IRS warnt vor illegalem Glücksspiel und Krypto-Wettplattformen
KI-GENERIERTDie US-Steuerbehörde IRS fordert Bürger auf, nur staatlich lizenzierte Wettanbieter zu nutzen, während die Einstufung von Prognosemärkten für rechtliches Chaos sorgt.
Die US-Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) hat eine deutliche Warnung an alle Sportwetter herausgegeben. Pünktlich zum Beginn der Football-Saison, der umsatzstärksten Zeit für Buchmacher in den USA, mahnt die Behörde zur Vorsicht. Spieler sollen ausschließlich staatlich lizenzierte Plattformen nutzen. Hintergrund dieser Aufforderung ist die Sorge vor kriminellen Aktivitäten, die oft Hand in Hand mit nicht reguliertem Glücksspiel gehen. Die Ermittler sehen eine direkte Verbindung zwischen illegalen Wetten und schwerwiegenden Delikten wie Geldwäsche oder Steuerhinterziehung. Besonders anonyme Krypto-Plattformen stehen unter Beobachtung, da sie oft gängige Sicherheitsstandards umgehen.
Jarod Koopman, Leiter der Kriminalitätsbekämpfung beim IRS, macht deutlich, dass es nicht nur um das bloße Platzieren einer Wette geht. Die Verfolgung der Geldströme sei ein zentrales Instrument, um größere kriminelle Netzwerke zu zerschlagen. Die Behörde warnt eindringlich davor, dass Unwissenheit über steuerliche Pflichten nicht vor Strafe schützt. Wer Gewinne aus Glücksspiel erzielt, muss diese in seiner Steuererklärung angeben. Dabei spielt es für die Steuerpflicht keine Rolle, ob der Anbieter eine offizielle Lizenz besitzt oder im Graumarkt operiert. Die rechtliche Situation in den USA ist dabei momentan von einem Kompetenzgerangel zwischen verschiedenen Behörden geprägt.
„Bei illegalem Glücksspiel geht es nicht nur um das Platzieren rechtswidriger Wetten. Unsere Ermittlungen decken regelmäßig Geldwäsche und Steuerstraftaten auf, die mit illegalen Glücksspieloperationen verbunden sind. Den Spuren des Geldes zu folgen, ermöglicht es uns, größere kriminelle Netzwerke zu zerschlagen." - Jarod Koopman, Chief of IRS Criminal Investigation
Zahlen und Fakten
Ein zentraler Streitpunkt sind sogenannte Prognosemärkte. Während die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) diese als innovative Finanzprodukte einstuft, sehen viele Generalstaatsanwälte darin schlicht illegales Glücksspiel. Letitia James, die Generalstaatsanwältin von New York, vertritt hier eine harte Linie. Für sie sind diese Plattformen Glücksspielanbieter, egal wie sie sich selbst nennen. Diese Einstufung hat massive Auswirkungen auf die Besteuerung. Steuerberater sind sich uneins, ob Gewinne als Spielgewinne, Kapitalanlagen oder Einkünfte aus Derivaten zu deklarieren sind. Ein ehemaliger IRS-Spezialagent, Ryan Schutz, wies darauf hin, dass die widersprüchlichen Leitlinien der Behörden die Nutzer massiv verunsichern.
Besonders brisant ist eine Regelung aus der Regierungszeit von Donald Trump. Demnach können Glücksspieler Verluste nur noch bis zu 90 Prozent gegen ihre Gewinne auf Bundesebene steuerlich geltend machen. Ein Spieler, der 100.000 Dollar gewinnt, aber im gleichen Zeitraum 100.000 Dollar verliert, müsste somit immer noch Steuern auf 10.000 Dollar zahlen. Auch Daily Fantasy Sports (DFS) stehen unter Druck. Ein Memo des IRS kam zu dem Schluss, dass Startgebühren für DFS als Glücksspiel gelten könnten. Für Branchengrößen wie DraftKings oder FanDül könnte dies Millionen an Steuernachzahlungen bedeuten. Im Jahr 2018 wurden in diesem Sektor bereits 3,2 Milliarden Dollar an Gebühren eingesammelt, was das enorme finanzielle Ausmaß verdeutlicht.
Hintergrund
Die Abgrenzung zwischen Investition und Wette verschwimmt zusehends. Prognosemärkte ähneln in ihrer Struktur immer mehr klassischen Sportwettenanbietern. Dennoch fehlen bisher klare, offizielle Regeln des IRS zur steuerlichen Meldung dieser Einnahmen. Viele dieser Märkte basieren auf Kryptowährungen und werben mit Anonymität. Genau hier setzen die Warnungen der Finanzbehörden an. Plattformen, die Know-Your-Customer-Protokolle (KYC) vermeiden, ziehen laut IRS gezielt Nutzer an, die ihre finanziellen Berichtspflichten umgehen wollen. Dies stellt ein erhebliches Risiko für den Verbraucherschutz und die Integrität des Finanzsystems dar.
Was heißt das für deutsche Spieler?
In Deutschland ist die Situation durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) klarer geregelt als in den USA, aber die Warnung vor unlizenzierten Anbietern ist ebenso aktuell. Wer bei Anbietern ohne deutsche Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) spielt, begibt sich in ein rechtliches Vakuum. In Deutschland müssen legale Anbieter strenge Auflagen erfüllen, darunter das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automaten. Gewinne aus legalem Glücksspiel sind in Deutschland für Hobbyspieler zwar in der Regel steuerfrei, doch wer auf illegalen Krypto-Casinos spielt, riskiert nicht nur den Verlust seines Kapitals ohne rechtliche Handhabe, sondern auch Probleme mit der Geldwäscheprävention der Banken. Die GGL-Whitelist ist das einzige verlässliche Verzeichnis für sicheres Spiel.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz profitieren indirekt von solchen internationalen Warnungen, da sie die Notwendigkeit einer starken Regulierung unterstreichen. Die strengen KYC-Prozesse und die Anbindung an die Sperrdatei OASIS sind in Deutschland Pflicht. Während in den USA noch darüber gestritten wird, ob bestimmte Produkte Glücksspiel sind, sorgt der GlüStV 2021 für Rechtssicherheit. Anbieter, die sich nicht an die deutschen Regeln halten, werden von der GGL konsequent verfolgt, beispielsweise durch Payment Blocking oder IP-Sperren. Für lizenzierte Betreiber bedeutet dies zwar einen höheren administrativen Aufwand, aber auch einen Wettbewerbsvorteil durch Vertrauenswürdigkeit gegenüber dem unregulierten Schwarzmarkt oder dubiosen Krypto-Plattformen aus Übersee wie Curacao oder Malta.
Häufige Fragen
Sind Gewinne aus Prognosemärkten in den USA steuerpflichtig?
Ja, der IRS stellt klar, dass alle Gewinne unabhängig von der Plattform gemeldet werden müssen. Es herrscht jedoch Unklarheit darüber, ob diese als Glücksspielgewinne oder Kapitalerträge versteuert werden.
Warum warnt der IRS vor Krypto-Wettplattformen?
Viele dieser Anbieter nutzen keine Identitätsprüfungen (KYC) und entziehen sich finanziellen Berichtspflichten. Dies begünstigt laut Behörden Geldwäsche und andere kriminelle Aktivitäten.
Können Glücksspielverluste in den USA voll von der Steuer abgesetzt werden?
Nein, nach einer steuerlichen Änderung unter Donald Trump können nur noch maximal 90 Prozent der Verluste gegen die Gewinne gegengerechnet werden. Dies führt dazu, dass Steuern anfallen können, selbst wenn man insgesamt keinen Gewinn gemacht hat.
Welche Rolle spielt die CFTC bei Sportwetten in den USA?
Die CFTC betrachtet Sport-Trading auf Prognosemärkten als innovatives Finanzprodukt und nicht als Glücksspiel. Damit steht sie im Widerspruch zu vielen Generalstaatsanwälten der US-Bundesstaaten.
Was sollten Spieler in Deutschland bei der Wahl ihres Anbieters beachten?
Spieler sollten ausschließlich Anbieter nutzen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen. Nur diese garantieren den Schutz durch den GlüStV 2021, inklusive Einsatzlimits und Anbindung an das Sperrsystem OASIS.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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