Jenningsbet Chef warnt: Teure Bildrechte treiben Wettbüros in den Ruin
KI-GENERIERTGreg Knight, CEO von Jenningsbet, macht steigende Kosten für Pferderennen-Übertragungen für das Sterben britischer Wettbüros verantwortlich. Allein 350 Schließungen gab es in den letzten drei Monaten.
Die traditionellen britischen Wettbüros stehen vor einer existenziellen Krise, die weit über den einfachen Trend zum Online-Glücksspiel hinausgeht. Greg Knight, der CEO und Eigentümer von Jenningsbet, schlägt nun Alarm und benennt einen oft übersehenen Faktor als Hauptverantwortlichen: die explodierenden Kosten für Medienrechte an Pferderennen. Laut Knight sind die Gebühren für Live-Bilder und Datenströme mittlerweile so hoch, dass der Betrieb stationärer Filialen in vielen Fällen schlicht unwirtschaftlich wird. Die harten wirtschaftlichen Realitäten führen dazu, dass immer mehr Betreiber die Reißleine ziehen müssen.
Das Problem ist besonders brisant, da Pferderennen das Rückgrat des stationären Wettgeschäfts bilden. Ohne die Live-Bilder in den Läden sinkt die Attraktivität für Kunden drastisch. Doch der Preis für diese Inhalte ist laut Knight in den vergangenen drei Jahren derart gestiegen, dass er jede steuerliche Belastung in den Schatten stellt. Dies führt zu einer paradoxen Situation, in der Buchmacher gezwungen sind, Verträge zu unterschreiben, die sie sich eigentlich nicht mehr leisten können, um ihren Kernservice aufrechtzürhalten.
Zahlen und Fakten
Die Dimension des Shop-Sterbens ist beeindruckend und erschreckend zugleich. Allein in den letzten drei Monaten wurden in Großbritannien rund 350 Wettbüros geschlossen. Greg Knight verweist explizit auf die Branchenriesen Betfred und William Hill, die diesen Sommer hunderte Standorte aufgaben. Zuvor hatten beide Unternehmen versucht, in Verhandlungen mit Medienrechte-Anbietern wie Sports Information Services (SIS) und The Racing Partnership (TRP) hart zu bleiben. Knight bemerkte dazu, dass diese Anbieter zeitweise keine Bilder mehr an die Shops lieferten, was er als mutigen Standpunkt bezeichnete.
„Die Kosten für die Übertragung von Live-Rennen und Daten in Wettbüros sind in den letzten drei Jahren so dramatisch gestiegen, dass sie jede Steuererhöhung zusammengenommen in den Schatten stellen. Das ist die wahre Geschichte hinter diesen Schließungen, und sie scheint nicht erzählt zu werden.“ - Greg Knight, CEO von Jenningsbet
Besonders kritisch sieht Knight die Struktur der Verträge. Er beschreibt einen Teufelskreis: Sinkt die Anzahl der Wettbüros, versuchen die Medienrechte-Inhaber, ihre Einnahmen durch höhere Gebühren pro verbleibendem Standort stabil zu halten. Das wiederum erhöht den finanziellen Druck auf die Überlebenden, was zu weiteren Schließungen führt. Für viele Shops ist das Angebot von Pferderennen mittlerweile ein Verlustgeschäft geworden.
Hintergrund
Die Beziehung zwischen dem Rennsport und den Buchmachern war über Jahrzehnte eine Symbiose. Die Buchmacher zahlten für die Bilder, und diese Zahlungen flossen direkt in die Finanzierung des Sports zurück. Doch die Balance ist gekippt. Knight argumentiert, dass die Branche seit Jahren davor warnt, dass Pferderennen zu einem sogenannten „Loss Leader“ werden, also zu einem Produkt, bei dem der Händler draufzahlt, nur um Kunden in den Laden zu locken. Die aktuellen 350 Schließungen in nur einem Quartal sieht er als ultimativen Beweis dafür, dass die Buchmacher nicht bluffen.
Neben den Medienrechten belasten natürlich auch steigende Personalkosten und die allgemeine Inflation das Geschäft. Doch während diese Faktoren branchenweit bekannt sind, sieht Knight in der Intransparenz der Medienverträge das größte Risiko. Die genauen Bedingungen der Vereinbarungen mit SIS und TRP sind geheim, was den Druck auf kleinere Betreiber wie Jenningsbet massiv erhöht.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler zeigt diese Entwicklung im Ausland vor allem eines: Der stationäre Markt ist unter enormem Druck, was das Online-Angebot umso wichtiger macht. In Deutschland ist die Situation durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng geregelt. Während in Großbritannien die Kosten für Rechte die Läden erdrücken, kämpfen deutsche Anbieter eher mit den regulatorischen Hürden. Wer in Deutschland legal wetten oder spielen möchte, muss sich an die Regeln der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) halten. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen. Diese Maßnahmen dienen dem Spielerschutz, schränken aber natürlich das klassische „High Roller“-Gefühl ein, das man früher in Wettbüros finden konnte. Das System LUGAS überwacht diese Limits strikt, was für deutsche Spieler eine deutlich höhere Sicherheit bedeutet als in den oft intransparenten Märkten des Auslands.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz profitieren indirekt von der Schwäche des stationären Marktes. Da immer mehr physische Anlaufstellen verschwinden, wandern Kunden in den regulierten Online-Raum ab. Für Anbieter auf der offiziellen GGL-Whitelist ist dies eine Chance, sich durch Seriosität und strikte Einhaltung des Jugend- und Spielerschutzes abzuheben. Im Gegensatz zu den britischen Wettshops müssen deutsche Online-Casinos keine immensen Summen für Ladenmieten oder physische Übertragungsrechte in Verkaufsräumen zahlen, tragen dafür aber die Kosten für komplexe Compliance-Systeme. Wer bei einem lizenzierten deutschen Anbieter spielt, kann sicher sein, dass Gewinne fair ausgezahlt werden und keine dubiosen Praktiken bei der Datenvermittlung stattfinden, wie sie Knight im britischen Rennsport-Segment andeutet.
Häufige Fragen
Warum schließen in Großbritannien so viele Wettbüros?
Laut Jenningsbet CEO Greg Knight sind vor allem die explodierenden Kosten für Medienrechte an Pferderennen verantwortlich. Diese Kosten übersteigen mittlerweile sogar die Summe aller Steuererhöhungen der letzten Jahre. Zusätzlich belasten steigende Lohnkosten und der Trend zum Online-Glücksspiel die stationären Betreiber.
Was sind Medienrechte im Zusammenhang mit Pferderennen?
Buchmacher müssen Gebühren an Unternehmen wie SIS oder TRP zahlen, um Live-Bilder und Rennergebnisse in ihren Shops zeigen zu dürfen. Diese Bilder sind essenziell, um Kunden für Wetten vor Ort zu begeistern. Greg Knight betont jedoch, dass diese Kosten für viele Betriebe nicht mehr tragbar sind.
Welche großen Buchmacher haben Shops geschlossen?
Insbesondere die Branchenriesen William Hill und Betfred haben in diesem Sommer zusammen über 350 Filialen geschlossen. Dies geschah oft im zeitlichen Zusammenhang mit schwierigen Neuverhandlungen über die Übertragungsrechte für Pferderennen. Kleinere Anbieter wie Jenningsbet stehen unter ähnlichem finanziellen Druck.
Was bedeutet ein „vicious loop“ bei Wettshops?
Damit ist ein Teufelskreis gemeint, bei dem sinkende Shop-Zahlen dazu führen, dass die Anbieter von Medienrechten die Preise für die verbleibenden Läden erhöhen. Höhere Kosten führen dann zu weiteren Schließungen. Am Ende wird das Geschäftsmodell für alle Beteiligten unrentabel.
Sind deutsche Spieler von diesen Schließungen betroffen?
Nein, deutsche Spieler nutzen primär Anbieter mit einer Lizenz der GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder). In Deutschland gelten strenge Regeln wie das 1.000-Euro-Einzahlungslimit und die Überwachung durch das LUGAS-System. Der deutsche Markt ist durch den GlüStV 2021 stark reguliert, was Spielern mehr Sicherheit bietet als das kriselnde britische Retail-Modell.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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