Rank Group schließt neun Mecca Bingo Clubs aufgrund britischer Steuererhöhungen
KI-GENERIERTDie Rank Group konsolidiert ihr Geschäft und schließt bis Juni 2026 insgesamt neun Mecca Bingo Standorte, um das Ziel von 100 Millionen Pfund Betriebsgewinn zu erreichen.
Die Rank Group zieht Konsequenzen aus einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und hat die Schließung von neun Mecca Bingo Clubs im Geschäftsjahr 2025 und 2026 vollzogen. Acht dieser Standorte wurden in einer Welle im Juni 2026 dichtgemacht, während die Filiale in Scarborough bereits im November 2025 ihre Pforten schloss. Dieser strategische Ruck geht einher mit dem Amtsantritt von Richard Harris, der zunächst interimistisch im Januar übernahm und seit Juli 2026 als dauerhafter CEO fungiert. Harris sieht sich gezwungen, das stationäre Geschäft massiv zu straffen, um die langfristigen Gewinnziele des Glücksspielkonzerns nicht zu gefährden.
Die Entscheidung fiel nicht leicht, war aber aus Sicht der Konzernleitung alternativlos. Viele der betroffenen Clubs waren entweder defizitär oder boten keine Aussicht auf eine positive Cash-Generierung innerhalb der nächsten fünf Jahre. Oftmals belasteten hohe Mietverbindlichkeiten oder anstehende Vertragsverlängerungen die Bilanz der einzelnen Standorte. Durch die Konsolidierung verbleiben nun 41 Mecca Clubs im gesamten Land, eine Zahl, die Harris als angemessen für das aktuelle steuerliche Klima in Großbritannien erachtet. Der Konzern strebt weiterhin einen Betriebsgewinn von 100 Millionen Pfund an, wobei das verbleibende Filialnetz eine zentrale Rolle spielen soll.
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftliche Bedeutung der geschlossenen Standorte ist trotz ihrer mangelnden Profitabilität nicht unerheblich. Die neun Clubs erwirtschafteten im Zeitraum 2025 und 2026 einen Umsatz von 12,6 Millionen Pfund, was etwa 1,5 Prozent des gesamten Nettoumsatzes der Rank Group und fast 9 Prozent des Umsatzes im Segment Mecca Bingo entspricht. Dennoch konnte die Sparte insgesamt glänzen: Der zugrunde liegende Betriebsgewinn stieg von 4,3 Millionen Pfund im Vorjahr auf 8,9 Millionen Pfund im Geschäftsjahr 2025 und 2026. Dies entspricht einer Steigerung von 107 Prozent.
Ein wesentlicher Faktor für die Zukunft sind die Spielautomaten, die mittlerweile 42 Prozent des Nettoumsatzes bei Mecca ausmachen. Hier droht jedoch weiteres Ungemach, da eine Verdopplung der derzeitigen Abgabe auf Spielautomaten von 20 Prozent im Gespräch ist. Richard Harris warnte davor, dass jede Erhöhung dieses Steuersatzes die Lebensfähigkeit der Standorte sowohl bei Mecca als auch bei den Grosvenor Casinos weiter beeinträchtigen würde. Dies würde laut seinen Prognosen innerhalb von zwölf Monaten zu einem Rückgang der gesamten Steuereinnahmen führen.
Hintergrund
Der Hintergrund dieser drastischen Maßnahmen liegt vor allem in der britischen Steuergesetzgebung begründet. Seit April 2026 beträgt die Remote Gaming Duty, also die Abgabe auf Online-Glücksspiel, stolze 40 Prozent. Dies erhöht den Druck auf das terrestrische Segment, profitabler zu arbeiten. Harris betonte, dass der Konzern bereit ist, in die verbleibenden, qualitativ hochwertigeren Standorte zu investieren, um das Kundenerlebnis zu verbessern. Er zeigte sich zudem erfreut darüber, dass es an Standorten, wo dies geografisch möglich war, einen positiven Transfer von Kunden zu benachbarten Mecca-Clubs gegeben hat.
„Diese Clubs waren entweder verlustbringend oder wirtschaftlich nicht rentabel, daher haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, sie zu schließen.“ - Richard Harris, CEO der Rank Group
Die Rank Group blickt trotz der Schließungen optimistisch in die Zukunft, auch wenn die Ziele für das digitale Segment etwas nach unten korrigiert werden mussten. Das Flaggschiff Grosvenor Casinos soll die Lücke füllen, unter anderem durch die Einführung von 850 neuen Spielautomaten in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2025 und 2026. Harris merkte an, dass es in der Regel zwei bis drei Jahre dauert, bis neue Automaten ihre volle Rentabilität erreichen, weshalb die positiven Effekte dieser Investition erst zeitversetzt in den Bilanzen sichtbar werden dürften.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler, die online in Casinos mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) aktiv sind, scheint diese Entwicklung auf den ersten Blick weit weg. Doch sie verdeutlicht, wie stark steuerliche Rahmenbedingungen das Angebot beeinflussen. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt streng. Mit dem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und dem Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots sind die Hürden hoch.
Das Beispiel der Rank Group zeigt, dass Unternehmen bei zu hoher steuerlicher Belastung gezwungen sind, ihr Angebot zu verknappen oder unrentable Bereiche abzustoßen. Deutsche Spieler profitieren bei GGL-lizenzierten Anbietern von maximalem Spielerschutz durch das LUGAS-System, müssen aber gleichzeitig mit einer Marktkonzentration rechnen, wenn der Betrieb für kleinere Anbieter wirtschaftlich nicht mehr darstellbar ist. Die Stabilität des deutschen Marktes hängt maßgeblich davon ab, ob die Regulierung fair bleibt, damit legale Anbieter konkurrenzfähig gegenüber dem Schwarzmarkt bleiben.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit einer deutschen Konzession beobachten solche internationalen Marktbewegungen genau. Die Rank Group konzentriert sich nun verstärkt auf Qualität statt Quantität, ein Trend, der auch in Deutschland erkennbar ist. GGL-Casinos müssen hohe Auflagen erfüllen und gleichzeitig gegen Anbieter aus Curacao oder Malta bestehen, die oft keine Steuern in Deutschland zahlen. Wenn große Konzerne wie Rank Standorte schließen, zeigt dies, dass selbst etablierte Marken radikal umbauen müssen, wenn die fiskalischen Bedingungen zu starr werden. Für den deutschen Markt bedeutet dies, dass die GGL-Whitelist ein wichtiges Qualitätssiegel bleibt, aber die wirtschaftliche Balance für die Betreiber gewahrt bleiben muss, um Vielfalt zu garantieren.
Häufige Fragen
Warum hat die Rank Group neun Mecca Bingo Clubs geschlossen?
Die Standorte wurden geschlossen, weil sie entweder Verluste erwirtschafteten oder aufgrund hoher Mietkosten und eines schwierigen steuerlichen Umfelds in Großbritannien langfristig nicht mehr rentabel waren. CEO Richard Harris sah keine Möglichkeit, diese Clubs innerhalb der nächsten fünf Jahre wieder in die Gewinnzone zu führen.
Wie haben sich die Finanzen von Mecca Bingo trotz der Schließungen entwickelt?
Erstaunlicherweise hat sich der Betriebsgewinn des Mecca-Segments von 4,3 Millionen Pfund auf 8,9 Millionen Pfund mehr als verdoppelt. Der Umsatz der geschlossenen Filialen machte dabei nur etwa 1,5 Prozent des gesamten Konzernumsatzes aus, was die Effizienzsteigerung durch die Verkleinerung unterstreicht.
Welche Rolle spielen Spielautomaten für Mecca Bingo?
Spielautomaten sind ein zentraler Umsatzträger und machen mittlerweile 42 Prozent des Nettoumsatzes der Mecca-Clubs aus. Daher warnt der Konzern eindringlich vor einer möglichen Verdopplung der Maschinensteuer, da dies die Existenz weiterer Standorte gefährden könnte.
Welche Auswirkungen haben diese internationalen Nachrichten auf Spieler in Deutschland?
Die Entwicklungen zeigen, dass hohe Steuern und strenge Auflagen zu einer Marktkonzentration führen können. Deutsche Spieler sollten daher ausschließlich bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen, die trotz regulatorischer Kosten durch den GlüStV 2021 ein sicheres und legales Umfeld bieten.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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