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Regulierung

PAGCOR plant neue App zur Lizenzprüfung gegen illegales Glücksspiel

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
PAGCOR plant neue App zur Lizenzprüfung gegen illegales GlücksspielKI-GENERIERT

Die philippinische Behörde PAGCOR führt eine Verifizierungs-App ein, um Spieler vor den rund 50 Prozent illegalen Online-Angeboten im Land zu schützen.

Die philippinische Regulierungsbehörde PAGCOR (Philippine Amusement and Gaming Corporation) geht technologisch in die Offensive, um den ausufernden Schwarzmarkt im Online-Glücksspiel einzudämmen. Während einer Haushaltsanhörung vor dem parlamentarischen Ausschuss für Mittelbewilligung kündigte Alejandro H. Tengco, Vorsitzender und CEO der Behörde, die Einführung einer neuen mobilen Applikation an. Dieses Werkzeug soll es Spielern noch vor Ende 2026 ermöglichen, die Legalität einer Plattform mit wenigen Klicks zu überprüfen. Die Maßnahme ist Teil einer groß angelegten Regierungsstrategie, die nicht nur die Betreiber selbst, sondern auch die für illegale Transaktionen genutzten Zahlungskanäle ins Visier nimmt.

Die Dringlichkeit dieses Schrittes wird durch aktuelle Daten unterstrichen, die Tengco präsentierte. Es zeigt sich ein düsteres Bild der Marktkontrolle, da sich regulierte Anbieter und illegale Akteure derzeit fast die Waage halten. Spieler landen oft unwissentlich bei Anbietern, die keinerlei Spielerschutz bieten oder Gewinne nicht auszahlen. Die neue App soll hier als digitaler Schutzschild fungieren und den Zugang zum regulierten Markt vereinfachen, während sie gleichzeitig eine formelle Beschwerdestelle für Nutzer bereithält, die Probleme mit lizenzierten Betreibern haben.

Zahlen und Fakten

Die Dimension des Problems ist beachtlich. Alejandro H. Tengco erklärte offiziell, dass etwa 50 Prozent der in den Philippinen aufgerufenen Online-Gaming-Seiten illegal sind. Diese Entwicklung hat auch wirtschaftliche Folgen für den Staatshaushalt. Im zweiten Quartal 2026 sank der Brutto-Glücksspielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR) auf den Philippinen um 20,33 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und belief sich auf 88,13 Milliarden PHP. Um die Einnahmen zu stabilisieren, wurden bereits im Juni 2026 neue Gebührenstrukturen eingeführt.

Betreiber mit Online-Casino-Spielen müssen nun eine monatliche Mindestgebühr von 9 Millionen PHP entrichten, basierend auf einem fiktiven Umsatz von 30 Millionen PHP bei einem Steuersatz von 30 Prozent. Für reine Sportwettenanbieter liegt die monatliche Gebühr bei 3 Millionen PHP. Die Behörde hofft, durch die App und die verschärften finanziellen Rahmenbedingungen die Abwanderung in den Schwarzmarkt zu stoppen.

Hintergrund

Die geplante App ist keine isolierte Maßnahme, sondern baut auf der im Juni 2025 gestarteten Initiative „PAGCOR Guarantee“ auf. Dabei handelt es sich um eine Webseite, die bereits eine erste Verifizierung von Lizenzen ermöglichte. Die Erweiterung auf eine App soll den Prozess mobiler und benutzerfreundlicher gestalten. PAGCOR arbeitet hierbei eng mit anderen staatlichen Stellen zusammen, darunter das Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologie (DICT) sowie die nationale Telekommunikationskommission (NTC).

„Die PAGCOR-App hat zwei Hauptziele: erstens die Eindämmung des illegalen Online-Glücksspiels und zweitens den Schutz der Spieler, indem sichergestellt wird, dass sie nur auf Plattformen spielen, die von PAGCOR lizenziert und reguliert sind.“ - Alejandro H. Tengco, Vorsitzender und CEO bei PAGCOR

Tengco betonte zudem, dass die Kooperation mit dem Cybercrime Investigation and Coordination Center (CICC) entscheidend sei, um die Finanzströme der illegalen Anbieter zu kappen. Ohne den Zugriff auf gängige Zahlungsmethoden verlieren unlizenzierte Seiten schnell an Attraktivität für die breite Masse.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler hat die philippinische App keine direkte rechtliche Relevanz, da PAGCOR-Lizenzen in Deutschland nicht gültig sind. Wer von Deutschland aus spielt, unterliegt den strengen Regeln des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021). Hierzulande ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) für die Überwachung zuständig. Deutsche Spieler sollten sich ausschließlich auf die sogenannte Whitelist der GGL verlassen, die alle legalen Anbieter aufführt.

Ein philippinisches Casino, selbst wenn es dort legal über die neue App verifiziert wird, gilt in Deutschland als Schwarzmarktanbieter. Das bedeutet, dass dort weder das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro noch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten greift. Auch die Anbindung an das zentrale Sperrsystem LUGAS fehlt. Wer bei solchen MGA- oder PAGCOR-Anbietern spielt, genießt keinen deutschen Rechtsschutz und riskiert, dass Gewinne aufgrund der Illegalität des Angebots in Deutschland nicht ausgezahlt oder sogar beschlagnahmt werden.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Entwicklung auf den Philippinen zeigt, dass Transparenz der wichtigste Faktor im Kampf gegen den Schwarzmarkt ist. GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland profitieren indirekt davon, wenn weltweit Standards für Lizenz-Verifizierungen steigen. Je einfacher es für den Laien wird, eine echte Lizenz von einer gefälschten zu unterscheiden, desto schwerer haben es Betrüger. Die GGL nutzt hierzu bereits das offizielle Prüfsiegel, das auf den Webseiten der Anbieter direkt zur Whitelist verlinken muss. Deutsche Anbieter müssen weiterhin sicherstellen, dass sie die strengen IT-Richtlinien einhalten, um auf der Liste zu bleiben und das Vertrauen der Spieler zu rechtfertigen, die Wert auf Sicherheit und Legalität legen.

Häufige Fragen

Wann soll die neue PAGCOR-App veröffentlicht werden?

Die App soll laut Aussagen von Alejandro H. Tengco noch vor Ende des Jahres 2026 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein exaktes Datum steht derzeit noch nicht fest.

Warum ist eine solche App für die Philippinen notwendig?

Etwa 50 Prozent der dortigen Online-Glücksspielseiten sind illegal. Die App soll Spielern helfen, sicher zwischen lizenzierten und unregulierten Angeboten zu unterscheiden.

Welche Behörden arbeiten an dem Projekt mit?

PAGCOR kooperiert mit dem DICT, der NTC und dem Cybercrime Investigation and Coordination Center (CICC). Ziel ist es, auch die Zahlungswege illegaler Anbieter zu unterbinden.

Wie haben sich die Glücksspieleinnahmen auf den Philippinen entwickelt?

Im zweiten Quartal 2026 sank der Brutto-Glücksspielertrag (GGR) um 20,33 Prozent auf 88,13 Milliarden PHP. Dies verdeutlicht den wirtschaftlichen Druck durch illegale Konkurrenz.

Darf ich als deutscher Spieler Angebote mit PAGCOR-Lizenz nutzen?

Nein, in Deutschland sind nur Anbieter mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) legal. PAGCOR-Seiten erfüllen nicht die Anforderungen des GlüStV 2021 und gelten hier als illegal.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:PAGCOR

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