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Missouri: Sportwetten bringen 8,6 Millionen Dollar Steuern bei Schul-Streit

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Missouri: Sportwetten bringen 8,6 Millionen Dollar Steuern bei Schul-StreitKI-GENERIERT

Seit der Legalisierung im Dezember flossen rund 8,6 Millionen Dollar in die Kassen von Missouri. Doch Kritiker warnen vor einer Mogelpackung bei der Finanzierung von Schulen.

In Missouri nähert sich die College-Football-Saison einem ersten Härtetest, doch abseits des Spielfelds sorgt die Bilanz der legalisierten Sportwetten für Diskussionsstoff. Seit die Wähler im Jahr 2024 den Weg für den legalen Markt frei machten, sind etwa neun Monate vergangen. Die jüngsten Zahlen der staatlichen Glücksspielkommission zeigen, dass seit dem offiziellen Start im Dezember rund 8,6 Millionen Dollar an Steuereinnahmen erzielt wurden. Das klingt nach einem Erfolg, doch die politische Realität hinter den Kulissen sieht komplizierter aus als es die Wahlkampfversprechen vermuten ließen.

Sportfans wie Randy Doherty aus St. Louis begrüßen zwar die neue Freiheit und die damit verbundenen Einnahmen für Städte und Schulen, doch die tatsächliche Verwendung der Gelder steht unter scharfer Beobachtung. Während der Kampagne zur Legalisierung wurde den Bürgern versprochen, dass in den ersten fünf Jahren stolze 105 Millionen Dollar zusätzlich in das Bildungssystem fließen würden. Viele Wähler gaben ihre Stimme im November 2024 nur deshalb ab, weil sie glaubten, die Schulen würden von jedem gesetzten Dollar direkt profitieren. Die Realität des Haushaltsplans 2027 zeichnet jedoch ein nüchterneres Bild, da die Gesamtsumme für Schulen trotz der neuen Quellen stabil bleibt.

Zahlen und Fakten

Von den bisher eingenommenen 8,6 Millionen Dollar wurden laut offiziellen Angaben der Missouri Gaming Commission bereits 5 Millionen Dollar dem Fonds für die Prävention von Spielsucht (Compulsive Gaming Prevention Fund) zugewiesen. Etwas mehr als 3 Millionen Dollar flossen tatsächlich in Richtung der Schulen. Das Problem liegt jedoch in der Verrechnung. Der Abgeordnete Nick Kimble, der im Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses sitzt, warnt davor, dass diese Gelder kein zusätzliches Plus bedeuten.

„Es wird nicht unbedingt eine Nettörhöhung für die Bildung geben. Was sie tun, ist, dass sie das Geld aus Sportwetten, Glücksspiel und Lotterien nehmen und das Budget nicht erhöhen, sondern das allgemeine Einkommen für andere Dinge verschieben oder es im Grunde in den Reservefonds stecken." - Nick Kimble, Staatsrepräsentant Missouri

Ein Blick in den Dezember 2025 verdeutlicht die Startschwierigkeiten. Damals wurden über 543 Millionen Dollar gewettet, doch massive Werbeabzüge der Anbieter ließen den steuerbaren Gewinn schrumpfen. Die 16 lizenzierten Betreiber, darunter Branchenriesen wie DraftKings, gaben allein in der Anfangsphase über 125 Millionen Dollar für Gratiswetten und Promotionen aus. Das führte dazu, dass der Staat im ersten Monat lediglich 521.200 Dollar an direkten Steuern verbuchen konnte, was weniger als 0,01 Prozent des gesamten Wetteinsatzes entsprach.

Hintergrund

Die rechtliche Grundlage in Missouri erlaubt es den Unternehmen, Kosten für Werbeaktionen von den steuerpflichtigen Bruttoeinnahmen (Gross Gaming Revenue) abzuziehen. Dies führt dazu, dass trotz Milliardenumsätzen auf dem Papier nur geringe Summen in der Staatskasse hängen bleiben. Mike Leara, der Direktor der Glücksspielkommission, erklärte dazu, dass diese Struktur bei Markteintritten üblich sei und sich die Einnahmen stabilisieren würden, sobald die Startkosten gedeckt sind. Für das Geschäftsjahr 2027 wurden bereits 8 Millionen Dollar aus Sportwetten fest im Bildungsbudget eingeplant. Doch das Ministerium für elementare und sekundäre Bildung (DESE) stellte klar, dass dies keine Nettörhöhung darstellt, da die Basiszuweisungen im Vergleich zum Vorjahr identisch bleiben.

Kritiker wie Kimble fordern nun, dass die Politik zu ihrem Wort steht. Er betont, dass die Menschen Politiker oft genau deshalb skeptisch sehen, weil Versprechen nicht eins zu eins umgesetzt werden. Er kündigte an, im Ausschuss darauf zu drängen, dass die Sportwettengelder tatsächlich „on top“ auf das bestehende Budget gezahlt werden, anstatt nur Löcher in anderen Bereichen zu stopfen. Die Inflation und gestiegene Preise machen die Haushaltsplanung zusätzlich schwierig, da die ursprünglichen Projektionen bisher nicht vollumfänglich erreicht wurden.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Die Situation in Missouri zeigt deutlich, warum eine strikte Regulierung, wie wir sie in Deutschland durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) haben, für die Transparenz so wichtig ist. In Deutschland müssen Anbieter, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, klare Abgaben leisten, die nicht so einfach durch Marketingausgaben weggerechnet werden können. Deutsche Spieler profitieren hier von einer höheren Rechtssicherheit. Wer bei einem in Deutschland lizenzierten Anbieter wettet, kann sicher sein, dass Steuern abgeführt werden, die dem Gemeinwohl zugutekommen.

In Deutschland gibt es zudem harte Schutzmaßnahmen, die in den USA oft erst nachträglich debattiert werden. Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automaten dienen dem Spielerschutz. Das System LUGAS überwacht diese Limits streng. Während in Missouri Millionen für Gratiswetten verpulvert werden, um Kunden zu locken, ist aggressive Werbung in Deutschland stark reglementiert, um gefährdete Gruppen zu schützen. Für hiesige Tipper bedeutet das zwar weniger „Geschenke“ in Form von Bonusgeldern, aber ein deutlich sichereres Umfeld.

Was das für GGL-Casinos heißt

Casinos mit GGL-Lizenz müssen beweisen, dass sie Steuern korrekt abführen und ihre Bilanzen offenlegen. Im Gegensatz zu den Berichten aus Missouri, wo Werbeabzüge die Steuereinnahmen fast auf Null drückten, ist das deutsche Steuermodell für Sportwetten und Online-Glücksspiel direkter gestaltet. Anbieter, die sich nicht an diese Regeln halten oder versuchen, Steuern durch komplexe Firmengeflechte zu umgehen, riskieren ihren Platz auf der Whitelist. Für den Spieler ist die GGL-Lizenz das einzige verlässliche Merkmal für Seriosität. Anbieter aus Übersee oder mit Curacao-Lizenz bieten zwar oft höhere Boni an, entziehen sich aber der deutschen Steuerpflicht und bieten keinerlei Schutz bei Zahlungsstreitigkeiten.

Häufige Fragen

Wie viel Steuergeld hat Missouri bisher durch Sportwetten eingenommen?

Seit der Legalisierung im Dezember wurden insgesamt etwa 8,6 Millionen Dollar an Steuergeldern eingenommen. Davon flossen 5 Millionen Dollar in die Suchtprävention und rund 3 Millionen Dollar in das Bildungswesen.

Warum profitieren die Schulen in Missouri nicht stärker von den Wetten?

Obwohl Geld an die Schulen fließt, nutzen Politiker es oft, um bestehende Mittel aus dem allgemeinen Haushalt zu ersetzen. Dadurch erhöht sich das Gesamtbudget für Bildung nicht, sondern das Geld wird lediglich aus einer anderen Quelle finanziert.

Was sind Werbeabzüge bei Sportwetten in Missouri?

Die Gesetze erlauben es Wettanbietern, die Kosten für Gratiswetten und Marketing von ihren steuerpflichtigen Gewinnen abzuziehen. Dies führte im Dezember 2025 dazu, dass trotz 543 Millionen Dollar Umsatz nur rund 521.000 Dollar Steuern anfielen.

Wie unterscheidet sich die Lage in Missouri von legalen Wetten in Deutschland?

In Deutschland unterliegen Sportwetten dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, der strikte Limits wie die 1.000-Euro-Einzahlungsgrenze und das LUGAS-Überwachungssystem vorschreibt. Die Steuerschuld ist hier klarer geregelt und kann nicht durch Marketingausgaben in gleichem Maße wie in Missouri gemindert werden.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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