Piraten und Diebe: Derek Stevens greift Prognosemärkte wie Polymarket frontal an
KI-GENERIERTCirca Sports Gründer Derek Stevens kritisiert den unfairen Wettbewerb durch Prognosemärkte, die Steuern und Abgaben umgehen. Er berichtet von spürbaren Umsatzverlusten durch Anbieter wie Polymarket und Kalshi.
In der Welt der Sportwetten braut sich ein Sturm zusammen, der weit über die Grenzen von Las Vegas hinausgeht. Derek Stevens, der charismatische Eigentümer von Circa Sports, hat in einem Interview deutliche Worte für eine neue Art von Konkurrenten gefunden. Es geht um sogenannte Prognosemärkte wie Polymarket oder Kalshi, auf denen Nutzer auf den Ausgang von Ereignissen wetten können. Was für Technikbegeisterte nach Fortschritt klingt, ist für Stevens nichts anderes als organisierte Umgehung geltenden Rechts. Er sieht die Integrität des regulierten Marktes in Gefahr, da diese Plattformen ohne die schweren Lasten agieren, die traditionelle Buchmacher tragen müssen.
Der Gründer von Circa, das für das weltweit größte Sportsbook im Circa Resort und Casino bekannt ist, hält sich nicht mit diplomatischen Floskeln zurück. Er vergleicht das Geschäftsmodell dieser Märkte mit Kriminellen, die einen Lastwagen voller Fernseher stehlen und diese dann auf dem Parkplatz eines Elektronikmarktes zum halben Preis verkaufen. Dieser Vergleich zielt direkt auf die Kostenstruktur ab. Während lizenzierte Anbieter Millionen für Lizenzen, Spielerschutz und Datenrechte ausgeben, operieren Prognosemärkte oft in einer rechtlichen Grauzone oder entziehen sich den spezifischen Abgaben für Sportwetten vollständig. Die Wut des Unternehmers ist dabei nicht nur ideologisch begründet, sondern hat handfeste wirtschaftliche Hintergründe, da er erstmals einen Rückgang der Marktanteile bei seinem eigenen Unternehmen feststellt.
Zahlen und Fakten
Ein zentraler Punkt in Stevens Argumentation sind die finanziellen Belastungen, denen Circa Sports unterliegt. Dazu gehören die staatlichen Glücksspielsteuern, die Bundesverbrauchssteuer auf Sportwetten, Gebühren für offizielle Ligadaten und Beiträge zu Fonds für verantwortungsbewusstes Spielen. In Bundesstaaten wie Illinois wird beispielsweise eine Gebühr von 25 Cent auf jede einzelne Wette erhoben. Da Plattformen wie Polymarket diese Kosten nicht tragen, können sie deutlich attraktivere Auszahlungsraten anbieten. Stevens merkt an, dass auch sein Unternehmen Quoten von minus 102 auf beiden Seiten anbieten könnte, wenn diese Gebühren wegfielen.
Obwohl Circa Sports selbst mit einem Low-Hold-Modell arbeitet, also einer geringen Gewinnspanne von etwa 3,5 Prozent im Vergleich zum US-Durchschnitt von etwa 10 Prozent, spürt das Unternehmen den Druck. Stevens gab zu, dass Prognosemärkte einen ordentlichen Teil des Handles, also des umgesetzten Wettvolumens, weggenommen haben. Dennoch expandiert das Unternehmen weiter. Erst kürzlich erhielt Circa eine Lizenz für Arizona, wo der Betrieb im Januar 2027 live gehen soll. Dies folgt auf den Markteintritt in Missouri, wo Circa eine der zwei begehrten ungebundenen Lizenzen für eine Gebühr von 500.000 US-Dollar ergattert hat. Das Ziel ist es, durch faire Preise und hohe Limits Kunden zu binden, was jedoch durch die steuerfreien Angebote der Prognosemärkte massiv erschwert wird.
Hintergrund
Die Debatte um Polymarket und Co. erreicht gerade einen Siedepunkt, da diese Plattformen während politischer Ereignisse und sportlicher Großevents wie der Weltmeisterschaft massiven Zulauf erhielten. Stevens sieht hier vor allem die Politik in der Pflicht. Er glaubt nicht, dass Bundesstaaten wie New York tatenlos zusehen werden, wie ihnen Steuereinnahmen in Milliardenhöhe entgehen, nur weil findige Plattformen sich als reine Prognosemärkte tarnen.
„Sie sind Piraten. Sie sind Diebe. Wir wären auch in der Lage, auf beiden Seiten Quoten von minus 102 anzubieten, wenn wir nicht all diese Gebühren zu zahlen hätten. Ich nehme an, dass am Ende besonnene Köpfe die Oberhand gewinnen werden." - Derek Stevens, Eigentümer von Circa Sports
Interessanterweise zeigt sich Stevens gegenüber traditionellen Wettbewerbern deutlich milder. Den Neueinsteiger Boomer's in Nevada sieht er nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung für einen robusten Markt. Für ihn liegt das Problem ausschließlich in der Ungleichbehandlung durch das Fehlen regulatorischer Aufsicht bei den neuen digitalen Handelsplätzen. Während Circa Sports in Missouri zeigen muss, dass ihr Modell trotz geringerer Marge nachhaltig ist, agieren die Prognosemärkte außerhalb dieses Systems.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Fans von Sportwetten in Deutschland ist dieser Konflikt eine wichtige Erinnerung an den Wert der Regulierung. Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) gibt es in Deutschland klare Regeln, die Sicherheit bieten, aber auch Einschränkungen mit sich bringen. Wer bei einem Anbieter wettet, der auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) steht, genießt den Schutz durch LUGAS und OASIS. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots, was beim Sportwetten zwar anders geregelt ist, aber der gleichen Logik des Spielerschutzes folgt.
Spieler sollten sich bewusst sein, dass vermeintlich bessere Quoten bei nicht lizenzierten Anbietern oder exotischen Prognosemärkten oft durch das Fehlen von Steuern erkauft werden, die in Deutschland direkt dem Gemeinwohl und dem Spielerschutz zugutekommen. Ein Anbieter ohne GGL-Lizenz bietet keinerlei rechtliche Handhabe bei Streitigkeiten über Auszahlungen. In Deutschland müssen Buchmacher eine 5-prozentige Sportwettensteuer abführen. Wenn ein ausländischer Anbieter diese nicht zahlt, agiert er ähnlich wie von Stevens beschrieben als Parasit im System. Nur wer bei lizenzierten deutschen Anbietern spielt, unterstützt einen fairen Wettbewerb und stellt sicher, dass Gewinne auch wirklich auf dem Konto landen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Online Casinos mit GGL-Lizenz stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie Stevens in den USA. Sie müssen hohe Anforderungen an die IT-Sicherheit, den Datenschutz und den Jugendschutz erfüllen. Prognosemärkte, die oft auf Krypto-Basis funktionieren, versuchen diese Hürden zu umgehen. Für die GGL bedeutet die Entwicklung in den USA, dass sie wachsam bleiben muss, um zu verhindern, dass solche hybriden Wettformen den deutschen Markt unkontrolliert fluten. Die Stabilität des deutschen Marktes hängt davon ab, dass der Kanalisierungsauftrag erfüllt wird, was nur gelingt, wenn lizenzierte Anbieter wettbewerbsfähig bleiben können, ohne den Spielerschutz zu opfern.
Häufige Fragen
Warum nennt Derek Stevens Prognosemärkte Diebe?
Er kritisiert, dass Plattformen wie Polymarket keine Steuern, Sportdatengebühren oder Abgaben für den Spielerschutz zahlen. Dadurch haben sie einen unfairen Preisvorteil gegenüber lizenzierten Buchmachern wie Circa Sports.
Wann startet Circa Sports in Arizona?
Nach der erfolgreichen Lizenzierung plant das Unternehmen den Start für Januar 2027. Dieser Termin steht jedoch noch unter Vorbehalt und könnte sich leicht verschieben.
Wie unterscheidet sich Circa Sports von anderen Buchmachern?
Circa arbeitet mit einem Low-Hold-Modell von etwa 3,5 Prozent, während der nationale Durchschnitt bei etwa 10 Prozent liegt. Zudem setzt das Unternehmen auf hohe Einsatzlimits und eine transparente Preisgestaltung für Profi-Wetter.
Ist das Wetten auf Prognosemärkten in Deutschland erlaubt?
In Deutschland dürfen Sportwetten nur von Anbietern mit einer Lizenz der GGL angeboten werden. Reine Prognosemärkte ohne deutsche Lizenz erfüllen meist nicht die strengen Anforderungen des GlüStV 2021 und gelten daher als illegal.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
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