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Ponzi-System für die Spielsucht: 47 Millionen US-Dollar von US-Bürger veruntreut

17. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Ponzi-System für die Spielsucht: 47 Millionen US-Dollar von US-Bürger veruntreutKI-GENERIERT

Ein Mann aus New Jersey gab vor, Millionen in ein Unternehmen zu investieren, verzockte das Geld von fast 100 Opfern jedoch komplett beim Glücksspiel.

Ein besonders schwerer Fall von Anlagebetrug erschüttert die USA und rückt das Thema Spielsucht erneut in den Fokus der Öffentlichkeit. Ein 43-jähriger Mann aus Toms River, New Jersey, hat vor Gericht zugegeben, ein jahrelanges Schneeballsystem betrieben zu haben. Anstatt das Geld seiner Anleger wie versprochen gewinnbringend zu investieren, floss der Großteil der Summe direkt in seine privaten Spielschulden und einen ausschweifenden Lebensstil. Die Dimensionen sind gewaltig. Es geht um eine Summe von über 47 Millionen US-Dollar, die Leor Moshe von fast 100 verschiedenen Personen einsammelte.

Besonders perfide an diesem Fall ist das ausgenutzte Vertrauensverhältnis. Moshe richtete sein betrügerisches Angebot gezielt an die orthodoxe jüdische Gemeinschaft, der er selbst angehörte. Er nutzte die religiöse Verbundenheit in seiner Synagoge aus, um Menschen dazu zu bringen, ihr Erspartes in seine Firma namens Capital Funding ASAP, LLC zu stecken. Was als seriöse Investition getarnt war, entpuppte sich als ein bodenloses Loch, das durch die Spielsucht des Angeklagten immer tiefer wurde.

Zahlen und Fakten

Das Ausmaß des Betrugs wird durch die offiziellen Zahlen der Ermittlungsbehörden deutlich. Zwischen 2019 und 2023 operierte Moshe mit seinem System. Er versprach seinen Opfern unrealistisch hohe Renditen, die zwischen 22 Prozent und 53 Prozent pro Jahr lagen. Für kurzfristige Anlagen von zwei bis drei Monaten stellte er sogar Gewinne von 9 bis 10 Prozent in Aussicht. In der Realität wurde jedoch kein einziger Dollar an echtem Gewinn erwirtschaftet. Stattdessen wurden, wie bei einem Ponzi-System üblich, die Gelder neuer Investoren dazu verwendet, ältere Anleger auszuzahlen und so den Schein der Seriosität zu wahren.

Bis Mitte 2023 hatte Moshe bereits 25 Millionen US-Dollar verloren. Das FBI und das US-Justizministerium stellten fest, dass das Geld nicht nur für das Glücksspiel draufging. Ein Teil der Summe floss in Hausrenovierungen, die Tilgung von Hypotheken und Autokredite. Die Strafverfolgungsbehörden reagierten deutlich auf die Geständnisse des Täters.

„Investmentbetrug kann die Bankkonten von Menschen leeren und auch ihr Leben auf den Kopf stellen. Dutzende von Opfern setzten ihr Vertrauen in Versprechungen von Moshe, der zugibt, dass er ihr Geld unter anderem zur Begleichung seiner Spielsucht verwendet hat.“ - Stefanie Roddy, Special Agent in Charge, FBI Newark

Hintergrund

Leor Moshe steht nun vor den Ruinen seiner Existenz. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis. Zusätzlich sieht er sich einer Geldstrafe von 250.000 US-Dollar gegenüber oder alternativ dem Doppelten des Bruttoverlusts der Opfer beziehungsweise des Bruttogewinns des Angeklagten, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Die US-Börsenaufsicht SEC war ebenfalls an den Ermittlungen beteiligt, um das Geflecht aus Lügen und Scheinbuchungen zu entwirren. Der Fall zeigt eindringlich, wie eine unkontrollierte Spielsucht dazu führen kann, dass Individün selbst engste Vertraute und Gemeindemitglieder skrupellos ausnehmen.

In vielen Fällen von Spielsucht beginnt der Abstieg schleichend. Doch bei Moshe nahm der Betrug systematische Züge an. Die Firma Capital Funding ASAP, LLC behauptete, Unternehmen in Not mit sofortigem Kapital zu versorgen. Dieses Geschäftsmodell war jedoch nur eine Fassade. Während die Opfer glaubten, die lokale Wirtschaft zu unterstützen, wurden ihre Gelder an Casinotischen oder bei Sportwetten verspielt. Das FBI betonte, dass man weiterhin jeden verfolgen werde, der das Gesetz bricht, um Opfer auszubeuten.

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland ist das Glücksspielwesen seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 streng reguliert. Fälle wie dieser unterstreichen, warum die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) so großen Wert auf Spielerschutz und Prävention legt. Deutsche Spieler sollten ausschließlich bei Anbietern spielen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen. Diese lizenzierten Portale unterliegen strengen Kontrollen, die genau solche Exzesse verhindern sollen. Ein zentrales Element ist das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das IT-System LUGAS überwacht wird. Zudem gilt in Deutschland ein Einsatzlimit von einem Euro pro Spielrunde an virtuellen Automaten.

Durch diese Maßnahmen wird sichergestellt, dass das Spiel ein Unterhaltungsmedium bleibt und nicht in kriminelle Beschaffungskriminalität umschlägt. Die Anbindung an das Sperrsystem OASIS ermöglicht es zudem, gefährdete Spieler frühzeitig vom Spielbetrieb auszuschließen. Wer sich an unlizenzierte Anbieter aus Malta oder Curacao wendet, verliert diesen Schutz und setzt sich einem deutlich höheren Risiko für Sucht und finanziellen Ruin aus. Der Fall Moshe ist eine Warnung an alle, die Warnsignale von Spielsucht ignorieren oder glauben, durch riskante Wetten finanzielle Lücken füllen zu können.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für lizenzierte Casinos in Deutschland bedeutet dieser Vorfall eine Bestätigung ihrer strengen KYC-Prozesse (Know Your Customer). Seriöse Anbieter müssen die Herkunft der Gelder ihrer Kunden prüfen, wenn diese ungewöhnlich hohe Beträge umsetzen. Ein System, das es jemandem ermöglicht, 25 Millionen US-Dollar zu verspielen, ohne dass Alarmsignale ausgelöst werden, wäre unter deutscher Lizenz kaum denkbar. Die GGL überwacht die Einhaltung der Sozialkonzepte der Anbieter sehr genau. Verstöße gegen die Identifikationspflichten oder die Missachtung von Warnsignalen für Spielsucht können zum Entzug der Lizenz führen. Transparenz und staatliche Aufsicht sind die einzigen Mittel, um das Vertrauen in den Markt zu sichern.

Häufige Fragen

Wer ist Leor Moshe und was hat er getan?

Leor Moshe ist ein 43-jähriger Mann aus New Jersey, der gestanden hat, ein 47 Millionen US-Dollar schweres Schneeballsystem betrieben zu haben. Er betrog fast 100 Opfer, indem er vorgab, ihr Geld in seine Firma zu investieren, während er es tatsächlich für seine Spielsucht und seinen Lebensstil nutzte.

Welche Strafen drohen dem Angeklagten in den USA?

Moshe drohen bis zu 20 Jahre Haft in einem Bundesgefängnis sowie eine Geldstrafe von mindestens 250.000 US-Dollar. Die Strafe kann jedoch auch auf das Doppelte des entstandenen Schadens oder des erzielten Gewinns erhöht werden.

Wie funktionierte das Betrugssystem Capital Funding ASAP?

Moshe versprach Anlegern Renditen von bis zu 53 Prozent pro Jahr durch Investitionen in Firmenkapital. Tatsächlich zahlte er lediglich ältere Investoren mit dem Geld neuer Opfer aus, um den Betrug zu verschleiern, während er selbst Millionen beim Glücksspiel verlor.

Welche Rolle spielten das FBI und die SEC?

Das FBI Newark führte die Ermittlungen durch, unterstützt von der Börsenaufsicht SEC, um den Finanzbetrug aufzudecken. Die Behörden betonten, dass Investmentbetrug das Leben der Opfer zerstört und konsequent strafrechtlich verfolgt wird.

Wie schützt die deutsche Regulierung vor solchen Fällen?

In Deutschland verhindern das 1.000 Euro Einzahlungslimit und das LUGAS-System, dass Spieler unkontrolliert Millionenbeträge verspielen. Zudem müssen GGL-lizenzierte Anbieter die Mittelherkunft prüfen und gefährdete Spieler über das OASIS-System sperren.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:Capital Funding ASAP, LLC

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