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Regulierung

Novig verklagt Wisconsin: Streit um Sport-Prognosemärkte eskaliert

18. August 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Novig verklagt Wisconsin: Streit um Sport-Prognosemärkte eskaliertKI-GENERIERT

Der Prognosemarkt-Betreiber Novig zieht gegen Beamte in Wisconsin vor Gericht, um seine Sport-Event-Kontrakte unter Bundesaufsicht der CFTC zu stellen.

Die juristische Auseinandersetzung um die Definition von Online-Wetten erreicht einen neuen Höhepunkt in den USA. Der Betreiber Novig hat offiziell Klage gegen Beamte im Bundesstaat Wisconsin eingereicht. Kern des Streits ist die Frage, ob Vorhersagemärkte für Sportereignisse als Glücksspiel oder als Finanzinstrumente zu betrachten sind. Novig vertritt die klare Position, dass seine Produkte unter die Zuständigkeit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fallen. Diese Bundesbehörde überwacht normalerweise Derivate und Termingeschäfte, was den Anbietern eine Flucht aus den oft strengeren oder gar prohibitiven Glücksspielgesetzen der einzelnen Bundesstaaten ermöglichen würde.

In Wisconsin stoßen die Ambitionen von Novig auf erheblichen Widerstand. Die staatlichen Regulierungsbehörden sehen in den Aktivitäten des Unternehmens ein Angebot, das ohne entsprechende staatliche Lizenz nicht zulässig ist. Novig hingegen sieht sich durch die aktuellen Einschränkungen in seinem Geschäftsmodell behindert. Die Klage zielt darauf ab, gerichtlich feststellen zu lassen, dass die von der CFTC regulierten Kontrakte Vorrang vor den lokalen Gesetzen Wisconsins haben. Es geht dabei um viel Geld und Marktanteile, da Prognosemärkte in den letzten Monaten massiv an Popularität gewonnen haben.

Zahlen und Fakten

Die rechtliche Lage ist kompliziert, da verschiedene Bundesstaaten unterschiedliche Ansätze verfolgen. In Michigan wurde kürzlich ein Antrag von Polymarket und Robinhood auf eine einstweilige Verfügung abgelehnt. Auch Coinbase kämpft dort gegen staatliche Beamte, wobei eine Anhörung für den 24. Juni angesetzt wurde. Im Fall von Kalshi gegen den Staat Michigan wird derzeit geprüft, ob das Verfahren an ein staatliches Gericht zurückverwiesen werden soll. Ein weiterer wichtiger Termin ist der 25. Juni, an dem ein Bundesgericht in Utah über Kalshis Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen staatliche Durchsetzungsmaßnahmen entscheiden wird. In Connecticut hat der Staat am 4. Juni einen Antrag auf Abweisung einer Klage der CFTC gestellt, worauf die Behörde bis zum 24. Juni reagieren muss.

Hintergrund

Der Konflikt in Wisconsin ist kein Einzelfall, sondern Teil einer koordinierten Strategie der Industrie. Anbieter von Vorhersagemärkten versuchen, ihre Produkte als ökonomische Absicherungsinstrumente zu vermarkten. Ein Sieg von Novig könnte einen Präzedenzfall schaffen, der die Macht der staatlichen Glücksspielbehörden in den USA nachhaltig schwächt. Besonders brisant ist der Fall Ho-Chunk Nation gegen Kalshi. Ein Bundesrichter erlaubte im Mai, dass diese Klage unter dem Indian Gaming Regulatory Act (IGRA) fortgeführt wird. Die Ho-Chunk Nation reichte dazu am 15. Juni eine Replik ein. Diese verschiedenen Verfahren zeigen, dass die Grenzen zwischen Finanzwelt und Wettmarkt zusehends verschwimmen, was Regulierungsbehörden weltweit vor enorme Herausforderungen stellt.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler bleibt die Situation klar, aber auch restriktiv. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) lässt kaum Spielraum für solche hybriden Finanzprodukte. In Deutschland ist das Anbieten von Wetten streng an Lizenzen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) gebunden. Wer hierzulande Sportwetten oder ähnliche Prognosemärkte nutzen möchte, muss sicherstellen, dass der Anbieter auf der offiziellen GGL-Whitelist steht. Produkte, die versuchen, sich als reine Finanzinstrumente zu tarnen, um das 1.000 Euro monatliche Einzahlungslimit oder das 1 Euro Einsatzlimit pro Spin bei Slots zu umgehen, werden von der GGL scharf beobachtet. LUGAS, das zentrale Aufsichtssystem, stellt sicher, dass diese Limits spielübergreifend eingehalten werden. Ein Modell wie das von Novig, das auf eine Bundesaufsicht wie die CFTC setzt, ist im föderalen deutschen System derzeit nicht denkbar.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz müssen sich vorerst keine Sorgen um Konkurrenz durch unregulierte Prognosemärkte machen, da die Behörde in Halle (Saale) konsequent gegen illegale Zweitlotterien und nicht lizenzierte Wettbörsen vorgeht. Dennoch zeigt der Trend aus den USA, dass die Nachfrage nach neuen Wettformen steigt. GGL-lizenzierte Anbieter müssen weiterhin strikte Auflagen zum Spielerschutz erfüllen, während internationale Plattformen wie Polymarket oder Novig oft versuchen, diese durch alternative rechtliche Einordnungen zu umgehen. Für den deutschen Markt bedeutet dies, dass die GGL ihre Überwachung von Krypto-basierten Vorhersagemärkten intensivieren wird, um den Kanalisierungsauftrag des GlüStV 2021 zu erfüllen und Spieler vor Angeboten ohne deutsche Sicherheitsstandards zu schützen.

Häufige Fragen

Was ist der Grund für die Klage von Novig gegen Wisconsin?

Novig möchte erreichen, dass seine Sport-Event-Kontrakte als Finanzinstrumente unter der Aufsicht der CFTC anerkannt werden. Damit will das Unternehmen die strengen Glücksspielregulierungen des Bundesstaates Wisconsin umgehen.

Welche anderen Unternehmen sind in ähnliche Rechtsstreitigkeiten verwickelt?

Neben Novig kämpfen auch Unternehmen wie Kalshi, Polymarket und Robinhood in verschiedenen US-Bundesstaaten wie Michigan und Utah gegen staatliche Restriktionen. Es geht dabei oft um einstweilige Verfügungen gegen die Durchsetzung von Glücksspielgesetzen.

Warum ist die Rolle der CFTC in diesem Streit so wichtig?

Die CFTC ist eine Bundesbehörde für Terminhandel. Wenn Vorhersagemärkte dort registriert sind, argumentieren Anbieter, dass Bundesrecht die Gesetze der Einzelstaaten überlagert, was den Betrieb in den gesamten USA erleichtern würde.

Wie reagieren US-Gerichte bisher auf diese Anträge?

Die Reaktionen sind gemischt. Während ein Richter im Mai die Klage der Ho-Chunk Nation gegen Kalshi unter dem Indian Gaming Regulatory Act zuließ, wurden Anträge von Polymarket in Michigan kürzlich abgelehnt.

Dürfen deutsche Spieler bei Novig oder Kalshi wetten?

Nein, solche Anbieter besitzen keine Lizenz der GGL für den deutschen Markt. Deutsche Spieler dürfen nur bei Anbietern wetten, die auf der offiziellen Whitelist stehen und die Regeln des GlüStV 2021, wie das 1.000 Euro Einzahlungslimit, einhalten.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:NovigPolymarketRobinhoodCoinbase

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