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Ex-DraftKings-Angestellter in Wettbetrug mit College-Basketball verwickelt

8. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Ex-DraftKings-Angestellter in Wettbetrug mit College-Basketball verwickelt

Ein früherer Sport-Trader von DraftKings wurde in Nevada wegen eines mutmaßlichen Wettbetrugs angeklagt. Dabei sollen absichtlich schlechte Leistungen eines Fresno State Basketballspielers zu Wetteinnahmen von rund 15.950 US-Dollar geführt haben.

In Nevada sind schwere Anschuldigungen gegen einen ehemaligen Sport-Trader des bekannten Anbieters DraftKings erhoben worden. Samuel Silverman wird beschuldigt, sich an einem Wettbetrug beteiligt zu haben, bei dem ein früherer Basketballspieler der Fresno State absichtlich schlecht gespielt haben soll. Ziel war es, aus bestimmten Wetten Profit zu schlagen. Die Verhaftung erfolgte am 5. Mai in Las Vegas.

Silverman wurden zwei Straftaten zur Last gelegt: die Begehung einer betrügerischen Handlung in einer Glücksspieleinrichtung und die Verschwörung zum Betrug bei einem Glücksspiel. Beide gelten nach dem Recht Nevadas als Schwerverbrechen der Klasse C. Er plädiert auf nicht schuldig. Der Fall zeigt einmal mehr die anhaltenden Herausforderungen bei der Integrität von Sportwetten im College-Bereich, insbesondere bei sogenannten Spieler-Prop-Wetten.

Zahlen und Fakten

Die Ermittlungen des Nevada Gaming Control Board (NGCB) deckten auf, dass Samuel Silverman angeblich mit dem ehemaligen Fresno State Spieler Mykell Robinson, dessen Teamkollegen Steven Vasquez und dem früheren DraftKings Sport-Trader Matthew Martin zusammenarbeitete. Martin soll am 7. Januar 2025 drei sogenannte Same-Game-Parlay-Wetten im Wert von 2.200 US-Dollar auf Robinsons Unterleistung in den Kategorien Punkte, Rebounds, Assists und Dreipunktwürfe platziert haben. Robinson spielte nur 21 Minuten und erreichte drei Punkte, zwei Rebounds und keine Assists. Aus diesem Wettbetrug wurden etwa 15.950 US-Dollar an Gewinnen erzielt.

Silverman wird vorgeworfen, bei der Verteilung der Wettgewinne geholfen zu haben. Etwa 11.325 US-Dollar der Erlöse wurden Martin zugeordnet, 3.000 US-Dollar Silverman, 1.425 US-Dollar Robinson und 200 US-Dollar Vasquez. Die NCAA verhängte bereits im September 2025 lebenslange Sperren gegen Robinson, Vasquez und den ehemaligen Spieler Jalen Weaver wegen Verstoßes gegen NCAA-Glücksspielregeln.

Hintergrund

Die Vorwürfe sind nicht neu, aber die gerichtliche Verfolgung eines ehemaligen Mitarbeiters eines Sportwettenanbieters ist ein signifikanter Schritt. Die NCAA, der Dachverband des College-Sports in den USA, hat sich wiederholt dafür eingesetzt, Spieler-Prop-Wetten im College-Sport zu verbieten. Dies liegt daran, dass solche Wetten ein hohes Risiko für die Manipulation von Spielen bergen. Einzelne Athleten könnten leichte Handhabe haben, statistische Ergebnisse zu beeinflussen, ohne zwangsläufig das Gesamtergebnis eines Spiels zu verändern. Dies wird als eine große Gefahr für die Integrität des Sports gesehen.

Mike Dreitzer, Vorsitzender des NGCB, bestätigte, dass die Behörde weiterhin aggressiv gegen Aktivitäten vorgehen werde, die die Integrität des regulierten Sportwettgeschäfts gefährden. Die Ermittlungen des NGCB zu verdächtigen Wettaktivitäten rund um die Basketballspiele der Fresno State Men im Zeitraum 2024 und 2025 wurden im Juni abgeschlossen. Es wurde eine Verhaftung bestätigt, und weitere Verdächtige werden aktiv verfolgt.

„Wir werden Herrn Silverman vor Gericht energisch verteidigen, basierend auf Beweisen und Fakten – nicht im Gerichtshof der öffentlichen Meinung, der durch Voreingenommenheit, Spekulationen und Gerüchte verunreinigt ist.“ - Michael D. Pariente, Anwalt von Samuel Silverman

Dieses Zitat seines Anwalts zeigt, dass die Verteidigung die Anschuldigungen entschieden zurückweist und eine öffentliche Vorverurteilung ablehnt.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler, die ihre Wetten bei lizenzierten Anbietern in Deutschland platzieren, haben solche Vorfälle in den USA keine direkten Auswirkungen auf ihre Wettmöglichkeiten oder die Sicherheit ihrer Einlagen. Der deutsche Glücksspielmarkt unterliegt dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) und wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) streng reguliert. Diese Regulierung zielt darauf ab, Spielmanipulation und Betrug zu verhindern und den Spielerschutz zu gewährleisten. Sportwettenanbieter in Deutschland mit einer GGL-Lizenz müssen strenge Auflagen erfüllen.

Das schließt Maßnahmen wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über das LUGAS-System ein, das Spieler vor übermäßigen Ausgaben schützt. Auch Einsätze werden überwacht, wenn auch nicht so strikt wie bei Automatenspielen mit dem 1 Euro pro Spin Limit. Die GGL-Whitelist listet alle legalen Anbieter in Deutschland auf. Spieler sollten immer darauf achten, nur bei diesen Anbietern zu spielen, um sicherzustellen, dass sie in einem regulierten und sicheren Umfeld agieren. Der Fall in den USA unterstreicht die Notwendigkeit robuster Kontrollmechanismen, die in Deutschland zum Glück bereits implementiert sind.

Was das für GGL-Casinos heißt

Obwohl dieser Fall speziell Sportwetten betrifft, wirken sich die zugrunde liegenden Integritätsfragen indirekt auch auf die Wahrnehmung des gesamten Glücksspielmarktes aus. Für Betreiber von Online-Casinos mit GGL-Lizenz bedeutet dies, dass das Vertrauen der Spieler oberstes Gut bleibt. Jede Verfehlung in einem Teilbereich des Glücksspiels kann das Vertrauen der Öffentlichkeit in die gesamte Branche untergraben.

GGL-lizenzierte Casinos unterliegen strengen Auflagen, die unter anderem die Fairness der Spiele garantieren sollen. Regelmäßige Audits und unangekündigte Kontrollen sind hier Standard. Fall wie der von DraftKings zeigen, dass Betrugsversuche nicht nur von außen kommen können, sondern auch interne Akteure involviert sein können. Die klare Kommunikation und die strikte Einhaltung der Vorschriften seitens der GGL-Anbieter sind daher essenziell, um das Vertrauen der deutschen Spieler zu sichern und sich klar von unseriösen Anbietern, etwa auf Curacao oder Malta, abzugrenzen.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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