Dänische Finanzaufsicht bremst Zahlungsanbieter Inpay wegen Geldwäsche-Mängeln aus
KI-GENERIERTDie Behörde Finanstilsynet verhängt einen Stopp für Neukunden aus dem iGaming-Sektor gegen Inpay A/S, nachdem schwere Verstöße gegen das Geldwäschegesetz festgestellt wurden.
Die Luft für Zahlungsdienstleister im internationalen Glücksspielmarkt wird dünner. Der dänische Anbieter Inpay A/S sieht sich aktuell mit massiven Einschränkungen durch die nationale Finanzaufsicht konfrontiert. Nach einer eingehenden Prüfung der internen Abläufe zur Bekämpfung von Geldwäsche hat die Behörde Finanstilsynet ein vorläufiges Verbot für die Aufnahme neuer Geschäftskunden aus dem Bereich iGaming ausgesprochen. Inpay, das unter dem dänischen Zahlungsdienstegesetz als E-Geld-Institut lizenziert ist, hat sich auf grenzüberschreitende Zahlungen spezialisiert und positioniert sich oft als schnellere Alternative zum klassischen SWIFT-Verfahren.
Die Probleme begannen bereits im März, als die Aufseher die Anti-Geldwäsche-Verfahren (AML) des Unternehmens unter die Lupe nahmen. Dabei traten Lücken zu Tage, die von der Behörde als schwerwiegend eingestuft werden. Es geht dabei nicht um Einzelfälle. Laut der Finanzaufsicht betreffen die Verstöße den Großteil des Kundenportfolios im Online-Gaming-Sektor. Das Unternehmen konnte nicht ausreichend belegen, dass die gesetzlich vorgeschriebene Sorgfaltspflicht bei der Überwachung von Transaktionen eingehalten wurde. Besonders kritisch wird gesehen, dass viele dieser Kunden außerhalb Dänemarks und oft sogar außerhalb der Europäischen Union ansässig sind.
Zahlen und Fakten
Die Untersuchung der Finanstilsynet konzentriert sich auf die Einhaltung des Geldwäschegesetzes. Inpay dient als Schnittstelle für Firmenkunden, Finanzinstitute und Krypto-Unternehmen. Ein zentraler Vorwurf lautet, dass Inpay den Zweck und die Art der Geschäftsbeziehungen bei flaggenträchtigen Konten nicht klar identifizieren konnte. Zudem fehlten angemessene Risikobewertungen für Kunden, die aufgrund ihrer Struktur oder ihres Standorts als Hochrisikokunden für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gelten.
„Die dänische Finanzaufsichtsbehörde stellt fest, dass die Verstöße schwerwiegend sind, und der Umfang, die Art der Kunden, einschließlich der Komplexität der Eigentumsstrukturen und Aktivitäten in vielen Ländern, sind erschwerende Faktoren dafür, wie bedeutend der Verstoß ist.“ - Behördensprecher, Finanstilsynet
Inpay hat auf den Bericht reagiert und sich bereit erklärt, freiwillig keine neuen Verträge mit iGaming-Unternehmen abzuschließen. Diese Selbstbeschränkung gilt so lange, bis das Unternehmen durch Dokumente belegen kann, dass die AML-Kontrollen auf das erforderliche Niveau gehoben wurden. Bestehende Kundenbeziehungen scheinen zunächst weiterzulaufen, stehen aber unter verschärfter Beobachtung.
Hintergrund
Der Kern des Problems liegt in der Natur der Branche. Online-Glücksspiel gilt international als Sektor mit erhöhtem Risiko für illegale Finanzströme. Wenn ein Zahlungsdienstleister Kunden akzeptiert, die keine gültige EU-Lizenz besitzen, steigt das Risiko sprunghaft an. Solche Unternehmen unterliegen oft nicht den strengen finanziellen Schutzregeln, die für lizenzierte Anbieter gelten. Die Finanstilsynet weist explizit darauf hin, dass die Komplexität der Eigentumsverhältnisse bei vielen Inpay-Kunden die Überwachung erschwert habe. Inpay agiert als E-Geld-Institut und muss daher die gleichen strengen Maßstäbe anlegen wie eine traditionelle Bank, wenn es um die Herkunft von Geldern geht.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler, die Wert auf Sicherheit und Legalität legen, ist diese Nachricht ein wichtiges Signal. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) streng, welche Anbieter legal operieren dürfen. Nur Casinos, die auf der sogenannten Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, sind in Deutschland erlaubt. Diese legalen Anbieter müssen sicherstellen, dass ihre Zahlungswege absolut sauber sind. Wer bei einem lizenzierten deutschen Anbieter spielt, begegnet Inpay eher selten als direkter Zahlungsmethode für Endkunden, doch im Hintergrund nutzen viele Plattformen solche Dienstleister für B2B-Transaktionen.
Durch das System LUGAS und die strengen Limits von 1.000 Euro pro Monat für Einzahlungen sowie das 1 Euro Limit pro Spin bei Slots sind deutsche Spieler bereits gut geschützt. Wenn ein Zahlungsdienstleister wie Inpay nun wegen AML-Mängeln sanktioniert wird, zeigt das, dass die europäische Aufsicht enger zusammenrückt. Deutsche Spieler sollten darauf achten, nur bei Casinos einzuzahlen, die seriöse und in der EU streng regulierte Zahlungsanbieter nutzen. Illegale Casinos ohne GGL-Lizenz greifen oft auf Anbieter zurück, die bei der Identitätsprüfung (KYC) beide Augen zudrücken. Die aktuellen Maßnahmen in Dänemark erschweren solchen schwarzen Schafen den Zugang zum europäischen Finanzsystem.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit einer deutschen Lizenz der GGL sind verpflichtet, nur mit zuverlässigen Partnern zusammenzuarbeiten. Ein Zahlungsdienstleister, dem von einer EU-Aufsichtsbehörde schwere Verstöße gegen das Geldwäschegesetz vorgeworfen werden, gerät automatisch ins Visier der Compliance-Abteilungen. GGL-lizenzierte Unternehmen werden ihre Partnerschaften genau prüfen, um nicht selbst in den Fokus der deutschen Aufsicht zu geraten. Sauberkeit im Zahlungsverkehr ist eine Grundvoraussetzung für den Erhalt der deutschen Lizenz. Die Entscheidung der dänischen Aufsicht stützt somit indirekt den hohen Sicherheitsstandard, den die GGL in Deutschland etablieren möchte, indem sie Druck auf die gesamte Infrastruktur des Online-Glücksspiels ausübt.
Häufige Fragen
Warum wurde Inpay von der dänischen Finanzaufsicht sanktioniert?
Die Behörde Finanstilsynet stellte bei einer Prüfung im März fest, dass Inpay gegen das Geldwäschegesetz verstoßen hat. Das Unternehmen konnte die vorgeschriebene Sorgfalt bei der Identifizierung von Hochrisikokunden und der Überwachung von Transaktionen im iGaming-Bereich nicht nachweisen.
Darf Inpay weiterhin Zahlungen für Online-Casinos abwickeln?
Inpay darf vorerst keine neuen Geschäftskunden aus der Online-Glücksspielbranche annehmen. Diese Beschränkung gilt so lange, bis das Unternehmen der Aufsichtsbehörde beweisen kann, dass seine Kontrollsysteme zur Bekämpfung von Geldwäsche den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
Welche Risiken bestehen bei Zahlungsanbietern ohne strenge AML-Kontrollen?
Ohne konsequente Anti-Geldwäsche-Maßnahmen (AML) besteht die Gefahr, dass Gelder aus illegalen Quellen gewaschen werden oder Terrorismusfinanzierung stattfindet. Besonders bei Anbietern ohne EU-Lizenz ist das Risiko für die Verarbeitung illegaler Gelder laut der dänischen Behörde signifikant erhöht.
Was bedeutet das für deutsche Spieler und die GGL-Lizenz?
Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) spielen. Diese Casinos unterliegen strengen Kontrollen durch den GlüStV 2021 und müssen mit sauberen Zahlungsdienstleistern kooperieren, was den Schutz vor Betrug und Geldwäsche deutlich erhöht.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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