Glücksspiel-Flaute in New York: Warum Online-Casinos in den USA stagnieren
KI-GENERIERTNew Yorks Gesetzgeber erteilen iGaming eine Absage. Laut Carrie Wörner liegt die Legalisierung in weiter Ferne, während das Haushaltsdefizit von 34 Milliarden Dollar drückt.
Die Goldgräberstimmung auf dem amerikanischen iGaming-Markt bekommt einen deutlichen Dämpfer. Während Branchenkenner jahrelang davon ausgingen, dass Online-Casinos dem Siegeszug der Sportwetten in gleichem Tempo folgen würden, zeichnet sich nun eine Phase der Stagnation ab. Besonders im Fokus steht dabei der Empire State New York. Wer gehofft hatte, dass die legalen Casino-Apps bald die Grenze von Pennsylvania oder New Jersey überschreiten, sieht sich enttäuscht. Die politische Führung in Albany zeigt derzeit wenig Bereitschaft, das digitale Glücksspielangebot über das bestehende Maß hinaus zu erweitern.
Carrie Wörner, die Vorsitzende des zuständigen Ausschusses für Rennsport und Glücksspiel in der New York State Assembly, fand deutliche Worte für die aktuelle Lage. Sie beschreibt die Legalisierung von Online-Slots und Tischspielen als ein Projekt, das sich dauerhaft in einer Warteschleife befindet. Statt schneller Fortschritte sieht sie eine Haltung, die das Thema immer wieder um Jahre nach hinten verschiebt. Damit wird deutlich, dass New York nicht so bald zu den sieben oder acht US-Bundesstaaten stoßen wird, die bereits ein reguliertes iGaming-Umfeld bieten. Die anfängliche Gewissheit der Branche ist einer tiefen Skepsis gewichen, was die kurzfristige Expansion betrifft.
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftliche Dimension der Entscheidung ist gewaltig. New York steht vor einer kumulierten Budgetlücke von 34 Milliarden Dollar bis zum Geschäftsjahr 2029. Senator Joe Addabbo, ein vehementer Befürworter von iGaming, schätzt, dass legale Online-Casinos jährlich rund 475 Millionen Dollar in die Staatskasse spülen könnten. Im Vergleich dazu zeigt der Nachbarstaat New Jersey, was möglich ist: Dort steuert der Markt auf Einnahmen von 3 Milliarden Dollar in diesem Jahr zu. Da New York doppelt so viele Einwohner hat, halten manche Experten sogar Einnahmen von bis zu 19 Milliarden Dollar über drei Jahre für realistisch, sofern die Marktbedingungen ähnlich attraktiv gestaltet würden.
Doch die politischen Bedenken wiegen schwerer als die nackten Zahlen. Carrie Wörner betonte die Sorge um die Kaufkraft der Bürger. Sie erklärte die Situation so:
„Wir sehen generell eine Stagnation des verfügbaren Einkommens in der Wirtschaft. Wenn das verfügbare Einkommen stagniert, bedeutet mehr Geld für Glücksspiel automatisch weniger Geld für Restaurantbesuche, Kinogänge oder Einkäufe in unseren Hauptstraßen." - Carrie Wörner, Vorsitzende des Ausschusses für Rennsport und Glücksspiel, New York State Assembly
Hintergrund
Ein wesentlicher Grund für das langsame Tempo ist das Fehlen eines breiten öffentlichen Drucks. Anders als bei den Sportwetten, die nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs im Jahr 2018 eine enorme Graswurzelbewegung und massive Werbepräsenz erlebten, bleibt iGaming eher ein Nischenthema der Industrie. Hinzu kommt der Widerstand mächtiger Gewerkschaften aus dem Hotel- und Casinosektor. Diese fürchten, dass Online-Angebote die Gäste aus den physischen Spielbanken abziehen und somit Arbeitsplätze in den Städten gefährden könnten. Die Erinnerung an den Niedergang der Rennbahnen durch die Einführung von Wettbüros in den 1970er Jahren sitzt tief.
Zudem spielt die Haltung von Gouverneurin Kathy Hochul eine entscheidende Rolle. Sie hat iGaming in ihren jüngsten Budgetentwürfen konsequent ignoriert. Zwar ist Hochul keine generelle Gegnerin von Glücksspiel, wie die Genehmigung von drei neuen landbasierten Casinos im Raum New York City zeigt, doch der Fokus liegt klar auf stationären Arbeitsplätzen und lokaler Entwicklung. Senator Addabbo hat angekündigt, seinen Gesetzentwurf SB 2614 im Jahr 2027 erneut einzubringen, doch bis dahin bleibt der Markt im Wartemodus.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler zeigt die Entwicklung in den USA, dass eine strikte Regulierung und politische Skepsis kein rein nationales Phänomen sind. In Deutschland ist der Markt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) klar geregelt. Wer hierzulande sicher spielen möchte, sollte ausschließlich Plattformen nutzen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Dort gelten strenge Regeln zum Spielerschutz, wie das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das System LUGAS überwacht wird. Während New York noch über den Schutz der „Main Street" debattiert, sind in Deutschland bereits Maßnahmen wie das 1-Euro-Einsatzlimit pro Spin bei Online-Slots aktiv, um exzessives Spielverhalten zu verhindern.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit GGL-Lizenz profitieren von der Rechtssicherheit, die in den USA derzeit vielen Anbietern fehlt. Deutsche Betreiber müssen sich zwar an harte Werbebeschränkungen und technische Auflagen halten, agieren aber in einem stabilen rechtlichen Rahmen. Das Beispiel New York verdeutlicht, dass unregulierte Märkte oft mit illegalen Anbietern zu kämpfen haben, die keinerlei Spielerschutz bieten. Senator Addabbo wies darauf hin, dass der Schwarzmarkt in New York sehr robust sei und keine Sicherheitsnetze biete. GGL-lizenzierte Anbieter heben sich hiervon durch Transparenz und staatliche Aufsicht ab, was langfristig das Vertrauen der Nutzer stärkt.
Häufige Fragen
Wann werden Online-Casinos in New York legalisiert?
Laut der Abgeordneten Carrie Wörner liegt eine Legalisierung in weiter Ferne und wird oft als „fünf Jahre entfernt" beschrieben. Für das Jahr 2026 gilt das Vorhaben bereits als gescheitert, da der politische Rückhalt fehlt.
Wie hoch sind die potenziellen Steuereinnahmen für New York?
Befürworter wie Senator Addabbo schätzen die jährlichen Einnahmen auf etwa 475 Millionen Dollar. Andere Analysen deuten darauf hin, dass bei einer Marktgröße ähnlich wie in New Jersey bis zu 19 Milliarden Dollar über drei Jahre möglich wären.
Warum gibt es Widerstand gegen iGaming in den USA?
Gewerkschaften fürchten den Verlust von Arbeitsplätzen in physischen Casinos durch Abwanderung der Spieler ins Internet. Zudem sorgen sich Politiker wie Wörner um eine Verdrängung des Konsums im lokalen Einzelhandel und in der Gastronomie.
Was ist der Unterschied zwischen Sportwetten und Online-Casinos in den USA?
Sportwetten erfuhren nach 2018 einen rasanten Aufstieg durch massive Werbung und öffentlichen Druck. Online-Casinos (iGaming) wachsen deutlich langsamer, da sie oft als größeres Risiko für Spielsucht und lokale Wirtschaftskreisläufe angesehen werden.
Sind amerikanische Online-Casinos für Spieler aus Deutschland sicher?
Spieler in Deutschland sollten nur in Casinos spielen, die eine Lizenz der GGL besitzen. US-Anbieter ohne deutsche Lizenz erfüllen nicht die strengen Anforderungen des GlüStV 2021, wie etwa das LUGAS-Limit oder die OASIS-Sperrdatei.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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