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Melco Resorts prüft Verkauf von City of Dreams Manila zum Schuldenabbau

17. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Melco Resorts prüft Verkauf von City of Dreams Manila zum SchuldenabbauKI-GENERIERT

Analysten raten Melco Resorts zum Verkauf des City of Dreams Manila, um die Schuldenlast von 7,1 Milliarden US-Dollar schneller zu senken.

Die Führungsetage von Melco Resorts & Entertainment steht unter Zugzwang. Während die globalen Glücksspielmärkte nach der Pandemie zwar Erholung zeigen, drücken massive Verbindlichkeiten auf die Bilanz des Unternehmens. Laut aktuellen Analysen von Seaport Research Partners könnte die Veräußerung des integrierten Resorts City of Dreams Manila der entscheidende Hebel sein, um die finanzielle Stabilität langfristig zu sichern. Obwohl das Resort auf den Philippinen im zweiten Quartal die Erwartungen übertraf, bleibt es in den Augen der Experten eher ein Hindernis für die Konzentration auf das Kerngeschäft in Macau.

Ein Verkaufsprozess ist kein Neuland für Melco. Bereits im vergangenen Jahr gab es Bestrebungen, das Objekt zu veräußern, die jedoch ohne Abschluss blieben. Senior Analyst Vitaly Umansky betont jedoch, dass dieser erfolglose Versuch kein Hinderungsgrund für einen neuen Anlauf sein sollte. Selbst bei einer niedrigeren Bewertung als ursprünglich erhofft, würde eine Transaktion erheblichen Mehrwert schaffen. Die strategische Priorität liegt klar auf dem Abbau der Schulden, die Ende des zweiten Quartals 2026 bei beachtlichen 7,1 Milliarden US-Dollar lagen. Zwar sank dieser Wert bereits von 7,9 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal 2023, doch das Tempo des Abbaus könnte durch einen Verkauf massiv beschleunigt werden.

Zahlen und Fakten

Die operativen Kennzahlen für das zweite Quartal zeichnen ein gemischtes Bild. Während das bereinigte Immobilien-EBITDA in Manila im Jahresvergleich um 9 Prozent zulegte, kämpfte der Standort mit einem Rückgang im VIP-Segment. Das Rolling-Chip-Volumen bei den High Rollern brach im Quartalsvergleich um 25 Prozent ein, während die Haltequote bei mageren 2 Prozent lag. Im Gegensatz dazu blieb das Volumen im Massenmarkt stabil. In Macau hingegen musste Melco Federn lassen. Der dortige Umsatz sank im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 1,05 Milliarden US-Dollar. Das EBITDA der Macau-Liegenschaften stürzte sogar um 26 Prozent auf 249 Millionen US-Dollar ab. Der Marktanteil des Unternehmens an den Bruttospielerträgen (Gross Gaming Revenue, GGR) in Macau sank auf 14,7 Prozent, was einem Rückgang von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr entspricht.

„Der Verkauf von City of Dreams Manila könnte den Schuldenabbau von Melco beschleunigen und es dem Unternehmen ermöglichen, mehr Ressourcen auf sein Kerngeschäft in Macau zu konzentrieren.“ - Vitaly Umansky, Senior Analyst bei Seaport Research Partners

Neben den Philippinen und Macau zeigt sich in Zypern ein Lichtblick. Trotz der regionalen Konflikte im Nahen Osten stieg das EBITDA dort im Jahresvergleich um 60 Prozent. Dennoch bleibt Macau der Dreh- und Angelpunkt. Um dort konkurrenzfähig zu bleiben, setzt Melco auf neue Eröffnungen wie das REM Hotel im City of Dreams Macau, das im Oktober seine Pforten öffnen soll. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht und investiert ebenfalls massiv in Marketing und Infrastruktur, was die Margen unter Druck hält.

Hintergrund

Melco hat offiziell eine Prüfung strategischer Alternativen für das City of Dreams Manila eingeleitet. Beratungsfirmen wie CBRE Capital Advisors und Mölis & Company wurden beauftragt, den Prozess zu begleiten. Analysten wie David Bain schätzen den Wert des Anteils auf etwa 600 Millionen US-Dollar. Ein solcher Geldregen könnte den Verschuldungsgrad bis Ende 2026 auf das 3,5-fache senken. Dies wäre ein wichtiger Meilenstein, um auch die Dividendenzahlungen an die Aktionäre bis Ende 2026 wieder aufzunehmen. Die strategische Neuausrichtung könnte zudem Mittel für eine mögliche Expansion nach Thailand freisetzen, ein Markt, der derzeit von vielen großen Betreibern genau beobachtet wird.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Direkte Auswirkungen auf den deutschen Markt sind zwar begrenzt, doch zeigt der Fall Melco, wie wichtig finanzielle Stabilität und eine klare Regulierung für globale Glücksspielkonzerne sind. Deutsche Spieler agieren in einem der am stärksten regulierten Umgebungen der Welt. Seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) gelten hierzulande strenge Regeln zum Spielerschutz. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, das durch die zentrale LUGAS-Datei überwacht wird, sowie das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen.

Globale Konzerne wie Melco fokussieren sich oft auf Hochwachstumsmärkte wie Asien oder neuerdings Thailand, da die strengen deutschen Regeln die Gewinnmargen für Betreiber im Vergleich zu den Philippinen oder Macau deutlich einschränken. Dennoch bietet die deutsche Regulierung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ein Maß an Sicherheit, das in asiatischen Märkten oft fehlt. Deutsche Kunden sollten stets darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen. Anbieter mit Lizenzen aus Malta (MGA) oder Curacao sind in Deutschland für virtuelles Automatenspiel und Online-Poker nicht zugelassen und bieten nicht das gleiche Schutzniveau wie die heimische Lizenzierung.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz verdeutlicht die Situation bei Melco, dass der Fokus auf den Massenmarkt eine stabilere Einnahmequelle sein kann als die Abhängigkeit von volatilen VIP-Segmenten. Während in Manila das VIP-Geschäft schwächelt, bleibt der Massenmarkt eine verlässliche Säule. GGL-lizenzierte Casinos sind in Deutschland ohnehin auf diesen Massenmarkt fokussiert, da High-Roller-Strategien durch die geltenden Einsatz- und Einzahlungslimits kaum umsetzbar sind. Die Transparenz und Rechtssicherheit, die das deutsche Lizenzsystem bietet, ist ein hohes Gut, das Investoren in Zeiten globaler Unsicherheit zu schätzen wissen könnten, auch wenn die Renditen pro Spieler niedriger ausfallen als in Macau.

Häufige Fragen

Warum will Melco das City of Dreams Manila verkaufen?

Das Unternehmen möchte seine Schulden von aktuell 7,1 Milliarden US-Dollar abbauen. Ein Verkauf würde Kapital freisetzen, um sich auf das Hauptgeschäft in Macau zu konzentrieren und neue Projekte zu finanzieren.

Wie viel ist das Resort in Manila wert?

Analysten schätzen den Wert der Anteile von Melco auf etwa 600 Millionen US-Dollar. Dieser Betrag könnte helfen, den Verschuldungsgrad des Unternehmens bis Ende 2026 erheblich zu reduzieren.

Wie hat sich das Geschäft in Macau entwickelt?

Der Umsatz in Macau sank um 9 Prozent auf 1,05 Milliarden US-Dollar, während das EBITDA sogar um 26 Prozent einbrach. Melco verlor zudem Marktanteile an die wachsende Konkurrenz vor Ort.

Wann plant Melco wieder Dividenden zu zahlen?

Das Management strebt an, die Dividendenzahlungen an die Aktionäre bis zum Ende des Jahres 2026 wieder aufzunehmen. Voraussetzung dafür ist eine erfolgreiche Reduzierung der Verschuldung.

Welchen Schutz genießen deutsche Spieler gegenüber internationalen Märkten?

In Deutschland schützt der GlüStV 2021 Spieler durch Einsatzlimits von 1 Euro und eine zentrale Sperrdatei. Internationale Betreiber wie Melco konzentrieren sich oft auf weniger regulierte Märkte, weshalb deutsche Spieler nur bei Anbietern der GGL-Whitelist spielen sollten.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:Melco Resorts & Entertainment

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