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Regulierung

US-Politiker attackiert FanDül wegen umstrittener VIP-Programme für Spieler

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
US-Politiker attackiert FanDül wegen umstrittener VIP-Programme für SpielerKI-GENERIERT

Der US-Abgeordnete Paul Tonko kritisiert FanDül scharf für den Umgang mit High-Rollern. Er fordert nach unbeantworteten Fragen zum SAFE Bet Act strengere Regeln gegen Spielsucht.

Die Debatte um den Schutz von Konsumenten im Bereich der Sportwetten erreicht in den USA eine neue Eskalationsstufe. Im Zentrum der Kritik steht der Branchenriese FanDül, der sich derzeit Vorwürfen ausgesetzt sieht, seine profitablen VIP-Programme auf Kosten des Spielerschutzes zu verteidigen. Paul Tonko, ein einflussreicher US-Kongressabgeordneter, zeigt sich zutiefst unzufrieden mit den jüngsten Stellungnahmen des Unternehmens. Er wirft dem Anbieter vor, Verantwortung systematisch auf die Kunden abzuwälzen und ein fehlerhaftes Modell für verantwortungsbewusstes Spielen zu nutzen, um gesetzliche Rechenschaftspflichten zu umgehen.

Der Auslöser für die jüngste Konfrontation war ein Schreiben, das Tonko zusammen mit dem Senator Richard Blumenthal und der Abgeordneten Valerie Foushee an FanDül richtete. Die Politiker forderten detaillierte Antworten zu den Praktiken hinter den verschlossenen Türen der VIP-Clubs. Diese Programme richten sich an sogenannte High-Value Bettor, also Kunden, die besonders hohe Summen umsetzen. Die Kritik entzündete sich unter anderem an einem Video aus dem Jahr 2024, in dem der MLB-Star Bryce Harper auftauchte, was Fragen zur aggressiven Vermarktung gegenüber potenziell gefährdeten Spielern aufwarf. Trotz einer Antwort von Cory Fox, dem Senior Vice President für öffentliche Ordnung bei FanDül, bleibt die politische Ebene skeptisch.

Zahlen und Fakten

Die Untersuchung der Abgeordneten umfasste insgesamt acht gezielte Fragen zu den internen Abläufen der VIP-Betreuung. FanDül verweigerte jedoch zu fünf dieser Punkte eine konkrete Aussage. Besonders brisant ist die Frage, wie viele VIP-Kunden versucht haben, ihre Konten zu schließen oder ihre Einsätze zu reduzieren, nur um dann mit exklusiven Vergünstigungen oder Promotionen zum Weiterspielen überredet zu werden. Ebenfalls unbeantwortet blieb die Häufigkeit, mit der VIP-Manager persönliche Videos von Prominenten wie Bryce Harper an Kunden versenden, um die Aktivität auf der Plattform hochzuhalten.

Ein weiterer kritischer Punkt betrifft die Identifikation von problematischem Spielverhalten. Die Abgeordneten wollten wissen, welche spezifischen Faktoren FanDül nutzt, um gefährdete Nutzer zu erkennen, und warum das VIP-Programm dennoch in einer Weise genutzt wurde, die schädliches Glücksspiel fördern könnte. Tonko argumentiert, dass die Branche bewiesen habe, dass sie weder in der Lage noch willens sei, Kunden adäquat vor den Risiken von Sportwetten zu schützen. In einem Interview betonte er die Dringlichkeit, die außer Kontrolle geratene Industrie durch Bundesgesetze zu zügeln.

Hintergrund

VIP-Programme in der Glücksspielwelt funktionieren oft über persönliche Kontakte. Kunden erhalten dedizierte Hosts, persönlichen Support per Live-Chat und Einladungen zu exklusiven Sportveranstaltungen. Während die Anbieter dies als Kundenservice deklarieren, sehen Kritiker darin ein Instrument zur Umsatzmaximierung. Besonders erfolgreiche oder vielspielende Kunden stoßen bei regulierten Anbietern oft an Setzlimits. VIP-Programme dienen dazu, diese zahlungskräftige Klientel an die Plattform zu binden, auch wenn sie bereits erhebliche Verluste erlitten haben.

„FanDül verlässt sich auf ein fehlerhaftes Modell des verantwortungsbewussten Spielens, um die Rechenschaftspflicht zu umgehen und die Verantwortung auf die Verbraucher zu schieben.“ - Paul Tonko, US-Kongressabgeordneter

Tonko nutzt die aktuelle Kontroverse, um für seinen SAFE Bet Act zu werben, den er bereits vor zwei Jahren initiiert hat. Dieser Gesetzentwurf sieht vor, landesweit strengere Standards für Online-Sportwetten einzuführen, um den Wildwuchs an unterschiedlichen einzelstaatlichen Regelungen zu beenden und den Verbraucherschutz zu zentralisieren. Die Nachricht über den politischen Druck fällt zudem in eine Zeit personellen Wandels bei FanDül. Die ehemalige CEO Amy Howe verlässt das Unternehmen mit einem millionenschweren Abfindungspaket, das deutlich über den ursprünglich angekündigten Summen liegen soll.

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland sind die Szenarien, die Paul Tonko in den USA kritisiert, durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) weitgehend unterbunden. Während US-Anbieter wie FanDül oft sehr individuelle Boni für High-Roller stricken können, unterliegen in Deutschland lizenzierte Anbieter der strengen Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das System LUGAS überwacht wird, verhindert, dass Spieler unkontrolliert riesige Summen verlieren, wie es bei den VIP-Programmen in den USA der Fall ist. Zudem gilt an virtuellen Automaten ein Einsatzlimit von einem Euro pro Spin, was das Risiko für schnelle, hohe Verluste minimiert.

Deutsche Spieler sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen. Anbieter mit Lizenzen aus Malta (MGA) oder Curacao versuchen oft, deutsche Gesetze zu umgehen und werben mit VIP-Vorteilen, die gegen den GlüStV 2021 verstoßen könnten. In einem legalen deutschen Online-Casino gibt es keine geheimen Rückholangebote für Spieler, die ihr Konto sperren wollen. Das Sperrsystem OASIS stellt sicher, dass eine Selbstsperre sofort und unwiderruflich bei allen lizenzierten Anbietern greift, ohne dass VIP-Manager intervenieren dürfen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit deutscher Lizenz ist der Fall FanDül eine Mahnung. Die GGL achtet penibel auf das Werbeverbot für exzessives Spiel. VIP-Programme, die darauf abzielen, Verluste durch Boni zu kompensieren oder Spieler von einer Kontoschließung abzuhalten, führen in Deutschland zum sofortigen Entzug der Erlaubnis. Die Transparenzpflichten gegenüber der Behörde sind deutlich höher als derzeit in vielen US-Bundesstaaten. Deutsche Casinos müssen nachweisen, dass ihre Algorithmen zur Früherkennung von Spielsucht effektiv arbeiten und bei Auffälligkeiten sofortige Maßnahmen ergreifen, statt die Spieler in einen VIP-Status zu erheben.

Häufige Fragen

Warum wird FanDül von der US-Politik kritisiert?

Der Abgeordnete Paul Tonko wirft FanDül vor, durch exklusive VIP-Programme gezielt Spieler zu hohen Einsätzen zu verleiten und Spielerschutzmaßnahmen zu vernachlässigen. Zudem hat das Unternehmen fünf von acht wichtigen Fragen der Abgeordneten zu diesen Praktiken nicht beantwortet.

Welche Rolle spielt der MLB-Star Bryce Harper in diesem Fall?

Ein Video von Bryce Harper aus dem Jahr 2024 wurde von VIP-Managern genutzt, um Kunden zum Weiterspielen zu animieren. Dies wird als Beispiel für aggressive Marketingmethoden angeführt, die besonders gefährdete Spieler ansprechen könnten.

Was ist der SAFE Bet Act?

Dies ist ein Gesetzentwurf von Paul Tonko, der strengere nationale Regeln für Sportwetten in den USA einführen soll. Ziel ist es, den Verbraucherschutz zu stärken und die Macht der Wettanbieter bei der Gestaltung von VIP-Programmen einzuschränken.

Sind solche VIP-Programme auch in Deutschland erlaubt?

Nein, in dieser Form sind sie in Deutschland verboten, da der Glücksspielstaatsvertrag 2021 strenge Limits und Werbebeschränkungen vorsieht. Deutsche Spieler sind durch das LUGAS-System und das Einzahlungslimit von 1.000 Euro sowie das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin geschützt.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:FanDuel

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