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Regulierung

Burundi greift durch: Lizenzentzug und harte Strafen für Glücksspielanbieter

25. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Burundi greift durch: Lizenzentzug und harte Strafen für GlücksspielanbieterKI-GENERIERT

Die Regierung in Burundi verschärft die Regeln für 2026/2027 massiv. Wer Gebühren nicht zahlt, riskiert eine Strafe von 50 Prozent und den sofortigen Lizenzverlust.

In Burundi weht ab sofort ein deutlich schärferer Wind für alle Unternehmen, die ihr Geld mit Glücksspiel verdienen. Die Regierung des ostafrikanischen Landes hat weitreichende neue Regeln für das Finanzjahr 2026 und 2027 erlassen, die sowohl finanzielle Daumenschrauben als auch eine lückenlose technische Überwachung vorsehen. Wer sich nicht an die strengen Vorgaben hält, wird gnadenlos vom Markt entfernt. Dies betrifft nicht nur große Online-Anbieter, sondern jede Form von Gewinnspielen, einschließlich Tombolas und lokaler Lotterien.

Die Grundlage für diesen harten Kurs bildet die Gemeinsame Ministerielle Anordnung Nr. 760/540/319, die am 12. August unterzeichnet wurde. Sie setzt den Artikel 156 des Finanzgesetzes für 2026 und 2027 um. Das Hauptziel der Behörden ist klar definiert: Jedes einzelne Centstück, das im Glücksspielsektor bewegt wird, soll für den Staat sichtbar und besteuerbar sein. Dafür müssen Anbieter der Nationalen Lotterie von Burundi (LONA) vollen Zugriff auf ihre IT-Systeme gewähren.

Zahlen und Fakten

Die finanziellen Auswirkungen der neuen Verordnung sind massiv. Betreiber müssen monatliche Rechnungen der LONA innerhalb von zehn Tagen begleichen. Passiert dies nicht fristgerecht, wird automatisch eine Strafgebühr von 50 Prozent auf den Rechnungsbetrag aufgeschlagen. Sollte der Zahlungsverzug länger als einen Monat andauern, wird die Lizenz sofort ausgesetzt, bis alle Schulden beglichen sind.

Zusätzlich wurden spezifische Abgabensätze festgelegt. Artikel 3 der Anordnung sieht eine Gebühr von 10 Prozent auf alle Einzahlungen der Spieler vor. Wer sich Gewinne auszahlen lassen möchte, muss ebenfalls 10 Prozent an den Staat abtreten. Die Unternehmen selbst werden mit einer Abgabe von 10 Prozent auf ihren Bruttogewinn (Gross Profit) zur Kasse gebeten. Der Bruttogewinn wird dabei als Nettoumsatz abzüglich der Spielergewinne definiert. Auch bei Werbespielen oder Tombolas kennt der Staat kein Pardon: Hier müssen die Organisatoren 10 Prozent des Gesamtwerts der Preise abführen. Besonders kurios wirkt eine Regelung zu verwaisten Konten: Wenn ein Spieler seinen Gewinn drei Monate lang nicht beansprucht und keine Aktivität zeigt, muss das Geld zwingend an das öffentliche Schatzamt überwiesen werden.

Hintergrund

Diese strengen Maßnahmen sind das Ergebnis einer strategischen Partnerschaft, die bereits 2024 zwischen der Regierung von Burundi, vertreten durch die LONA, und dem Unternehmen B&N Partners geschlossen wurde. Diese Kooperation bildet das Fundament für das elektronische Finanzüberwachungssystem, an das nun auch landbasierte Betreiber wie Anbieter von Spielautomaten zwingend angeschlossen werden müssen. Wer seine Geräte nicht mit diesem System verbindet, begeht laut Gesetz eine schwere Verfehlung, die sogar strafrechtliche Konsequenzen nach dem Strafgesetzbuch nach sich ziehen kann.

„Die Anordnung verpflichtet Glücksspielunternehmen, Lotterien und Vorhersagewettbewerbe dazu, der LONA vollen Zugriff auf ihre Informationssysteme zu gewähren, um die Überwachung zu stärken und Transparenz zu gewährleisten.“ - Behördenvertreter, Ministerielle Anordnung Nr. 760/540/319

Die Einnahmen fließen auf Konten bei der Zentralbank von Burundi (Bank of the Republic of Burundi). Dabei werden 40 Prozent der Gelder direkt an das öffentliche Schatzamt geleitet, während die restlichen 60 Prozent auf ein von der LONA kontrolliertes Geschäftsbankkonto gehen. Dies sichert dem Staat einen direkten Zugriff auf die liquiden Mittel der Branche.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler haben die Entwicklungen in Burundi keine direkten rechtlichen Auswirkungen, da in Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) gilt. Dennoch zeigt das Beispiel Burundi einen weltweiten Trend zur massiven staatlichen Kontrolle. In Deutschland ist diese Kontrolle durch das LUGAS-System (Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem) bereits Realität. Deutsche Spieler müssen sich an das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle Anbieter hinweg halten und dürfen maximal 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten setzen. Während Burundi nun 10 Prozent auf Ein- und Auszahlungen erhebt, gibt es in Deutschland eine indirekte Steuerlast durch die 5,3 Prozent Einsatzsteuer, die viele Anbieter durch schlechtere Auszahlungsquoten an die Kunden weitergeben.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Anbieter mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) sind bereits streng reguliert. Die Maßnahmen in Burundi, wie der direkte Systemzugriff der Behörden, klingen für deutsche Lizenznehmer vertraut, da die GGL über ähnliche Kontrollmechanismen verfügt. Allerdings ist die 50-prozentige Strafgebühr bei Zahlungsverzug in Burundi eine Härte, die es in dieser Form in Deutschland nicht gibt. GGL-lizenzierte Casinos bieten deutschen Spielern Rechtssicherheit und Spielerschutz, während Anbieter aus Burundi oder solche mit MGA- oder Curacao-Lizenzen für deutsche Kunden illegal sind und keinerlei Schutz bei Streitigkeiten bieten.

Häufige Fragen

Welche neuen Gebühren gelten für Spieler in Burundi?

Spieler in Burundi müssen laut der neuen Anordnung für das Jahr 2026 und 2027 eine Abgabe von 10 Prozent auf alle Einzahlungen und zusätzlich 10 Prozent auf alle Auszahlungen leisten. Diese Beträge fließen direkt in den Staatshaushalt.

Was passiert bei Zahlungsverzug der Glücksspielanbieter?

Wenn ein Anbieter seine Gebühren nicht innerhalb von zehn Tagen nach Rechnungsstellung zahlt, wird eine Strafe von 50 Prozent fällig. Bei einem Verzug von mehr als einem Monat wird die Lizenz des Betreibers sofort suspendiert.

Müssen auch Spielautomaten in Kneipen überwacht werden?

Ja, die neue Regelung verpflichtet auch landbasierte Betreiber von Slot-Maschinen, ihre Geräte an ein elektronisches staatliches Überwachungssystem anzuschließen. Eine Nichtbeachtung wird als schwere Straftat gewertet.

Was geschieht mit nicht abgeholten Gewinnen?

Gewinne, die drei Monate lang nicht vom Spieler beansprucht werden und auf Konten ohne Aktivität liegen, müssen von den Betreibern zwingend an das öffentliche Schatzamt überwiesen werden.

Wie unterscheidet sich die Lage von der in Deutschland?

In Deutschland regelt der GlüStV 2021 den Markt, wobei Spieler durch LUGAS überwacht werden und ein 1.000-Euro-Limit gilt. Während Burundi direkte Steuern auf Transaktionen erhebt, setzt Deutschland auf Einsatzsteuern und strikte Spielerschutzregeln der GGL.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

In Kategorie:Regulierung & Lizenzen
In Land:Indien
Erwähnte Unternehmen:LONA

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