Glücksspiel-Krise in Rumänien: Evoke warnt vor Steuern und Schwarzmarkt
KI-GENERIERTDer Glücksspielriese Evoke meldet massive finanzielle Einbußen in Rumänien. Höhere Steuern von bis zu 30 % und ein wachsender Schwarzmarkt belasten das Geschäft.
Rumänien galt lange Zeit als einer der vielversprechendsten Wachstumsmärkte für Online-Glücksspiel in Europa. Doch die jüngsten Berichte des Branchenriesen Evoke, zu dem bekannte Marken wie 888, William Hill und Mr Green gehören, zeichnen ein düsteres Bild. Das Unternehmen schlägt Alarm, da eine Kombination aus wirtschaftlicher Schwäche, massiven Steuererhöhungen und einer aggressiven Konkurrenz durch illegale Anbieter das regulierte Geschäft massiv unter Druck setzt. Für Evoke ist dies besonders bitter, da Rumänien erst kürzlich zum fünften Kernmarkt des Konzerns erklärt wurde.
Die Instabilität im rumänischen Markt erreicht einen kritischen Punkt. Während lizenzierte Betreiber mit immer höheren Abgaben kämpfen, profitieren Schwarzmarkt-Anbieter von dem Umstand, dass sie weder Steuern zahlen noch strenge Spielerschutzmaßnahmen einhalten müssen. Das führt zu einem unfairen Wettbewerb, der die Rentabilität der legalen Unternehmen untergräbt. Evoke reagiert nun mit einer vorsichtigen Strategie bei Marketing und Promotionen, um die verbliebenen Margen zu sichern. Es ist ein deutliches Warnsignal an Regulierungsbehörden in ganz Europa, dass der Bogen der Besteuerung überspannt sein könnte.
Zahlen und Fakten
Die finanziellen Auswirkungen sind konkret messbar. Sean Wilkins, Chief Financial Officer von Evoke, erklärte gegenüber Investoren, dass die Steuerlast des Unternehmens allein durch die Erhöhung der Glücksspielsteuer von 21 % auf 30 % um zusätzliche 6 Millionen Pfund gestiegen ist. Dies geschieht in einem Marktumfeld, das Wilkins als geschwächt beschreibt. Evoke hatte zuvor 10 Millionen Euro investiert, um den lokalen Anbieter Winner.ro zu erwerben und mit der Marke 888 zu fusionieren. Ziel war es, eine führende Position im Land einzunehmen. Das kombinierte Unternehmen NGS, an dem Evoke 51 % hält, sollte eigentlich vom prognostizierten Marktwachstum profitieren.
Auch andere Branchengrößen spüren den Druck. FDJ United gab an, im ersten Halbjahr 2026 aufgrund europaweiter Steuererhöhungen, unter anderem in Rumänien, 52 Millionen Euro mehr an Steuern gezahlt zu haben als im Vorjahreszeitraum. Dan Ghita, Vorsitzender von Rombet, wies darauf hin, dass die Europäische Union schätzt, dass den Mitgliedstaaten jährlich über 22 Milliarden Euro an Steuereinnahmen durch illegales Glücksspiel entgehen. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des Problems, das weit über die Grenzen Rumäniens hinausgeht.
Hintergrund
Der Konflikt in Rumänien schwelt schon länger. Die nationale Glücksspielbehörde ONJN steht wegen Korruptionsvorwürfen gegen Mitarbeiter in der Kritik, was das Vertrauen der Betreiber in eine faire Regulierung untergräbt. Gleichzeitig fordern Experten wie Stasya Yautodzyeva von der 4H Agency eine Rückkehr zu evidenzbasierter Politik, um die Attraktivität des Standorts zu wahren. Die Branche fordert eine koordinierte Zusammenarbeit auf dem Balkan und in ganz Europa, um den Schwarzmarkt effektiv zu bekämpfen.
„Rumänien ist weiterhin von der Kombination aus einer schwächeren Wirtschaft, höheren Steuern und dem Wachstum des unregulierten Marktes betroffen. Wir haben reagiert, indem wir Marketing- und Promotionsinvestitionen sorgfältig steuern, um die Erträge zu schützen.“ - Sean Wilkins, Chief Financial Officer bei Evoke
„Illegale Betreiber zahlen keine Steuern, ignorieren Verpflichtungen zum verantwortungsbewussten Glücksspiel und setzen Verbraucher größeren Risiken aus. Dies hat erhebliche makroökonomische Auswirkungen durch entgangene Steuereinnahmen, unfairen Wettbewerb und null Verbraucherschutz.“ - Dan Ghita, Vorsitzender bei Rombet
Was heißt das für deutsche Spieler?
Die Situation in Rumänien dient als mahnendes Beispiel für den deutschen Glücksspielmarkt. Auch in Deutschland ist die Kanalisierung, also das Ziel, Spieler in das legale Angebot zu führen, ein zentrales Thema des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021). Deutsche Spieler profitieren bei Anbietern auf der GGL-Whitelist von einem Höchstmaß an Sicherheit durch das LUGAS-System und das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat. Zudem gilt hier das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots.
Wenn jedoch die Steuerlast für legale Anbieter in Deutschland ähnlich wie in Rumänien weiter steigt oder die Regulierung zu restriktiv wird, könnten die legalen Angebote für Spieler im Vergleich zum Schwarzmarkt unattraktiver werden. Der Schwarzmarkt lockt oft mit höheren Boni oder fehlenden Limits, bietet aber keinerlei Rechtssicherheit oder Schutz vor Spielsucht. Für deutsche Nutzer ist es daher essenziell, ausschließlich bei Anbietern mit deutscher Lizenz zu spielen, da nur dort die Einhaltung der strengen Regeln zur Suchtprävention und zum Datenschutz garantiert ist.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) unterstreicht der Fall Evoke die Bedeutung stabiler politischer Rahmenbedingungen. Ein zu hoher Steuerdruck gefährdet die Fähigkeit der Unternehmen, in moderne Spielerschutz-Technologien und attraktive, legale Produkte zu investieren. GGL-Casinos müssen sich darauf verlassen können, dass die Behörden konsequent gegen illegale Offshore-Konkurrenten vorgehen, damit der faire Wettbewerb gewahrt bleibt. Die Entwicklung in Rumänien zeigt, dass Marktanteile schnell an den Schwarzmarkt verloren gehen können, wenn die Balance zwischen Regulierung und Marktfähigkeit kippt.
Häufige Fragen
Warum ist die Steuererhöhung in Rumänien ein Problem?
Die Erhöhung der Steuer von 21 % auf 30 % belastet legale Anbieter wie Evoke massiv, im Fall von Evoke um zusätzlich 6 Millionen Pfund. Dies verringert die Margen und macht es schwieriger, gegen den steuerfreien Schwarzmarkt zu konkurrieren.
Welche Rolle spielt der Schwarzmarkt bei diesem Konflikt?
Illegale Anbieter zahlen keine Steuern und halten sich nicht an Spielerschutzregeln, wodurch sie oft attraktivere, aber gefährlichere Angebote machen können. Dies entzieht dem Staat laut Schätzungen jährlich Milliarden an Steuereinnahmen.
Was hat Evoke in Rumänien unternommen, um zu wachsen?
Das Unternehmen hat für 10 Millionen Euro den lokalen Anbieter Winner.ro übernommen, um ihn mit der eigenen Marke 888 zu fusionieren. Damit wollte Evoke Rumänien zu einem seiner fünf wichtigsten Kernmärkte ausbauen.
Wie reagiert die Glücksspielbranche auf diese Krise?
Branchenvertreter fordern eine bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa und eine Regulierung, die auf Fakten statt auf unverhältnismäßiger Besteuerung basiert. Ziel ist es, das Vertrauen der Investoren durch Transparenz und Reformen zurückzugewinnen.
Warum sollten deutsche Spieler nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen?
Nur Anbieter auf der GGL-Whitelist garantieren die Einhaltung des deutschen Glücksspielstaatsvertrags, inklusive des monatlichen Einzahlungslimits von 1.000 Euro und der Anbindung an das Sperrsystem OASIS. Im Gegensatz zum Schwarzmarkt, wie er in Rumänien wächst, sind deutsche Spieler hier rechtlich geschützt.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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