Geisterstadt Forest City in Malaysia wird zum Hotspot für Krypto-Betrüger
KI-GENERIERTIn der 100 Milliarden Dollar teuren Forest City in Johor haben Scam-Syndikate illegale Callcenter errichtet. Polizisten nahmen im Juli 335 Verdächtige fest.
In der malaysischen Provinz Johor steht ein monumentales Zeugnis gescheiterter Immobilien-Träume. Forest City, einst als futuristische Metropole für 700.000 Menschen geplant, ist heute eine der bekanntesten Geisterstädte der Welt. Doch wo die breite Masse der Bevölkerung fehlt, haben sich nun kriminelle Netzwerke eingenistet. Diese Syndikate nutzen die Isolation und den Leerstand der 100 Milliarden Dollar teuren Anlage, um illegale Callcenter für Krypto-Investitionsbetrug und sogenannte Romance-Scams zu betreiben. Die Abgeschiedenheit bietet den Tätern einen Schutzraum, den normale städtische Gebiete nicht gewährleisten könnten.
Die Professionalität dieser Banden erreicht dabei ein neues Niveau. Es handelt sich nicht mehr um kleine Gangs, die aus Hinterhöfen agieren. Die Strukturen ähneln modernen multinationalen Konzernen mit spezialisierten Abteilungen für IT, Personalrekrutierung und Geldwäsche. Dass eine derart riesige Infrastruktur fast unbemerkt für illegale Zwecke zweckentfremdet werden konnte, alarmiert Sicherheitsbehörden weltweit. Es zeigt, wie verwundbar solche Prestigeprojekte sind, wenn sie wirtschaftlich scheitern und die soziale Kontrolle wegbricht.
Zahlen und Fakten
Die Dimensionen des Polizeieinsatzes im Juli verdeutlichen das Ausmaß der Kriminalität. Insgesamt wurden 335 Personen festgenommen, wobei der Großteil der Verdächtigen aus dem Ausland stammt. Unter den Inhaftierten befinden sich 309 Staatsbürger aus China, 19 aus Indonesien, drei aus Malaysia und vier aus Myanmar. Die Ermittler stellten fest, dass die Betrüger von insgesamt 27 Apartments und fünf Bungalows aus operierten. Bei der Razzia wurden Vermögenswerte und Ausrüstung im Wert von rund 245.000 Dollar beschlagnahmt, darunter Laptops, Computer und Mobiltelefone, die als primäre Werkzeuge für die digitalen Betrügereien dienten.
Ein Bewohner von Forest City namens Kevin beschrieb die Situation gegenüber Reportern als ein offenes Geheimnis. Da die Stadt derzeit schätzungsweise nur von 5.000 Menschen bewohnt wird, was weniger als einem Prozent der geplanten Kapazität entspricht, genießen die Syndikate eine fast uneingeschränkte Privatsphäre. Die Betrüger können kommen und gehen, ohne dass es in der Weitläufigkeit der Anlage auffällt. John Wojcik, ein Analyst des auf Krypto-Kriminalität spezialisierten Unternehmens TRM Labs, ordnet die Entwicklung folgendermaßen ein:
„Die Realität ist, dass viele dieser Organisationen mittlerweile eher multinationalen Konzernen ähneln als einem traditionellen organisierten Verbrechensnetzwerk oder einer Gang. Sie verfügen über eigene Rekrutierungsteams, IT-Abteilungen, Spezialisten für Geldwäsche und eine entsprechende Infrastruktur.“ - John Wojcik, Analyst bei TRM Labs
Hintergrund
Der Bau von Forest City begann im Jahr 2016 unter der Leitung des chinesischen Immobilienriesen Country Garden. Das Ziel war eine grüne, smarte Stadt direkt vor den Toren Singapurs. Doch eine Kombination aus dem Einbruch des chinesischen Immobilienmarktes und den massiven Einschränkungen durch die COVID-19 Pandemie brachte das Projekt fast vollständig zum Erliegen. Heute, ein Jahrzehnt nach der Ankündigung, steht die Stadt als Mahnmal für überdimensionierte Planung.
Die Situation in Malaysia weckt Erinnerungen an Laukkaing, eine berüchtigte Stadt an der Grenze zwischen Myanmar und China. Dort kontrollierten vier mächtige Familien ein Glücksspiel-Imperium, das als Deckmantel für Geldwäsche und massive Scam-Center diente. Während Laukkaing durch die chinesischen Behörden im Jahr 2023 zerschlagen wurde, steht die Untersuchung in Forest City noch am Anfang. Die malaysischen Behörden suchen derzeit intensiv nach dem Drahtzieher, der hinter den Callcentern in den 27 Apartments und fünf Bungalows steckt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler sind Nachrichten über solche Scam-Zentren eine dringende Warnung vor unregulierten Plattformen. Oft sind die in solchen Geisterstädten betriebenen Callcenter mit illegalen Online-Casinos oder Krypto-Plattformen verknüpft, die gezielt Nutzer in Europa kontaktieren. Wer auf Angebote stößt, die über Messenger-Dienste oder soziale Medien mit unrealistischen Gewinnversprechen werben, landet oft direkt in den Fängen dieser Syndikate. In Deutschland bietet der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) einen klaren Schutzschild. Nur Anbieter auf der sogenannten Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) sind legal und sicher.
Diese Anbieter unterliegen strengen Kontrollen, wie dem Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und dem Einsatzlimit von einem Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Zudem überwacht das LUGAS-System die Einhaltung dieser Grenzen. Wer bei einem in Deutschland lizenzierten Casino spielt, hat die Sicherheit, dass seine Daten nicht an kriminelle Netzwerke in Malaysia oder Myanmar verkauft werden. Illegale Anbieter aus Übersee hingegen entziehen sich jeglicher Kontrolle und dienen oft nur dazu, Gelder für die oben beschriebenen Syndikate zu waschen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die GGL-lizenzierten Betreiber in Deutschland müssen durch den Fall Forest City ihre Sorgfaltspflichten bei der Identitätsprüfung und dem Schutz vor Geldwäsche noch ernster nehmen. Die Professionalität, mit der kriminelle Netzwerke heute IT-Strukturen und Geldwäsche-Spezialisten einsetzen, zeigt, dass die technologische Aufrüstung aufseiten der legalen Anbieter unerlässlich ist. Lizensierte deutsche Casinos bieten ein faires Spielumfeld, das durch staatliche Aufsicht geschützt ist, während der Schwarzmarkt direkt kriminelle Strukturen in Asien finanziert. Die strengen deutschen Regeln sind somit nicht nur Spielerschutz, sondern auch aktive Kriminalitätsprävention gegen globale Betrugsnetzwerke.
Häufige Fragen
Warum ist Forest City ein Ziel für Betrüger geworden?
Die Stadt ist eine weitgehende Geisterstadt mit weniger als 5.000 Bewohnern bei einer geplanten Kapazität von 700.000 Menschen. Der enorme Leerstand und die Abgeschiedenheit bieten kriminellen Syndikaten den idealen Raum, um Callcenter ohne Entdeckung durch die Nachbarschaft zu betreiben.
Wie viele Personen wurden bei der Razzia in Malaysia festgenommen?
Die malaysische Polizei nahm insgesamt 335 Personen fest, darunter 309 chinesische Staatsbürger. Zudem wurden 19 Indonesier, drei Malaysier und vier Personen aus Myanmar in den insgesamt 27 Apartments und fünf Bungalows inhaftiert.
Welche Arten von Betrug wurden in Forest City durchgeführt?
Die Ermittlungen ergaben, dass die Syndikate vor allem Krypto-Investitionsbetrug und sogenannte Romance-Scams betrieben haben. Dabei wurden gezielt Opfer im Ausland kontaktiert, um sie um ihr Geld oder ihre Kryptowährungen zu bringen.
Wie schützen sich deutsche Spieler vor solchen internationalen Betrugsmaschen?
Spieler in Deutschland sollten ausschließlich bei Anbietern spielen, die auf der Whitelist der GGL stehen und somit eine deutsche Lizenz besitzen. Diese Anbieter garantieren die Einhaltung des GlüStV 2021, bieten Schutz durch Limits wie das 1.000 Euro Einzahlungslimit und verhindern den Kontakt zu kriminellen Netzwerken.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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