FlightAware verklagt Kalshi wegen Wetten auf Flugausfälle
KI-GENERIERTDie Flugdaten-Plattform FlightAware zieht gegen Kalshi vor Gericht. Der Vorwurf: Missbrauch von Markendaten für riskante Prognosemärkte auf Flugausfälle wie am JFK-Flughafen.
Ein brisanter Rechtsstreit erschüttert die Welt der Prognosemärkte und stellt die Sicherheit des internationalen Flugverkehrs in ein neues Licht. FlightAware, die weltweit größte Webseite zur Flugverfolgung, hat eine Klage gegen die Plattform Kalshi eingereicht. Der Vorwurf wiegt schwer: Kalshi soll Markendaten und geschützte Namen missbraucht haben, um Wetten auf Flugausfälle anzubieten. Diese Praxis sei nicht nur eine Verletzung geistigen Eigentums, sondern schaffe gefährliche Anreize für Kriminelle, den Flugbetrieb gezielt zu stören, um Wettgewinne einzustreichen. Der Rechtsstreit wird vor einem Bezirksgericht in New York ausgetragen und könnte Signalwirkung für die gesamte Branche der Vorhersagemärkte haben.
Die Konfrontation begann laut Klageschrift bereits am 14. Juli 2026, als Kalshi seine Wettoptionen auf die kommerzielle Luftfahrt ausweitete. Dabei wurden gezielte Märkte eröffnet, die beispielsweise darauf setzen, ob mindestens 50 Prozent der Flüge an großen Drehkreuzen wie dem JFK Airport zu einem bestimmten Datum ausfallen. FlightAware wirft den Gründern von Kalshi, Tarek Mansour und Luana Lopes Lara, vor, das Vertrauen der Nutzer durch die unbefugte Nutzung des FlightAware-Logos und -Namens erschlichen zu haben. Selbst nach einer formellen Unterlassungsaufforderung soll die Plattform weiter mit dem Slogan geworben haben, dass die Wetten durch FlightAware-Daten verifiziert seien. Dies geschah, obwohl FlightAware seine Nutzungsbedingungen explizit anpasste, um die Verwendung seiner Daten für Prognosemärkte zu verbieten.
Zahlen und Fakten
In der Klageschrift werden konkrete Beispiele für die problematische Natur solcher Märkte genannt. Ein besonders drastischer Fall betrifft einen Soldaten der Special Forces, der über 400.000 US-Dollar auf der Konkurrenzplattform Polymarket gewonnen haben soll, indem er klassifizierte Informationen über eine Razzia gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro nutzte. FlightAware befürchtet, dass ähnliche Missbräuche im Flugverkehr stattfinden könnten. Wenn eine Wette darauf lautet, ob 50 Prozent der Flüge am 21. Oktober 2026 in New York ausfallen, könnten Akteure versuchen, dieses Ergebnis durch Drohnenflüge oder Cyberangriffe künstlich herbeizuführen.
„FlightAware sieht sich einem unmittelbaren und irreparablen Schaden gegenüber, da sein Name und seine Daten mit Verhaltensweisen in Verbindung gebracht werden, die den Flugbetrieb und die Sicherheit der Passagiere gefährden könnten.“ - Auszug aus der Klageschrift von FlightAware
Das Unternehmen fordert nun nicht nur eine einstweilige Verfügung, sondern verlangt auch, dass Kalshi alle Gewinne offenlegt und abführt, die durch die unbefugte Nutzung der Marke erzielt wurden. Zusätzlich verlangt FlightAware das Dreifache des tatsächlichen Schadens sowie die Übernahme aller Anwaltskosten. Kalshi hat zwar inzwischen den Namen von der Webseite entfernt und einen Disclaimer hinzugefügt, nutzt aber laut Klägerin weiterhin die Datenströme im Hintergrund.
Hintergrund
Kalshi wurde 2018 gegründet und versteht sich als regulierte Plattform für Vorhersagemärkte in den USA. Während klassische Sportwetten in vielen Bundesstaaten erlaubt sind, bewegen sich Märkte auf politische Ereignisse oder Infrastruktur-Ausfälle in einer rechtlichen Grauzone oder stoßen auf heftigen Widerstand der Behörden. FlightAware betont, dass man durch die Assoziation mit Kalshi bereits Kunden verloren habe, die eine Partnerschaft vermuteten und aus ethischen Gründen zum Wettbewerb abwanderten. Die Integrität der Luftfahrt stehe auf dem Spiel, wenn der Ausfall eines Fluges zum Spekulationsobjekt verkommt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Nutzer ist dieser Fall eine wichtige Mahnung zur Vorsicht. Plattformen wie Kalshi oder Polymarket operieren oft ohne deutsche Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) strikt, welche Wettmärkte zulässig sind. Prognosemärkte auf Ereignisse wie Flugausfälle oder politische Wahlen besitzen in Deutschland keine Genehmigung. Deutsche Spieler genießen nur bei Anbietern auf der offiziellen GGL-Whitelist umfassenden Schutz. Dazu gehören das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, die Anbindung an das Sperrsystem LUGAS und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei Slots. Wetten bei unlizenzierten Anbietern bergen das Risiko, dass Gewinne nicht ausgezahlt werden oder man sich sogar strafbar macht.
Was das für GGL-Casinos heißt
Seriöse deutsche Online-Casinos und Wettanbieter mit GGL-Lizenz distanzieren sich von solchen spekulativen und sicherheitsgefährdenden Märkten. In Deutschland liegt der Fokus auf Sportwetten und virtuellen Automatenspielen unter strengen Spielerschutz-Auflagen. Ein Markt auf Flugausfälle wäre nach deutschem Recht aufgrund der Manipulationsgefahr und der Gefährdung öffentlicher Interessen niemals genehmigungsfähig. Lizensierte Anbieter müssen sicherstellen, dass ihre Datenquellen sauber sind und keine Markenrechte Dritter verletzen. Der Fall FlightAware verdeutlicht, dass die Kooperation zwischen Datenlieferanten und Glücksspielanbietern auf einer soliden vertraglichen Basis stehen muss, um rechtliche Konsequenzen und Reputationsschäden zu vermeiden.
Häufige Fragen
Warum verklagt FlightAware die Plattform Kalshi?
FlightAware wirft Kalshi vor, Markennamen und Flugdaten ohne Erlaubnis für Wetten auf Flugausfälle genutzt zu haben. Zudem sieht das Unternehmen eine Gefahr für die Flugsicherheit, da die Wetten Anreize für Sabotage schaffen könnten.
Welche konkreten Wetten wurden auf Kalshi angeboten?
Es wurden Märkte für bestimmte Flughäfen eröffnet, beispielsweise eine Wette darauf, ob am 21. Oktober 2026 mindestens 50 Prozent der Flüge am JFK Airport in New York gestrichen werden. Solche Prognosen basierten laut Kalshi auf verifizierten Daten von FlightAware.
Welche Summen stehen im Raum?
FlightAware fordert die Herausgabe aller Gewinne, die Kalshi durch diese Wetten erzielt hat, sowie den dreifachen Wert des entstandenen Schadens. Im Text wird zudem ein Vergleichsfall erwähnt, bei dem ein Wettender 400.000 US-Dollar mit Insiderwissen gewann.
Sind solche Wetten in Deutschland erlaubt?
Nein, solche Prognosemärkte auf Infrastrukturausfälle sind in Deutschland nicht lizenziert. Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern wetten, die auf der Whitelist der GGL stehen und den GlüStV 2021 einhalten.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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