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Illegales Glücksspiel in der EU erreicht 91,6 Milliarden Euro

6. Juli 20267 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Illegales Glücksspiel in der EU erreicht 91,6 Milliarden Euro

Illegales Online-Glücksspiel in der Europäischen Union wird bis 2025 voraussichtlich 91,6 Milliarden Euro erreichen. Das verdeutlicht das massive Ausmaß unregulierter Märkte und den damit verbundenen Steuerausfall von geschätzten 22,9 Milliarden Euro.

Die Europäische Union kämpft mit einem massiven Problem: Illegales Online-Glücksspiel floriert. Laut Einschätzung der European Casino Association (ECA) wird dieses Segment bis zum Jahr 2025 einen Umfang von 91,6 Milliarden Euro erreichen. Diese alarmierende Zahl wurde bei einem Runden Tisch im Europäischen Parlament vorgestellt und offenbart die erheblichen Herausforderungen für Regulierungsbehörden und lizenzierte Anbieter. Der Schwarzmarkt wächst rasant und zieht erhebliche finanzielle Schäden nach sich. Schätzungen gehen von Steuerverlusten in Höhe von 22,9 Milliarden Euro für die EU-Mitgliedstaaten aus. Dies untergräbt die Bemühungen um einen geschützten und kontrollierten Glücksspielmarkt.

Zahlen und Fakten

Die European Casino Association präsentierte diese Entwicklung im Rahmen einer jährlichen Studie, die von Gambling Compliance International durchgeführt wurde. Demnach verzeichnete der illegale Markt ein jährliches Wachstum von etwa 14 Prozent. Die ECA schätzt, dass bereits mehr als 6.200 nicht lizenzierte Betreiber aktiv europäische Verbraucher ansprechen. Diese Zahlen sind erschreckend und zeigen, wie weit der Schattenmarkt bereits verbreitet ist. Für die EU-27 Mitgliedstaaten bedeutet dies einen kollektiven Verlust von rund 22,9 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Parallel dazu stieg der illegale Online-Glücksspielmarkt im vergangenen Jahr auf 91,6 Milliarden Euro.

Hintergrund

Der Runde Tisch im Europäischen Parlament, ausgerichtet vom Abgeordneten Lukas Mandl, brachte Regulierungsbehörden, europäische Institutionen und Branchenvertreter zusammen. Die Diskussionen konzentrierten sich auf die Durchsetzung von Gesetzen und eine engere Zusammenarbeit zwischen den EU-Institutionen und nationalen Behörden. Ein zentrales Thema war die grenzüberschreitende Natur des illegalen Glücksspiels. Die Europäische Kommission prüft derzeit Vorschläge zur Reform des Europol-Mandats. Solche Änderungen sollen dessen Rolle bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität stärken. Erwin van Lambaart, Vorsitzender der European Casino Association und CEO von Casinos Austria und Austrian Lotteries, warnte vor den Risiken. Er betonte, dass die Sichtbarkeit illegaler Inhalte im Internet eine wachsende Herausforderung darstellt.

„Die Daten für 2025 lassen keinen Zweifel: Illegales Online-Glücksspiel wächst grenzüberschreitend schnell, gefährdet die Spieler – insbesondere junge Erwachsene –, entzieht den Steuerbehörden Einnahmen und untergräbt das Vertrauen in den regulierten Markt. Illegale Betreiber können EU-Konsumenten ohne Schutzmaßnahmen oder Aufsicht erreichen.“ - Erwin van Lambaart, Vorsitzender der European Casino Association und CEO von Casinos Austria und Austrian Lotteries

Van Lambaart forderte zudem eine stärkere Koordination zwischen den Strafverfolgungsbehörden, Finanzermittlungseinheiten und Industriespezialisten. Er verwies auf die Bedeutung von Anti-Geldwäsche-Kontrollen zur Verhinderung krimineller Finanzströme im Glücksspielsektor. Aktuelle Berichte zeigen, dass auch regulierte Märkte Schwierigkeiten haben. Playtech beispielsweise verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 einen Rückgang der B2C-Umsätze um 17 Prozent. Dies wurde auf verstärkte Regulierungen, teilweise auf finanzielle Anfälligkeitsprüfungen im Vereinigten Königreich, zurückgeführt. Neue Vorschriften führten demnach zu einer geringeren Spieleraktivität.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler sind diese Entwicklungen von großer Bedeutung. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat einen legalen Rahmen für Online-Glücksspiel geschaffen. Dieser soll Spieler schützen und den Schwarzmarkt eindämmen. Leider zeigt die hohe Zahl illegaler Angebote in der EU, dass dieser Kampf noch lange nicht gewonnen ist. Spieler sollten daher ausschließlich auf Casino-Anbieter setzen, die auf der sogenannten GGL-Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Casinos unterliegen strengen Auflagen, wie dem 1 Euro pro Spin-Einsatzlimit bei Spielautomaten und einem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro. Zudem sind sie an LUGAS, das länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem, angebunden. Dies sorgt für zentrale Überwachung und Spielerschutz. Wer bei unlizenzierten Anbietern ohne deutsche Lizenz spielt, begibt sich in unsicheres Terrain. Dort fehlt der Spielerschutz, der in Deutschland Standard ist.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland bedeuten die EU-weiten Zahlen einen fortgesetzten Wettbewerb mit dem Schwarzmarkt. Die strengen Auflagen des GlüStV 2021, wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und die Möglichkeit, sich über LUGAS selbst zu sperren, sollen Spielsucht vorbeugen. Gleichzeitig könnten diese Maßnahmen Spieler abschrecken, die höhere Limits suchen und stattdessen auf illegale Angebote ausweichen. Die Aufgabe der GGL und der lizenzierten Betreiber ist es, die Vorteile des regulierten Marktes zu kommunizieren. Dazu gehören Transparenz, Sicherheit und ein klarer Spielerschutz. Die Entwicklung in der EU zeigt, dass eine stärkere Kooperation notwendig ist, um den Schwarzmarkt effektiv zu bekämpfen. Nur so können die Einnahmen im regulierten Sektor gehalten und die Spieler optimal geschützt werden.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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