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Spielerschutz

Slowakei kämpft gegen Glücksspiel-Risiken bei Gen-Z und Alpha

24. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Slowakei kämpft gegen Glücksspiel-Risiken bei Gen-Z und AlphaKI-GENERIERT

Die Regulierungsbehörde URHH startet mit der Universität Trnava eine Forschungsallianz, um Jugendliche im Alter von 1 bis 29 Jahren vor versteckten Gefahren in Videospielen zu schützen.

In der Slowakei zeichnet sich eine signifikante Wende in der Präventionsarbeit für junge Mediennutzer ab. Die staatliche Glücksspielregulierungsbehörde (URHH) hat eine weitreichende Kooperation mit der Fachabteilung für digitale Spiele der Universität St. Cyril und Methodius in Trnava (FMK UCM) vereinbart. Diese Partnerschaft steht im Zeichen des neuen Mandats namens Safer Digital Future. Im Kern geht es darum, die Grenzen zwischen klassischem Glücksspiel und modernen Videospielen neu zu definieren, da diese in der Wahrnehmung junger Menschen immer weiter verschwimmen. Die Behörden beobachten mit Sorge, wie Zufallselemente und monetäre Anreize Einzug in den digitalen Alltag der Generationen Z und Alpha halten.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der psychologischen Wirkung von digitalen Belohnungssystemen. Die URHH warnt davor, dass moderne Monetarisierungsmodelle und fortschrittliches Spieldesign junge Menschen gezielt Mechaniken aussetzen, die klassischen Glücksspielprodukten ähneln. Durch diese ständige Konfrontation besteht die Gefahr, dass Risikobereitschaft normalisiert wird und eine positive Einstellung gegenüber dem Glücksspiel entsteht, bevor die Betroffenen überhaupt das gesetzliche Mindestalter für Casinos erreicht haben. Die Wissenschaftler in Trnava sollen nun die notwendigen Daten liefern, um dieser Entwicklung mit evidenzbasierten Strategien entgegenzuwirken.

Zahlen und Fakten

Die Forschungsgemeinschaft nimmt zwei spezifische Altersgruppen unter die Lupe, die als besonders gefährdet gelten. Als Generation Z werden in diesem Kontext junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren definiert, während die Generation Alpha die Gruppe der 1- bis 13-jährigen umfasst. Diese Kategorisierung verdeutlicht, dass die Aufklärungsarbeit bereits im Kindesalter ansetzen soll. Ein zentraler Punkt der Untersuchung sind sogenannte Lootboxen und das Skin-Betting, bei denen virtuelle Gegenstände oft mit realem Geld oder glücksspielähnlichen Einsätzen erworben oder verspielt werden. Die FMK UCM betreibt das erste umfassende akademische Programm der Slowakei für digitale Spiele und bringt somit eine hohe Expertise in die Partnerschaft ein.

Libuša Baranová, die Generaldirektorin der URHH, unterstreicht die Dringlichkeit dieses Vorhabens. In ihrem Statement macht sie deutlich, dass die Behörden den technologischen Entwicklungen oft hinterherlaufen, was sich nun ändern muss.

„Für die Generationen Z und Alpha ist Technologie nicht nur ein Werkzeug, sondern eine natürliche Umgebung, in der sie ihre Identität, soziale Beziehungen und ihr Weltbild formen. Sie nehmen die digitale und die reale Welt als ein miteinander verbundenes Ganzes wahr. Wenn wir also die junge Generation wirksam vor den Risiken des digitalen Zeitalters schützen wollen, müssen wir einen Schritt voraus sein."

Hintergrund

Die politische Lage in der Slowakei bleibt unterdessen komplex. Während die URHH auf Forschung setzt, berät der Nationalrat der Slowakischen Republik weiterhin über eine umfassende Reform des Glücksspielgesetzes von 2019. Online-Casinos haben sich mittlerweile zum größten Sektor des Marktes entwickelt, was den Ruf nach strengeren Kontrollen laut werden ließ. Zuvor hatte der Minister für Sport und Tourismus, Rudolf Huliak, ein Paket von Änderungen vorgelegt, das deutliche Einschränkungen bei Lizenzen vorsah. Präsident Peter Pellegrini legte jedoch ein Veto gegen diese spezifischen Änderungen ein. Er signalisierte aber gleichzeitig, dass er ein umfassenderes Reformprogramm unterstützen würde, das den Verbraucherschutz ins Zentrum stellt. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Forschungsarbeit der URHH an Gewicht, da sie die Grundlage für künftige gesetzliche Anpassungen bilden könnte.

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland ist die Debatte um Lootboxen und die Konvergenz von Gaming und Gambling ebenfalls ein Dauerbrenner. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt hier bereits sehr enge Grenzen, allerdings primär für den regulierten Glücksspielmarkt. Deutsche Spieler, die bei Anbietern auf der GGL-Whitelist registriert sind, profitieren von strengen Schutzmaßnahmen wie dem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro und dem Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automaten. Diese Regeln werden durch das zentrale Aufsichtssystem LUGAS überwacht. Die slowakische Initiative zeigt jedoch, dass der Schutz der Jugend bereits weit vor dem Betreten eines legalen Online-Casinos beginnen muss. In Deutschland wird oft kritisiert, dass Mechaniken in Videospielen, die Kindern zugänglich sind, das Suchtpotential von echtem Glücksspiel vorbereiten könnten, ohne dass die strengen Regeln der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) dort direkt greifen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für legal in Deutschland operierende Casinos bedeutet die Entwicklung in der Slowakei ein Signal für eine europaweit härtere Gangart beim Jugendschutz. Casinos mit deutscher Lizenz müssen bereits jetzt strikte Altersverifikationen durchführen und dürfen keine Werbung schalten, die sich gezielt an Minderjährige richtet. Wenn wissenschaftliche Studien aus der Slowakei belegen, dass bestimmte Spielmechaniken die Schwelle zum Glücksspiel senken, könnten auch in Deutschland weitere Einschränkungen für das Spieldesign folgen. Die GGL hat bereits klargestellt, dass sie ein besonderes Auge auf Marketingstrategien hat, die soziale Medien und Influencer nutzen, um junge Zielgruppen zu erreichen. Legale Anbieter müssen daher sicherstellen, dass ihre Produkte klar vom Gaming-Sektor abgegrenzt bleiben, um regulatorischen Druck zu vermeiden.

Häufige Fragen

Wer arbeitet in der Slowakei am Schutz der Gen-Z zusammen?

Die slowakische Glücksspielbehörde URHH hat eine Kooperationsvereinbarung mit der Fakultät für Massenmedienkommunikation der Universität St. Cyril und Methodius in Trnava unterzeichnet. Gemeinsam wollen sie die Auswirkungen digitaler Spiele auf junge Menschen erforschen.

Welche Altersgruppen stehen im Fokus der Studie?

Die Forschung konzentriert sich auf die Generation Z, die als 14- bis 29-Jährige definiert wird, sowie auf die Generation Alpha, die Kinder im Alter von 1 bis 13 Jahren umfasst. Damit wird ein sehr breites Spektrum der digitalen Jugend abgedeckt.

Was sind die größten Gefahren laut der slowakischen Behörde?

Die URHH warnt vor der Verschmelzung von Gaming und Gambling durch Lootboxen und Skin-Betting. Diese Mechaniken könnten bei jungen Menschen die Risikobereitschaft normalisieren und den Weg in eine spätere Glücksspielsucht ebnen.

Gibt es in der Slowakei bald neue Gesetze?

Präsident Peter Pellegrini hat ein Veto gegen erste Gesetzesänderungen eingelegt, fordert aber eine umfassendere Reform des Glücksspielgesetzes von 2019. Die neuen Forschungsergebnisse sollen helfen, evidenzbasierte Schutzprogramme zu entwickeln.

Wie werden deutsche Spieler vor ähnlichen Risiken geschützt?

In Deutschland reguliert der Glücksspielstaatsvertrag 2021 den Markt durch die GGL-Whitelist, Einsatzlimits von 1 Euro und das LUGAS-System. Während Videospielmechaniken noch separat debattiert werden, bietet die deutsche Lizenz den höchsten Schutzstandard gegen unkontrolliertes Glücksspiel.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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