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Regulierung

Boston Red Sox werben trotz Verbot in Massachusetts für Prognosemarkt Kalshi

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Boston Red Sox werben trotz Verbot in Massachusetts für Prognosemarkt KalshiKI-GENERIERT

Die Boston Red Sox bewerben die Plattform Kalshi, obwohl der Bundesstaat Massachusetts Sportwetten-Märkte des Anbieters gerichtlich untersagt hat. Kalshi liegt im Streit mit über 20 Staaten.

In der Welt des amerikanischen Profisports bahnt sich ein handfester juristischer Skandal an. Die Boston Red Sox, eine Ikone des Baseballs, bewerben aktiv die Plattform Kalshi, obwohl diese im Bundesstaat Massachusetts unter strengen gerichtlichen Auflagen steht. Fans erhielten am Wochenende E-Mails, in denen sie aufgefordert wurden, die App von Kalshi herunterzuladen und die Zukunft zu handeln. Das Pikante daran ist, dass eine offizielle Bekanntgabe der Partnerschaft bisher fehlt, das Branding jedoch bereits prominent in den sozialen Medien des Teams auftaucht. Dieser Schritt wirkt wie eine gezielte Provokation gegenüber den lokalen Behörden, die den Dienst als nicht lizenziertes Glücksspiel betrachten.

Die Situation ist deshalb so brisant, weil die Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Andrea Joy Campbell, bereits im September letzten Jahres Klage gegen Kalshi eingereicht hat. Ein Richter gab dem Staat im Januar recht und entschied, dass Kalshi keine sportbezogenen Verträge an Personen in Massachusetts anbieten darf, weder direkt noch indirekt. Trotz einer Berufung beim Obersten Gerichtshof von Massachusetts blieb das Verbot bestehen. Kalshi musste daraufhin den Handel auf seinen Sportmärkten für Nutzer im Bundesstaat einstellen, was auch Wetten auf Spiele der Red Sox einschließt. Dennoch scheint das Team kein Problem damit zu haben, seinen Namen für die Vermarktung der Plattform herzugeben.

Zahlen und Fakten

Kalshi befindet sich derzeit in einem massiven juristischen Abwehrkampf. Das Unternehmen liegt mit über 20 US-Bundesstaaten im Clinch. Neben Massachusetts sind die Sportmärkte von Kalshi auch in Nevada, Michigan und Washington blockiert. Im Juni wurde die Klage in Massachusetts zudem erweitert. Die Behörden werfen Kalshi nun vor, gezielt Nutzer unter 21 Jahren auf Universitätsgeländen anzusprechen. Während das Mindestalter für Prognosemärkte oft bei 18 Jahren liegt, schreibt Massachusetts für Glücksspiel ein Alter von 21 Jahren vor. Konkurrenten wie Novig haben ihr Mindestalter bereits auf 21 Jahre festgesetzt, doch Kalshi zeigt bisher keine Anzeichen, diesem Beispiel zu folgen.

Ein zentraler Punkt der Kritik ist die mangelnde Aufsicht. Mike Dreitzer, Vorsitzender des Nevada Gaming Control Board, findet deutliche Worte für das Geschäftsmodell dieser Plattformen. Er sieht darin keinen harmlosen Handel mit Vorhersagen, sondern schlichtweg illegale Sportwetten ohne die notwendigen Sicherheitsnetze für die Verbraucher.

„Wenn man Geld für den ungewissen Ausgang eines Sportereignisses riskiert, ist das Glücksspiel. Nimmt man den Wortsalat um die Prognosemärkte weg, bleibt es Glücksspiel. Und grundsätzlich muss es fair sein.“ - Mike Dreitzer, Vorsitzender des Nevada Gaming Control Board

Hintergrund

Der Konflikt dreht sich um die Definition dessen, was Kalshi eigentlich tut. Das Unternehmen selbst sieht sich als Marktplatz für Ereigniskontrakte, reguliert durch die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), eine Bundesbehörde für Rohstoffhandel. Kritiker und staatliche Regulierungsbehörden argumentieren jedoch, dass Wetten auf NFL-Touchdowns oder Strikes beim Baseball nichts mit Rohstoffhandel zu tun haben. Sie bezeichnen diese Dienste als illegale Sportwettenanbieter, die sich der strengen staatlichen Aufsicht entziehen. Die Integration in den Profisport, wie nun bei den Red Sox oder auch bei den New York Yankees mit der Plattform Polymarket, dient dazu, diesen Diensten einen Anstrich von Legalität und Seriosität zu verleihen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist die Situation in den USA eine wichtige Erinnerung an die Bedeutung einer nationalen Lizenz. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt extrem strikt. Plattformen wie Kalshi, die als Prognosemärkte getarnt sind, hätten hierzulande keine Chance auf eine Zulassung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL), solange sie die strengen Spielerschutzvorgaben nicht erfüllen. In Deutschland gelten klare Regeln: Das monatliche Einzahlungslimit liegt bei 1.000 Euro über alle Anbieter hinweg, kontrolliert durch das LUGAS-System. Zudem ist der Einsatz an Online-Spielautomaten auf 1 Euro pro Drehung begrenzt. Wer in Deutschland spielt, sollte zwingend darauf achten, dass der Anbieter auf der offiziellen Whitelist der GGL steht. Angebote aus Malta (MGA) oder Curacao sind hierzulande nicht legal und bieten keinen Schutz durch deutsche Gerichte, falls es zu Streitigkeiten kommt.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz müssen sich streng an den Jugendschutz und die Suchtprävention halten. Der Fall Kalshi zeigt, wie wichtig diese Hürden sind, um Minderjährige vor dem Zugriff auf wettähnliche Produkte zu schützen. Während in den USA darüber gestritten wird, ob 18-Jährige auf Sportereignisse wetten dürfen, ist die deutsche Rechtslage mit dem Mindestalter von 18 Jahren und der zusätzlichen Überwachung durch das Sperrsystem OASIS eindeutig. Deutsche Anbieter, die sich an die GGL-Regeln halten, garantieren faire Gewinnchancen und eine Auszahlungssicherheit, die bei unregulierten Prognosemärkten oft in den Sternen steht. Für lizenzierte Betreiber bedeutet der Fall Kalshi auch eine Warnung vor riskanten Marketing-Partnerschaften, die gegen geltendes Landesrecht verstoßen könnten.

Häufige Fragen

Dürfen Nutzer in Massachusetts auf Kalshi wetten?

Nein, die Sportmärkte von Kalshi sind in Massachusetts derzeit gerichtlich blockiert. Ein Richter entschied im Januar, dass das Unternehmen keine sportbezogenen Kontrakte an Einwohner des Bundesstaates anbieten darf.

Warum klagt der Bundesstaat Massachusetts gegen Kalshi?

Generalstaatsanwältin Andrea Joy Campbell wirft Kalshi vor, nicht lizenziertes Glücksspiel zu betreiben. Zudem gibt es Vorwürfe, das Unternehmen würde gezielt Minderjährige auf Universitätscampus für seine Plattform anwerben.

Was ist der Unterschied zwischen Prognosemärkten und Sportwetten?

Prognosemärkte wie Kalshi bezeichnen sich als Marktplätze für Ereigniskontrakte und werden auf Bundesebene durch die CFTC reguliert. Regulierungsbehörden wie das Nevada Gaming Control Board sehen darin jedoch nur eine neue Form von Sportwetten ohne ausreichenden Spielerschutz.

In welchen anderen US-Staaten ist Kalshi blockiert?

Neben Massachusetts ist der Zugang zu den Sportmärkten von Kalshi auch in Nevada, Michigan und Washington untersagt. Das Unternehmen führt derzeit Rechtsstreitigkeiten in über 20 verschiedenen US-Bundesstaaten.

Sind Plattformen wie Kalshi in Deutschland legal?

Nein, solche Prognosemärkte verfügen über keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). In Deutschland ist nur das Spielen bei Anbietern legal, die auf der offiziellen Whitelist stehen und die Regeln des GlüStV 2021 befolgen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:KalshiBoston Red Sox

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