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Regulierung

Geldstrafe gegen NorthStar: Versäumnisse bei Geldwäsche-Kontrollen in Kanada

28. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Geldstrafe gegen NorthStar: Versäumnisse bei Geldwäsche-Kontrollen in KanadaKI-GENERIERT

Die Glücksspielbehörde von Ontario verhängt eine Strafe von 100.000 CA$ gegen NorthStar Gaming. Ein einziger Spieler-Account löste die Ermittlungen aus.

Der kanadische Glücksspielmarkt zeigt erneut Zähne, wenn es um die Einhaltung gesetzlicher Standards geht. NorthStar Gaming sieht sich aktuell mit einer empfindlichen Zahlungsaufforderung konfrontiert. Die zuständige Aufsichtsbehörde, die Alcohol and Gaming Commission of Ontario (AGCO), hat eine Geldstrafe von 100.000 CA$ gegen den Betreiber verhängt. Grund für diese Maßnahme sind erhebliche Mängel bei den Verfahren zur Bekämpfung von Geldwäsche (Anti-Money Laundering, kurz AML). Es geht dabei nicht um ein systemisches Versagen über die gesamte Plattform, sondern um die mangelhafte Überwachung eines einzelnen Spieler-Accounts, der über einen Zeitraum von über einem Jahr aktiv war.

Dieser Vorfall ereignete sich in der Zeit zwischen März 2024 und Juni 2025. In diesem Fenster versäumte es NorthStar, die sogenannten erweiterten Sorgfaltspflichten (Enhanced Due Diligence) anzuwenden, die in den Standards des Registrars für Internet-Glücksspiel festgeschrieben sind. Das Unternehmen hat den Sachverhalt nicht bestritten und zeigt sich kooperativ. Für die Branche ist dies ein deutliches Signal: Auch Einzelfälle können zu sechsstelligen Strafen führen, wenn die Aufsicht das Vertrauen in die Kontrollmechanismen gefährdet sieht.

Zahlen und Fakten

Die Strafe setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, wobei der Kernpunkt die Verletzung der AML-Bestimmungen ist. Ergänzend dazu gab es in der Vergangenheit bereits kleinere Sanktionen gegen denselben Anbieter. So wurde NorthStar bereits früher mit einer Strafe von 30.000 CA$ belegt, nachdem Geolocation-Tests fehlgeschlagen waren. Damals konnten Ermittler aus Quebec und New York auf die eigentlich nur für Ontario zugelassene Seite zugreifen. Im aktuellen Fall liegt der Fokus jedoch rein auf der finanziellen Integrität.

„Wir nehmen unsere AML-Verpflichtungen ernst und akzeptieren die Verantwortung für die in dieser Anordnung genannten Angelegenheiten. Das fragliche Verhalten beschränkt sich auf einen bestimmten Zeitraum, der nun hinter uns liegt.“ - Corey Goodman, CEO von NorthStar

Seit dem Bekanntwerden der Probleme hat NorthStar massiv investiert. Ein neuer Vice President für Compliance wurde eingestellt, das Team vergrößert und ein externes Gremium mit Branchenexperten zur Überwachung der Abläufe ins Leben gerufen. Zudem wurden die Systeme zur Risikobewertung und Spielerklassifizierung technisch modernisiert.

Hintergrund

Ontario ist derzeit die einzige kanadische Provinz, die einen offenen, regulierten Markt für kommerzielles Online-Glücksspiel betreibt. Seit dem Start im April 2022 müssen alle Anbieter strikte Auflagen erfüllen, die mit denen europäischer Lizenzen vergleichbar sind. Die AGCO fungiert hierbei als strenger Wächter. Dr. Karin Schnarr, CEO der AGCO, betonte unmissverständlich, dass Anti-Geldwäsche-Kontrollen mehr sein müssen als nur „Richtlinien auf dem Papier“. Wenn Risikoindikatoren bei einem Spieler anschlagen, muss der Betreiber aktiv werden, um den Sektor vor krimineller Zweckentfremdung zu schützen.

Die Expansion von NorthStar in andere kanadische Gebiete erfolgt derweil über die Plattform NorthStarBets.com, die durch die Übernahme von Slapshot Media ermöglicht wurde. Während in Ontario die Seite .ca unter strenger Aufsicht steht, agieren die Angebote in anderen Provinzen oft noch in rechtlichen Grauzonen, da dort staatliche Lotteriegesellschaften Monopole halten.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Deutsche Kunden, die bei Anbietern mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) spielen, kennen ähnliche Mechanismen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) legt extreme Priorität auf die Identitätsprüfung und die Überwachung von Zahlungsströmen. Wer in einem deutschen Casino spielt, unterliegt dem LUGAS-System, das Einzahlungen auf 1.000 € pro Monat begrenzt und anbieterübergreifend überwacht.

Ein Fall wie bei NorthStar verdeutlicht, warum die GGL so penibel auf die Einhaltung der Verifizierungsprozesse pocht. In Deutschland wäre ein Versäumnis bei der Mittelherkunftsprüfung (Source of Funds) ein direkter Grund für ein Widerrufsverfahren der Lizenz. Spieler in Deutschland profitieren von dieser Strenge, da sie sicher sein können, dass ihre Gelder in einem sauberen Umfeld verwaltet werden und der Anbieter bei Unregelmäßigkeiten sofort eingreifen muss. Die 1-Euro-Einsatzgrenze bei Slots ist ein weiteres Instrument, das Geldwäsche für Kriminelle durch geringe Volumina unattraktiv machen soll.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für deutsche Lizenzinhaber wie Merkur, Novomatic oder Tipico ist der Fall NorthStar eine Mahnung, die IT-gestützten Compliance-Systeme niemals schleifen zu lassen. Die GGL führt regelmäßige Audits durch und vergleicht die Daten mit der offiziellen Whitelist. Verstöße gegen AML-Richtlinien werden in Deutschland nicht nur mit Bußgeldern, sondern oft mit dem Ausschluss vom Markt bestraft. Deutsche Anbieter müssen sicherstellen, dass ihre Schnittstellen zu LUGAS und der Sperrdatei OASIS jederzeit einwandfrei funktionieren, um ähnliche Sanktionen wie in Ontario zu vermeiden.

Häufige Fragen

Warum musste NorthStar Gaming 100.000 CA$ Strafe zahlen?

Der Anbieter hat die Anti-Geldwäsche-Vorschriften bei einem einzelnen Spielerkonto nicht korrekt umgesetzt. Zwischen März 2024 und Juni 2025 wurden notwendige erweiterte Prüfungen versäumt.

Welche Behörde hat die Strafe verhängt?

Die Strafe wurde von der Alcohol and Gaming Commission of Ontario (AGCO) ausgesprochen. Diese Behörde überwacht den regulierten Glücksspielmarkt in der kanadischen Provinz Ontario.

Hat NorthStar bereits auf die Vorwürfe reagiert?

Ja, das Unternehmen hat die Verantwortung übernommen und eng mit der Behörde kooperiert. Zudem wurden Investitionen in neues Compliance-Personal und verbesserte Überwachungssysteme getätigt.

Gibt es in Deutschland ähnliche Kontrollen für Online-Casinos?

Ja, in Deutschland überwacht die GGL streng die Einhaltung des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Anbieter müssen AML-Richtlinien befolgen und sind an Systeme wie LUGAS und OASIS angeschlossen, um Geldwäsche und Spielsucht zu verhindern.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

In Kategorie:Regulierung & Lizenzen
In Land:Kanada
Erwähnte Unternehmen:NorthStar Gaming

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