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Sportwetten in Illinois: Kontroversen um Steuern und schwindende Wetten

12. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Sportwetten in Illinois: Kontroversen um Steuern und schwindende Wetten

Illinois erlebt einen Rückgang der Wettzahlen, während neue Steuern auf Prediction Markets eingeführt werden. Die monatlichen Wettzahlen fielen zwischen September und Dezember um bis zu 25 Prozent.

Die Sportwetten in Illinois sind ein komplexes Feld, das von strengen Regeln und Gesetzen geprägt ist. Spieler dürfen nur bei staatlich zugelassenen Anbietern wetten, die von der Illinois Gaming Board (IGB) lizenziert sind. Ein aktueller Bericht zeigt nun, dass der Glücksspielmarkt im US-Bundesstaat mit Herausforderungen zu kämpfen hat, insbesondere im Hinblick auf sinkende Wettzahlen und die Einführung neuer Steuergesetze.

Besonders im Fokus stehen die sogenannten Prediction Markets, die künftig einer neuartigen Transaktionssteuer unterliegen. Dies geschieht inmitten einer juristischen Auseinandersetzung zwischen Illinois und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die den Versuch des Staates, diese Märkte zu regulieren, rechtlich anfechtet. Die Entwicklungen in Illinois könnten Signalwirkung für andere US-Bundesstaaten und darüber hinaus globale Glücksspielmärkte haben.

Zahlen und Fakten

Sportwetten sind in Illinois seit 2019 legal, wobei die erste Wette am 9. März 2020 angenommen und Online-Wetten am 18. Juni 2020 eingeführt wurden. Spieler müssen mindestens 21 Jahre alt sein und sich physisch in Illinois befinden, um Wetten platzieren zu können. Die Illinois Gaming Board (IGB) ist die leitende Behörde, die den Markt reguliert, Lizenzen vergibt und eine Liste autorisierter Betreiber veröffentlicht.

Ein bemerkenswerter Wandel ist die Besteuerung. Der Bundesstaat wendet ein progressives Steuersystem auf die bereinigten Bruttoeinnahmen an, wobei die Sätze zwischen 20 Prozent und 40 Prozent liegen. Seit Juli 2025 wird zusätzlich eine Steuer pro Wette (per-wager tax) auf die Betreiber erhoben. Diese Belastung wird jetzt auf sogenannte Exchange Wagers ausgeweitet, für die eine Transaktionssteuer von 1,75 Prozent, die nach fünf Millionen Wetten auf 3,5 Prozent steigt, fällig wird.

Die Auswirkungen dieser Steuerpolitik sind bereits spürbar. Von September bis Dezember 2025 sanken die Gesamtwetten in Illinois im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Im Dezember 2025 wurden 25 Prozent weniger Wetten platziert als im Dezember 2024. Insgesamt belief sich der Rückgang auf etwa 27,6 Millionen Wetten in diesen vier Monaten, was einem Steuerausfall von rund 6,9 Millionen US-Dollar entspricht. Dies führte dazu, dass der Abgeordnete Daniel Didech den Gesetzentwurf House Bill 5143 einreichte, der die Abschaffung dieser Pro-Wett-Steuer zum Ziel hat. Er sagte dazu:

„Der Gesetzentwurf kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die offiziellen Daten zeigen, dass die Ticketmengen zurückgehen, auch wenn der Umsatz stabil bleibt, was darauf hindeutet, dass die Wetter weniger, aber größere Wetten platzieren, um die steigenden Kosten auszugleichen.“ - Chavdar Vasilev, Global Wire Editor bei Gambling Insider (berichtete über die Aussagen von Rep. Daniel Didech).

Hintergrund

Die Diskussion um die Besteuerung und Regulierung von Prediction Markets in Illinois ist besonders brisant. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) verklagte den Staat im April 2026, da sie die staatliche Regulierung solcher Märkte als Eingriff in die ausschließlich bundesstaatliche Zuständigkeit für den Derivatemarkt betrachtet. Auch Coinbase unterstützte die Klage der CFTC gegen Illinois, was das Ausmaß der Kontroverse verdeutlicht.

Diese Entwicklungen zeigen, wie komplex die regulatorische Landschaft im Glücksspielbereich in den USA ist, wo jeder Bundesstaat seine eigenen Regeln festlegt. Die Situation in Illinois spiegelt eine breitere Debatte wider, in der die Finanz- und Glücksspielgerichtsbarkeit um die Kontrolle und Definition von Prediction Markets ringen. Gleichzeitig wirkt sich die erhöhte Besteuerung direkt auf das Wettverhalten aus. Betreiber wie FanDuel gaben die Zusatzkosten an ihre Kunden weiter, was zu einem Rückgang der Wettzahlen führte und den Gesetzgeber dazu veranlasste, die Steuerpolitik zu überdenken.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Deutsche Spieler kennen eine ähnliche Regulierungsdichte, wenn auch auf andere Art. Seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) wird der Online-Glücksspielmarkt in Deutschland strengstens reguliert. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) vergibt Lizenzen an Anbieter, die sich an klare Regeln halten müssen. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Spielautomaten.

Der Fall Illinois zeigt, dass auch in streng regulierten Märkten Änderungen und Anpassungen notwendig sind, wenn die Steuerpolitik die Spieler abschreckt oder zu Marktverzerrungen führt. Für deutsche Spieler bedeutet dies, dass sie sich stets auf die GGL-Whitelist verlassen sollten, um legale und sichere Anbieter zu finden. Das LUGAS-System, das zur Überwachung des Spielverhaltens und zum Schutz vor Spielsucht dient, ist ein weiteres Merkmal des deutschen Marktes, welches die Anbieter genau wie die Regulierungen in Illinois stark beeinflusst.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Situation in Illinois unterstreicht, dass eine übermäßige Besteuerung von Glücksspielanbietern letztendlich den Endkunden trifft und das gesamte Marktvolumen negativ beeinflussen kann. Für GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland ist dies eine wichtige Erkenntnis. Zwar gibt es in Deutschland keine direkte Pro-Wett-Steuer wie in Illinois, aber die bereits bestehenden Abgaben und strikten Regulierungen bedeuten für die Anbieter einen erheblichen finanziellen und administrativen Aufwand.

Sollten die Regulierungen in Deutschland weiter verschärft oder die Besteuerung erhöht werden, könnten ähnliche Effekte wie in Illinois auftreten: Spieler könnten seltener oder mit höheren Einsätzen spielen, um die Kosten auszugleichen, oder sich gar auf den Schwarzmarkt verlagern. Die Politik sollte die Entwicklungen in den USA aufmerksam verfolgen, um ein gesundes Gleichgewicht zwischen Steuereinnahmen, Spielerschutz und Marktfähigkeit zu wahren. Die GGL arbeitet hier kontinuierlich an der Optimierung der Rahmenbedingungen.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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