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Spielerschutz

Neues Better Gambling Forum bündelt weltweites Wissen zum Spielerschutz

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Neues Better Gambling Forum bündelt weltweites Wissen zum Spielerschutz

Hard Rock Vizepräsident Paul Pellizzari stellt das Better Gambling Forum vor, um eine neue Bibliothek für Spielerschutz-Ressourcen zu schaffen, während Suchanfragen zu Spielsucht in den USA um 23 Prozent anstiegen.

Die Welt des Glücksspiels hat sich in den letzten Jahren rasant gewandelt. Was früher auf Spielbanken oder Wettbüros beschränkt war, findet heute fast überall auf dem Smartphone statt. Diese digitale Transformation stellt Regulierungsbehörden und Anbieter weltweit vor neue Herausforderungen. Paul Pellizzari, Vice President für Global Social Responsibility bei Hard Rock International, hat nun ein Projekt ins Leben gerufen, das diese Lücken schließen soll. Das sogenannte Better Gambling Forum soll als zentrale Anlaufstelle dienen, um bewährte Praktiken und wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Spielerschutz zu sammeln und zugänglich zu machen.

Bisher agierten viele Organisationen eher isoliert in ihren eigenen Zuständigkeitsbereichen. Ob staatliche Stellen, private Hilfsorganisationen oder die Betreiber von Online-Casinos, jeder entwickelte eigene Strategien. Das Better Gambling Forum setzt hier an und möchte eine Art Wissensdatenbank für die gesamte Branche sein. Es geht darum, nicht nur auf die Symptome von problematischem Spielverhalten zu reagieren, sondern Präventionsmodelle zu entwickeln, die über verschiedene Rechtsräume hinweg funktionieren. Dabei wird deutlich, dass es nicht die eine Lösung gibt, die für jeden Markt passt. Vielmehr soll ein Menü an Optionen entstehen, aus dem sich neue Märkte bedienen können.

Zahlen und Fakten

Ein Blick auf aktuelle Daten verdeutlicht die Dringlichkeit solcher Initiativen. Eine Untersuchung der American Medical Association, die im Journal JAMA Internal Medicine veröffentlicht wurde, zeigt einen deutlichen Trend. Seit der Aufhebung des Sportwettenverbots in den USA im Jahr 2018 stiegen die Suchanfragen nach Begriffen wie Glücksspielsucht national um 23 Prozent an. Besonders drastisch war die Zunahme in Bundesstaaten wie Pennsylvania mit einem Plus von 50 Prozent oder Massachusetts mit 47 Prozent. Insgesamt wurden zwischen Januar 2016 und Juni 2024 etwa 6,5 bis 7,3 Millionen solcher Suchanfragen über Google registriert.

Interessanterweise korrelieren diese Zahlen nicht zwangsläufig mit einer höheren Rate an pathologischen Spielern. In New Jersey stiegen die Suchanfragen zwar um 34 Prozent, doch die Quote der Problemspieler sank laut Experten von 6,3 Prozent im Jahr 2017 auf 5,6 Prozent im Jahr 2021. Dies deutet darauf hin, dass eine erhöhte Aufmerksamkeit und die Suche nach Hilfe sogar präventiv wirken können. Auch in Ländern wie Großbritannien oder Australien, wo Online-Glücksspiel seit über 20 Jahren legal ist, blieb die Rate der Problemspieler über lange Zeiträume stabil.

Hintergrund

Das Better Gambling Forum will genau hier ansetzen und den Dialog zwischen allen Beteiligten koordinieren. Paul Pellizzari betont, dass es nicht darum geht, neue Standards zu setzen oder bestehende Gremien zu ersetzen. Vielmehr soll ein gemeinsamer Rahmen geschaffen werden, der von mentaler Gesundheit bis hin zum praktischen Spielermanagement im Casino reicht.

„Was fehlt, ist etwas, das alle Aspekte des Bereichs anspricht, von dem, was die Betreiber tun müssen, über das, was die Regulierungsbehörden tun müssen, bis hin zu den Diensten für psychische Gesundheit und Suchtbehandlung. Wir brauchen einen Rahmen, der die Praktiken und Richtlinien adressieren kann, wie wir sie verstehen, um besser informierte Dialoge zu führen.“ - Paul Pellizzari, Vice President Global Social Responsibility bei Hard Rock International

Auch in Europa gibt es ähnliche Bestrebungen. Norwegen hat beispielsweise einen umfassenden Vierjahresplan für den Zeitraum von 2026 bis 2029 angekündigt. Ziel ist es, die Zahl der Personen mit Glücksspielproblemen zu minimieren. Dabei stehen besonders Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 25 Jahren im Fokus. Behörden wie die Lotteritilsynet arbeiten dabei eng mit Gesundheitsdiensten zusammen. Norwegen setzt auf Aufklärung über lootboxähnliche Mechaniken in Videospielen und bietet kostenlose, telefonbasierte 12-Wochen-Programme an, die keinen Hausarztbesuch erfordern.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist dieses Thema besonders relevant, da Deutschland mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) eines der strengsten Regelwerke weltweit eingeführt hat. Die im Forum diskutierten Ansätze wie Selbstsperren und Früherkennungssysteme sind hierzulande bereits gesetzlicher Standard. Wer bei einem lizenzierten Anbieter spielt, ist an das zentrale Sperrsystem OASIS angebunden. Zudem gilt ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das LUGAS-System überwacht wird. Auch das Einsatzlimit von maximal 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten dient dem direkten Spielerschutz. Die Initiativen des Better Gambling Forums könnten dazu beitragen, dass die deutsche Regulierung durch internationale Erfahrungen weiter verfeinert wird, ohne den Spielspaß unnötig zu ersticken. Es geht darum, gefährdete Personen frühzeitig durch Datensätze zu identifizieren, bevor ein finanzieller Schaden entsteht.

Was das für GGL-Casinos heißt

Anbieter mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen bereits unter strenger Beobachtung. Für sie bedeutet die Arbeit des Forums eine Chance, ihre Algorithmen zur Spielersicherheit zu verbessern. Während unregulierte Anbieter aus Curacao oder dem MGA-Raum oft nur oberflächliche Schutzmaßnahmen bieten, müssen GGL-Casinos nachweisen, dass sie aktiv gegen Spielsucht vorgehen. Die im Better Gambling Forum gesammelten Bibliotheken an Ressourcen könnten deutschen Betreibern helfen, ihre Sozialkonzepte noch wissenschaftlicher zu fundieren. Die GGL-Whitelist garantiert dem Nutzer, dass der Anbieter diese Verantwortung ernst nimmt. Wenn internationale Schwergewichte wie Hard Rock ihr Wissen teilen, profitieren letztlich auch die deutschen Regulierer von bewährten Methoden zur Suchtprävention, die über bloße Verbote hinausgehen.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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