Schweiz sperrt über 3.500 illegale Glücksspiel-Websites im Jahr 2026
KI-GENERIERTDie Eidgenössische Spielbankenkommission ESBK erweitert ihre Blacklist auf 3.567 Domains, um Schweizer Spieler vor nicht lizenzierten Offshore-Anbietern zu schützen.
Die Schweiz geht mit unverminderter Härte gegen den illegalen Online-Glücksspielmarkt vor. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ESBK hat ihre schwarze Liste nicht autorisierter Websites massiv ausgebaut. Mit der jüngsten Aktualisierung vom 25. August umfasst die Liste nun insgesamt 3.567 Domains, die Schweizer Bürgern ohne staatliche Genehmigung Glücksspiele anbieten oder dafür werben. Dieser Schritt verdeutlicht den anhaltenden Druck, dem der regulierte Schweizer Markt durch Offshore-Betreiber ausgesetzt ist.
Durch die Veröffentlichung im Schweizer Bundesblatt wird die Sperrung der genannten Domains rechtlich bindend. Schweizer Internetdienstleister sind nun gesetzlich dazu verpflichtet, DNS-Sperren einzurichten. Versucht ein Nutzer aus der Schweiz eine dieser Adressen aufzurufen, erfolgt automatisch eine Weiterleitung auf eine Informationsseite. Dort wird klargestellt, dass das Angebot in der Schweiz nicht zugelassen ist. Die rechtliche Grundlage hierfür bilden die Artikel 86 ff. des Bundesgesetzes über Geldspiele sowie die entsprechenden Bestimmungen der Geldspielverordnung.
Zahlen und Fakten
Die schiere Menge der gesperrten Adressen zeigt die Dynamik des Schwarzmarktes. Allein im laufenden Jahr 2026 hat die ESBK mehr als 1.000 neue Domains zu ihrer Blacklist hinzugefügt. Die Verantwortung für die Überwachung ist dabei klar zwischen zwei Behörden aufgeteilt. Die ESBK überwacht den Bereich der landbasierten und Online-Casinos. Sie ist als unabhängige Behörde dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement angegliedert. Für Lotterien, Sportwetten und Geschicklichkeitsspiele im großen Stil ist hingegen die Gespa zuständig, die interkantonale Geldspielaufsicht. Beide Organisationen führen eigene Listen und koordinieren ihre Maßnahmen, um illegale Angebote aus dem digitalen Raum der Schweiz zu verdrängen.
Ein wichtiger Aspekt der Schweizer Regulierung ist die Kanalisierung hin zu legalen Anbietern. Trotz der intensiven Jagd auf illegale Seiten bleibt die Teilnahme an ausländischen Glücksspielen für die Konsumenten selbst straffrei. Dennoch warnt die Behörde vor den erheblichen Risiken. Ohne staatliche Aufsicht fehlen Garantien für faire Spielabläufe, Schutz vor Betrug oder Maßnahmen zur Suchtprävention. Betreiber aus Übersee nutzen oft Standorte außerhalb der europäischen Reichweite, um Steuern und strengen Kontrollen zur Geldwäscheprävention zu entgehen.
Hintergrund
Während der Kampf gegen illegale Anbieter tobt, wächst der legale Markt kontrolliert weiter. Kürzlich erhielt das Casino Locarno die Genehmigung als zehnter legaler Online-Casino-Betreiber der Schweiz. Unter der Marke CasiNeo.ch darf das Unternehmen nun sein Portfolio digital anbieten. Diese Entwicklung ist Teil der seit 2019 geltenden Regelung, wonach Online-Konzessionen ausschließlich an Inhaber bestehender landbasierter Spielbanken vergeben werden. Das Casino Locarno, das seit 2022 zur Stadtcasino Baden Gruppe gehört, folgt damit dem Beispiel des Casinos Baden, das einst als Pionier den ersten legalen Online-Shop der Schweiz eröffnete.
„Der Zugang zu den unten in alphanumerischer Reihenfolge aufgeführten Spieleseiten wurde gemäß Art. 86 ff. des Bundesgesetzes über Geldspiele und Art. 88 ff. der Geldspielverordnung gesperrt.“ - Eidgenössische Spielbankenkommission, Offizielle Mitteilung
Die Schweizer Behörden signalisieren derzeit keinerlei Bereitschaft, das bestehende System zu lockern. Die Kopplung von Online-Lizenzen an physische Casinos bleibt das zentrale Element der Marktsteuerung. Ob die rein technische Blockade von über 3.500 Domains ausreicht, um den Schwarzmarkt dauerhaft einzudämmen, bleibt unter Experten umstritten. Insbesondere die Entwicklungen in den Nachbarländern Deutschland und Österreich könnten hier als Vergleichsmaßstab dienen, da dort ähnliche Diskussionen über die Effektivität von Netzsperren geführt werden.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation in der Schweiz ein interessantes Spiegelbild zur heimischen Rechtslage. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt. Während die Schweiz auf DNS-Sperren setzt, fokussiert sich die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale) primär auf die Whitelist und das zentrale Überwachungssystem LUGAS. Deutsche Spieler dürfen nur bei Anbietern spielen, die auf dieser offiziellen Whitelist stehen. Dort gelten strikte Regeln: Ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg und ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei Slots. Wer bei Anbietern ohne GGL-Lizenz spielt, begibt sich in eine rechtliche Grauzone und verliert den Schutz durch deutsche Gesetze. Ähnlich wie in der Schweiz dienen Sperrlisten und regulatorische Maßnahmen dazu, den Spieler zu den sichereren, lizenzierten Portalen zu lenken.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die massiven Sperrungen in der Schweiz stärken indirekt auch die Position der legalen GGL-Casinos in Deutschland. Wenn Nachbarländer ihre Schwarzmarktbekämpfung intensivieren, steigt der Druck auf internationale Offshore-Anbieter insgesamt. Für lizenzierte deutsche Betreiber bedeutet dies eine fairere Wettbewerbslandschaft, da illegale Konkurrenten zunehmend Schwierigkeiten haben, ihre Zahlungswege und Werbekanäle in DACH-Regionen stabil zu halten. Die Schweizer Zahlen von über 3.500 gesperrten Domains verdeutlichen jedoch auch den deutschen Betreibern, wie groß die Konkurrenz durch nicht regulierte Anbieter nach wie vor ist. Ein starker Spielerschutz und die Einhaltung der GGL-Vorgaben bleiben daher das wichtigste Unterscheidungsmerkmal, um Vertrauen bei den Kunden zu gewinnen und sich langfristig gegen die illegale Flut aus Curacao oder anderen Steueroasen zu behaupten.
Häufige Fragen
Wie viele Domains stehen auf der Schweizer Blacklist?
Aktuell umfasst die schwarze Liste der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) insgesamt 3.567 Domains. Allein im Jahr 2026 wurden bereits mehr als 1.000 neue Internetadressen von illegalen Glücksspielanbietern hinzugefügt.
Ist das Spielen auf ausländischen Casino-Seiten in der Schweiz strafbar?
Nein, Schweizer Spieler begehen keine Straftat, wenn sie eine nicht lizenzierte Website nutzen. Die Behörden warnen jedoch ausdrücklich davor, dass dies auf eigenes Risiko geschieht und keinerlei rechtliche Garantien oder Spielerschutzmaßnahmen bestehen.
Wer ist für die Sperrung illegaler Glücksspiele in der Schweiz zuständig?
Die Verantwortung ist geteilt: Die ESBK überwacht den Casino-Bereich und bekämpft illegale Online-Casinos. Die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) ist hingegen für die Überwachung von Sportwetten und Lotterien zuständig.
Welches Online-Casino hat zuletzt eine Schweizer Lizenz erhalten?
Das Casino Locarno wurde als zehnter offizieller Betreiber für den Online-Markt zugelassen. Es betreibt die Plattform CasiNeo.ch und gehört zur Stadtcasino Baden Gruppe.
Was müssen Spieler in Deutschland beim Online-Glücksspiel beachten?
In Deutschland dürfen Spieler nur Angebote nutzen, die eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen. Diese Anbieter sind auf der offiziellen Whitelist geführt und halten sich an den Glücksspielstaatsvertrag 2021, der unter anderem ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro vorsieht.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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