Glücksspiel-Skandal um Nigel Farage: Labour fordert Untersuchung von Tether.bet
KI-GENERIERTPolitische Spenden und illegales Glücksspiel? Die britische Labour-Partei setzt die Gambling Commission auf Firmen an, die Verbindungen zum Umfeld von Nigel Farage und Reform UK haben sollen.
In der britischen Politik braut sich ein Sturm zusammen, der die Grenzen zwischen Parteienfinanzierung und der Regulierung von Online-Glücksspielen verschwimmen lässt. Die Vorsitzende der Labour-Partei, Bridget Phillipson, hat sich mit einem dringlichen Schreiben an die Gambling Commission gewandt. Ziel der Untersuchung sind Unternehmen, die mutmaßlich ohne gültige Lizenz Glückspieldienste auf dem britischen Markt angeboten haben. Im Zentrum der Vorwürfe stehen Firmen, die mit Spendern der Partei Reform UK und Verbündeten von Nigel Farage verknüpft sind.
Besonderes Augenmerk liegt auf Tether.bet, einem in Montenegro ansässigen Krypto-Wettanbieter. Laut aktuellen Berichten soll das Unternehmen britische Kunden bedient haben, obwohl keine entsprechende Genehmigung der Aufsichtsbehörde vorlag. Am 12. August reagierte die Webseite bereits mit einer Schließungsmitteilung. Parallel dazu steht Fispay Ltd. im Fokus, ein britisches Unternehmen im Besitz von Mowbray Jackson, dem Datenschutzbeauftragten von Reform UK. Es stellt sich die Frage, ob diese Firmen Infrastrukturen für illegales Glücksspiel bereitgestellt oder beworben haben.
Zahlen und Fakten
Die finanziellen Dimensionen hinter diesem Geflecht sind beachtlich. Der Krypto-Milliardär Christopher Harborne spendete rund 5 Millionen Pfund an Nigel Farage, eine Summe, die bereits unter der Lupe des parlamentarischen Beauftragten für Standards steht. George Cottrell, ein langjähriger Weggefährte von Farage und verurteilter Betrüger, wird ebenfalls mit Tether.bet in Verbindung gebracht. Während Cottrell über seine Anwälte mitteilen ließ, er sei lediglich ein Kunde und habe niemals Anteile besessen, wiegt der Vorwurf schwer, dass hier politische Netzwerke zur Umgehung von Glücksspielgesetzen genutzt wurden.
Bridget Phillipson spart nicht mit deutlichen Worten in Richtung des Reform-Chefs. Sie fordert volle Transparenz über die Geldflüsse und die operativen Tätigkeiten der involvierten Firmen. Der Gambling Act 2005 ist in dieser Hinsicht eindeutig: Das Bereitstellen von Glücksspiel ohne Lizenz ist eine Straftat. Sollten die Ermittlungen ergeben, dass Farage oder sein Umfeld direkt in illegale Aktivitäten verwickelt waren, drohen nicht nur regulatorische Strafen, sondern auch massive politische Konsequenzen.
„Dies sind die neuesten Anschuldigungen in einem Berg unbeantworteter Fragen zu den Spendern und Finanzen von Reform. Nigel Farage kann ihnen nicht ewig ausweichen. Er muss aufhören, Ausreden zu finden, und gegenüber der Öffentlichkeit reinen Tisch machen." - Bridget Phillipson, Vorsitzende der Labour-Partei
Hintergrund
Der Konflikt entzündet sich an der Frage, inwieweit IFX, ein Unternehmen von Harborne, Zahlungen für Firmen abgewickelt hat, die wiederum Einzahlungen und Gewinnauszahlungen für Glücksspielplattformen verarbeiteten. Jackson bestreitet die Vorwürfe und behauptet, Fispay habe ausschließlich Dienstleistungen für Privatjet-Reisen vermittelt. Die Gambling Commission muss nun klären, ob diese Erklärungen der Realität entsprechen oder ob hier ein System zur Verschleierung illegaler Glücksspielangebote vorliegt. Da Farage erst kürzlich seinen Sitz im Parlament durch die Nachwahl in Clacton gefestigt hat, könnte eine Sperre von mehr als 10 Tagen durch das Standardkomitee sogar eine erneute Nachwahl erzwingen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler verdeutlicht dieser Fall, warum eine strikte Regulierung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) essenziell ist. In Deutschland bietet der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) einen klaren Rahmen, der Firmen wie Tether.bet ohne GGL-Lizenz konsequent vom Markt ausschließt. Wer bei Anbietern spielt, die nicht auf der offiziellen Whitelist stehen, setzt sich erheblichen Risiken aus. In Deutschland gelten strenge Schutzmaßnahmen: Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten sind gesetzlich verankert. Das System LUGAS sorgt dafür, dass diese Limits überwacht werden. Fälle aus dem Ausland zeigen, dass nicht lizenzierte Anbieter oft in zwielichtige Finanznetzwerke verstrickt sind, was die Sicherheit der Spielergelder gefährdet. Deutsche Kunden sollten daher ausschließlich bei lizenzierten Betreibern spielen, um rechtlich abgesichert zu sein.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit einer deutschen GGL-Lizenz ist dieser Skandal eine Bestätigung ihrer seriösen Arbeitsweise. Während internationale Krypto-Casinos wie Tether.bet oft regulatorische Grauzonen nutzen, unterliegen GGL-lizenzierte Anbieter strengsten Kontrollen hinsichtlich ihrer Geldwäscheprävention und Eigentumsverhältnisse. Ein solcher politischer Skandal wäre in Deutschland aufgrund der Transparenzpflichten kaum denkbar. Deutsche Anbieter müssen nachweisen, woher ihre Mittel stammen und wer die wirtschaftlich Berechtigten sind. Dies schafft Vertrauen bei den Spielern und schützt den Markt vor illegalen Konkurrenten, die durch mangelnde Spielerschutzmaßnahmen unfaire Wettbewerbsvorteile erlangen könnten.
Häufige Fragen
Wer ist das Hauptziel der Untersuchung durch die Gambling Commission?
Die Untersuchung konzentriert sich auf das montenegrinische Unternehmen Tether.bet und die britische Firma Fispay Ltd. Es soll geprüft werden, ob diese ohne Lizenz Glücksspieldienste in Großbritannien angeboten oder unterstützt haben.
Welche Rolle spielt Nigel Farage in diesem Skandal?
Nigel Farage steht unter Druck, da enge Vertraute wie George Cottrell und Großspender wie Christopher Harborne mit den fraglichen Glücksspielfirmen in Verbindung gebracht werden. Das Parlament prüft zudem, ob Farage Geschenke und Spenden korrekt deklariert hat.
Was droht Nigel Farage bei einem Fehlverhalten?
Sollte ein Parlamentskomitee eine Suspendierung von mehr als 10 Tagen empfehlen, könnte dies eine erneute Nachwahl in seinem Wahlbezirk auslösen. Zudem steht seine politische Glaubwürdigkeit in Bezug auf die Finanzierung seiner Partei Reform UK auf dem Spiel.
Wie reagieren die betroffenen Firmen auf die Vorwürfe?
Mowbray Jackson von Fispay gab an, sein Unternehmen vermittle nur Reisen in Privatjets. George Cottrells Anwälte betonten, er sei lediglich ein Kunde von Tether.bet und habe keine geschäftliche Beteiligung an dem Wettanbieter.
Dürfen Anbieter wie Tether.bet in Deutschland legal operieren?
Nein, in Deutschland dürfen nur Anbieter mit einer Lizenz der GGL legal agieren, und Tether.bet verfügt nicht über eine solche Genehmigung. Deutsche Spieler sind durch den GlüStV 2021 geschützt, der strikte Einsatz- und Einzahlungslimits sowie den Anschluss an das Sperrsystem OASIS vorschreibt.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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