Glücksspiel-Steuerhammer in Sicht: Gordon Brown fordert 500 Millionen Pfund zusätzlich
KI-GENERIERTDer ehemalige britische Premierminister Gordon Brown plant eine massive Steuererhöhung auf Spielautomaten, um bis zu 500 Millionen Pfund für die Bewältigung der Energiekrise zu generieren.
Die politische Landschaft in Großbritannien steuert auf eine neue Zerreißprobe für die Glücksspielbranche zu. Der ehemalige Premierminister Gordon Brown hat sich erneut zu Wort gemeldet und fordert eine gezielte steuerliche Belastung von Spielautomaten. In einer Zeit, in der viele Haushalte mit den explodierenden Kosten für Energie und Brennstoffe kämpfen, sieht Brown im Sektor der Adult Entertainment Centres (AGCs) eine ungenutzte Geldquelle. Seine Pläne sind dabei nicht nur eine bloße Idee, sondern basieren auf einem konkreten fiskalischen Kalkül, das die Staatskasse kurzfristig entlasten soll.
Brown argumentiert, dass die geltenden Fiskalregeln flexibel genug sein müssen, um auf dringende soziale Notlagen zu reagieren. Die Idee dahinter ist simpel wie radikal: Eine Erhöhung der Machine Gaming Duty (MGD) könnte dringend benötigtes Kapital für einen Resilienz-Fonds bereitstellen. Dieser Fonds soll Menschen unterstützen, die ihre Rechnungen nicht mehr begleichen können. Dabei setzt Brown auf eine selektive Besteuerung, die das soziale Leben in lokalen Gemeinschaften, etwa in Pubs oder Bingohallen, unangetastet lässt, aber die spezialisierten Spielhallen in die Pflicht nimmt.
Zahlen und Fakten
Die von Gordon Brown genannten Summen sind beachtlich. Durch eine Anpassung der Steuer für Spielautomaten könnten bis zu 500 Millionen Pfund generiert werden. Brown ist kein Unbekannter, wenn es um Steuerforderungen für den Sektor geht. Bereits vor dem Haushalt im November des vergangenen Jahres forderte er, die Remote Gaming Duty auf 50 Prozent, die Machine Gaming Duty ebenfalls auf 50 Prozent und die General Betting Duty auf 25 Prozent anzuheben. Ein Teil dieser Forderungen wurde bereits Realität. Unter der ehemaligen Kanzlerin Rachel Reeves stieg die Steuer für Online-Glücksspiele von 21 Prozent auf 40 Prozent. Die Wettsteuer für Sportwetten wird ab April 2027 von 15 Prozent auf 25 Prozent angehoben.
„Unsere Fiskalregeln sollten niemals so unflexibel sein, dass wir Dinge, die dringend, notwendig und fair sind, nicht innerhalb dieser Regeln umsetzen können. Ich würde zum Beispiel eine Steuer auf Spielautomaten unterstützen. Bis zu 500 Millionen Pfund können eingenommen werden, ohne Bingohallen oder Pubs zu beeinträchtigen.“ - Gordon Brown, Ehemaliger Premierminister Großbritanniens
Hintergrund
Der aktuelle Premierminister Andy Burnham scheint den Kurs einer strengeren Regulierung fortzusetzen. Schon vor seinem Amtsantritt im Juli unterschrieb er einen Brief, der die Abschaffung der sogenannten „Aim to Permit“-Regel forderte. Diese Klausel im Glücksspielgesetz von 2005 hatte es Kommunen erschwert, Lizenzen für Wettbüros zu verweigern. Seit Burnham an der Macht ist, wurde diese Politik konsequent umgesetzt, um die Zahl der Glücksspielangebote in den Einkaufsstraßen zu reduzieren. Zudem gibt es Überlegungen, die Gewerbesteuer für Pubs und Musikstätten zu senken und dies durch höhere Abgaben für Vaping-Shops und Spielhallen zu finanzieren. Dies zeigt, dass Brown mit seinen Vorschlägen bei der aktuellen Regierung auf offene Ohren stoßen könnte.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler sind diese Entwicklungen in Großbritannien ein wichtiges Warnsignal für die Dynamik regulatorischer Märkte. In Deutschland wird das Online-Glücksspiel durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reguliert. Hierzulande gibt es bereits eine Spieleinsatzsteuer von 5,3 Prozent auf Online-Slots und Online-Poker, was international bereits als sehr hoch gilt. Steuererhöhungen, wie sie Brown in Großbritannien vorschlägt, führen oft dazu, dass Anbieter ihre Auszahlungsquoten (RTP) senken oder Bonusangebote drastisch kürzen.
Deutsche Spieler, die bei Anbietern auf der offiziellen GGL-Whitelist spielen, sind zwar durch das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin geschützt, müssen aber bei steigenden Steuern mit einer schlechteren Wirtschaftlichkeit des Spiels rechnen. Die Überwachung durch das LUGAS-System stellt sicher, dass die Limits eingehalten werden, doch politische Debatten über Sondersteuern zur Finanzierung von Staatskrisen könnten auch hierzulande jederzeit wieder aufflammen, wenn der Fiskus neue Einnahmequellen sucht.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Casinos mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) bedeutet der britische Trend vor allem eines: regulatorische Unsicherheit. Wenn ein großer Markt wie Großbritannien die Steuern für Online-Glücksspiel auf fast 50 Prozent treibt, könnten internationale Konzerne ihre Investitionen umschichten. Für deutsche Lizenznehmer ist es essenziell, dass die steuerliche Belastung in einem Rahmen bleibt, der den Kanalisierungseinstieg in den legalen Markt nicht gefährdet. Sollte der deutsche Gesetzgeber dem britischen Beispiel folgen und die Abgaben weiter erhöhen, besteht die Gefahr, dass Spieler in den unregulierten Schwarzmarkt abwandern, wo Spielerschutz und Steuereinnahmen gleichermaßen verloren gehen.
Häufige Fragen
Wer fordert die neue Steuer auf Spielautomaten in Großbritannien?
Der ehemalige Premierminister Gordon Brown hat vorgeschlagen, die Machine Gaming Duty zu erhöhen, um zusätzliche Staatseinnahmen zu generieren. Er nannte diesen Schritt als notwendiges Mittel, um Haushalten in der aktuellen Energiekrise zu helfen.
Wie viel Geld soll durch die Steuererhöhung eingenommen werden?
Laut den Aussagen von Gordon Brown könnten durch die gezielte Besteuerung von Adult Entertainment Centres bis zu 500 Millionen Pfund zusätzlich eingenommen werden. Diese Gelder sollen speziell für einen Krisenfonds zur Deckung von Heizkosten verwendet werden.
Welche Glücksspielbereiche sind von den aktuellen Steuererhöhungen bereits betroffen?
Unter der aktuellen britischen Regierung stieg die Remote Gaming Duty für Online-Anbieter bereits von 21 Prozent auf 40 Prozent. Zudem ist beschlossen, dass die General Betting Duty für Sportwetten ab April 2027 auf 25 Prozent angehoben wird.
Welche Auswirkungen hat die Politik von Andy Burnham auf Wettbüros?
Premierminister Andy Burnham hat die „Aim to Permit“-Regel abgeschafft, die zuvor die Lizenzierung von Wettbüros durch lokale Behörden begünstigt hatte. Ziel seiner Regierung ist es, die Anzahl der Glücksspielstätten in britischen Innenstädten aktiv zu reduzieren.
Sind Spieler in Deutschland von diesen britischen Steuerplänen betroffen?
Direkt betroffen sind deutsche Spieler nicht, da für sie der GlüStV 2021 und die deutsche GGL-Lizenz gelten. Allerdings zeigt das Beispiel, wie schnell Regierungen Steuern im Glücksspielsektor erhöhen können, was in Deutschland zu schlechteren Gewinnchancen oder geringeren Boni führen könnte.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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