke in englischsprachigen Märkten. Das neue Medien- und Unterhaltungskonsortium wird in 25 Gebieten operieren. Beide Partner, Banijay Group und RedBird IMI, besitzen jeweils 50 Prozent der Anteile.

Obwohl der Fokus der Medienriesen auf Inhalten liegt, bleibt das Glücksspielgeschäft ein wichtiger Pfeiler der Banijay Group. Banijay Gaming, ein europäischer Glücksspielkonzern, expandiert weiter. Dies zeigt die jüngste Übernahme von JOA Groupe, dem zweitgrößten Casino-Betreiber Frankreichs. Auch in Deutschland ist das Unternehmen aktiv. Hier hält Banijay eine Mehrheitsbeteiligung am Glücksspielriesen Tipico. Tipico ist kürzlich mit Betclic fusioniert. Betclic ist wiederum einer der größten Sportwettenanbieter Frankreichs. Das Glücksspielsegment verzeichnete beeindruckende Zahlen. Der Umsatz der Online-Wetten und Gaming-Sparte stieg im Jahr 2025 um 10,2 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA wuchs um 12,6 Prozent von 379,8 Millionen Euro auf 425,2 Millionen Euro. Diese Entwicklung unterstreicht die Robustheit des Glücksspielgeschäfts der Banijay Group, auch in einem schwierigen Marktumfeld.

Zahlen und Fakten

Die zusammengeführte Gruppe aus Banijay Entertainment und All3Media hätte im Jahr 2025 einen konsolidierten Umsatz von über 4,3 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von mehr als 700 Millionen Euro erzielt. Das geht aus den Unternehmenszahlen hervor. Variety berichtet sogar von einem Gesamtwert von 8 Milliarden US-Dollar für die Fusion. Innerhalb eines Jahres nach Abschluss der Transaktion erwartet das Unternehmen Kostensynergien von etwa 50 Millionen Euro. Der Marktwert von Banijay an der Euronext in Amsterdam übersteigt aktuell 3,7 Milliarden Euro. Die neue Einheit verfügt über mehr als 265.000 Stunden an Programminhalten. Das Portfolio umfasst bekannte Formate wie MasterChef, The Traitors, Big Brother und Peaky Blinders. Jeff Zucker, CEO von RedBird IMI, wird Chairman von Banijay Entertainment. Marco Bassetti bleibt CEO und Jane Turton, die frühere CEO von All3Media, übernimmt die Position des Deputy CEO.

Hintergrund

Die Medienbranche steht vor Konsolidierung. Dieser Trend zeigt sich in der riesigen Fusion. Der Zusammenschluss stärkt die Fähigkeit, geistiges Eigentum über verschiedene Bereiche hinweg zu entwickeln. Dazu gehören gescriptete und nicht-gescriptete Inhalte, Sport, Digital, Live-Events und immersive Erlebnisse. Banijay Group investiert strategisch in das Glücksspiel. Dies könnte dazu dienen, Herausforderungen im Online-Wettbereich auszugleichen. Dort schaffen Besteuerung, Regulierungen und Wettbewerb anhaltenden Gegenwind. Besonders in Frankreich und Deutschland sind diese spürbar. Frankreich hat einige der höchsten Glücksspielsteuern in Europa. Der Einzelhandel für Sportwetten wird mit 42,1 Prozent besteuert. Online-Sportwetten liegen bei 59,3 Prozent. Die Online-Poker-Steuer stieg kürzlich von 0,2 Prozent der Einsätze auf 10 Prozent des Bruttospielertrags (Gross Gaming Revenue, GGR). Dies ist der Umsatz, den ein Betreiber abzüglich der ausgezahlten Gewinne erzielt. Beide Märkte, Frankreich und Deutschland, haben mit dem zunehmenden Schwarzmarkt zu kämpfen. Frankreichs Kanalisierungsrate liegt jedoch bei rund 85 Prozent. Deutschland schätzt seine Rate auf 77 Prozent. Das ist ein deutlicher Unterschied.

„Diese Fusion markiert einen entscheidenden Meilenstein in der Geschichte der Banijay Group. Banijay Entertainment und All3Media sind hoch komplementäre Unternehmen mit außergewöhnlichen kreativen Vermögenswerten und globalen Ambitionen.“ - François Riahi, CEO der Banijay Group

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ergeben sich aus dieser Medienfusion keine direkten Änderungen. Allerdings ist die Beteiligung von Banijay an Tipico relevant. Tipico ist ein bekanntes Unternehmen auf dem deutschen Markt. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland neu geregelt. Er hat spezifische Anforderungen für legale Anbieter geschaffen. Tipico ist auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) gelistet. Das bedeutet, das Casino ist legal in Deutschland. Spieler können dort beruhigt spielen. Lizenzierte Anbieter müssen strenge Regeln einhalten. Dazu gehören ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Spielautomaten und ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat. Diese Maßnahmen sollen dem Spielerschutz dienen. Das in LUGAS, dem Länderübergreifenden Glücksspielaufsichtssystem, erfasste Spielerverhalten wird überwacht. Dies soll die Einhaltung der Limits sicherstellen und Spielsucht vorbeugen. Die stabile Entwicklung des Glücksspielgeschäfts der Banijay Group, auch unter schwierigen regulatorischen Bedingungen, könnte dazu führen, dass weitere Investitionen in den deutschen Markt fließen. Dennoch bleiben die strengen Regeln des GlüStV 2021 für alle GGL-lizenzierten Anbieter verbindlich.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die globale Expansion von Konzernen wie Banijay zeigt, dass der Glücksspielmarkt trotz aller regulatorischen Hürden attraktiv bleibt. Für GGL-Casinos bedeutet dies eine zunehmende Professionalisierung und Konsolidierung der Branche. Die Notwendigkeit, sich an strenge Vorschriften wie den GlüStV 2021 zu halten, erfordert erhebliche Investitionen in Compliance, Technologie und Spielerschutzmaßnahmen. Der deutsche Markt ist durch die GGL-Lizenzierung zwar regulierter, bietet aber auch Rechtssicherheit für Betreiber und Spieler. Dies könnte langfristig zu einer Stärkung seriöser Anbieter führen. Unternehmen, die diese Investitionen tätigen und sich an die Regeln halten, können sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Die hohen Steuerlasten und der Druck durch den Schwarzmarkt sind jedoch weiterhin Herausforderungen. Dies erfordert von den lizenzierten Anbietern eine kontinuierliche Anpassung und Optimierung ihrer Geschäftsmodelle. Die Zusammenarbeit mit Medienunternehmen kann hier neue Synergien schaffen.

Quellen & weiterführende Links

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