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Regulierung

UK unter Druck: Macolin-Konvention soll Sportbetrug schneller bekämpfen

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
UK unter Druck: Macolin-Konvention soll Sportbetrug schneller bekämpfen

Britische Gesetzgeber sollen die Macolin-Konvention ratifizieren, um den Kampf gegen Spielmanipulationen zu beschleunigen. Zeugen vor dem House of Lords forderten mehr Tempo beim Informationsaustausch.

Das Vereinigte Königreich steht unter wachsendem Druck, die Macolin-Konvention zu ratifizieren. Ziel ist es, die globale Bekämpfung von Spielmanipulationen im Sport zu intensivieren. Ausschussmitglieder des House of Lords International Agreements Committee hörten diese Woche, dass schnellere internationale Zusammenarbeit und ein stärkerer Fokus auf die kriminellen Hintermänner entscheidend sind. Sportler, die in Manipulationen verwickelt sind, werden oft durch Ausbeutung rekrutiert. Strafverfolgungen der eigentlichen Organisatoren bleiben im UK selten, so die Zeugen. Deutschland hat die Macolin-Konvention übrigens schon 2014 unterzeichnet und 2017 ratifiziert, ist also schon einen Schritt weiter. Schweden folgte 2023 mit eigenen gesetzlichen Maßnahmen zur Prävention und zum Kampf gegen Spielmanipulationen. Die Konvention ist das einzige rechtsverbindliche internationale Instrument gegen Spielmanipulation, illegale Wetten, schlechte Unternehmensführung und Insiderinformationen.

Zahlen und Fakten

Karen Moorhouse, Geschäftsführerin der International Tennis Integrity Agency, betonte vor den Lords, dass bestrafte Spieler oft nicht die Hauptakteure der Korruptionskette sind. Sie würden von organisierten Kriminellen ins Visier genommen, die persönliche Schwachstellen ausnutzen, um Sportergebnisse zu beeinflussen. Moorhouse erklärte, Sportverbände könnten zwar kompromittierte Spieler vom Wettbewerb ausschließen, dies stoppe aber nicht die zugrundeliegende kriminelle Aktivität. Die Drahtzieher würden Erkennung vermeiden, indem sie kontrollieren, wo Wetten platziert werden und Spieler darin schulen, wie sie Verdacht entgehen können.

„Sie wurden von jemandem korrumpiert, der ihre Verletzlichkeit ausgenutzt hat, um sie dazu zu bringen, etwas bei einem Sportereignis zu manipulieren." - Karen Moorhouse, CEO der International Tennis Integrity Agency

Nigel Mawer, Co-Vorsitzender des Sports Betting Integrity Forum, wies darauf hin, dass die Sportverbände einen Großteil der Last bei der Untersuchung von mutmaßlichen Spielmanipulationen tragen. Diese Organisationen hätten jedoch nur begrenzte Möglichkeiten, die größeren kriminellen Gruppen zu verfolgen.

„Eines der großen Probleme ist, dass wir stark auf Sportverbände angewiesen sind, um Untersuchungen und Prozesse zur Bewältigung dieses spezifischen Problems durchzuführen. Ich denke, es ist allgemein anerkannt, dass strafrechtliche Verfolgungen in diesem Bereich im Vereinigten Königreich sehr selten sind.“ - Nigel Mawer, Co-Vorsitzender des Sports Betting Integrity Forum

John Pierce, Direktor für Enforcement und Intelligence bei der UK Gambling Commission, argumentierte, dass eine vollständige Ratifizierung der Macolin-Konvention den Informationsaustausch zwischen den Behörden beschleunigen würde. Dieser Datenaustausch könnte Ermittlungen unterstützen und Strafverfolgungsbehörden helfen, die Organisatoren der Korruption zu identifizieren. Der britische Glücksspielminister Mims Davies hatte die Konvention bereits am 6. Dezember 2018 im Namen der Regierung unterzeichnet. Ein wichtiger Schritt, aber eben noch nicht die vollständige Ratifizierung.

Hintergrund

Die Macolin-Konvention des Europarates ist das einzige internationale, rechtsverbindliche Instrument zur Bekämpfung der Manipulation von Sportwettbewerben. Sie wurde entwickelt, um Prävention, Aufdeckung und Bestrafung von Spielmanipulationen zu verbessern. Der Fokus liegt dabei auf der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, da kriminelle Netzwerke international agieren. Ein Beispiel hierfür ist die Situation in den Vereinigten Staaten. Dortige, breitere Untersuchungen führten bereits zu strafrechtlichen Anklagen gegen Sportler und die dahinterstehenden Gruppen. Für kleinere europäische Staaten ist eine koordinierte grenzüberschreitende Aktion oft unerlässlich, um diesen Netzwerken beizukommen. Die Konvention ermutigt Sportorganisationen und Wettkampforganisatoren, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, etwa die Einführung guter Governance-Prinzipien und die Aufklärung von Athleten.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler, die legales Online-Glücksspiel in GGL-lizenzierten Casinos betreiben, ist der Kampf gegen Sportbetrug von großer Bedeutung. Zwar konzentriert sich die aktuelle Diskussion im UK primär auf Sportwetten, aber die Integrität des Sports wirkt sich auf die gesamte Glücksspielbranche aus. Manipulierte Spiele untergraben das Vertrauen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) in Deutschland hat strenge Regeln eingeführt, um Integrität und Spielerschutz zu gewährleisten. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) lizenziert und überwacht ausschließlich Anbieter, die sich an diese Regeln halten. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Spielautomaten. Das zentrale Überwachungssystem LUGAS, die Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem, erfasst Spieleraktivitäten und soll beispielsweise Mehrfachanmeldungen verhindern.

Was das für GGL-Casinos heißt

GGL-lizenzierte Casinos unterstützen aktiv den Kampf gegen jede Form von Betrug und Manipulation. Sie sind verpflichtet, verdächtige Transaktionen und Muster zu melden, um Manipulationen oder Geldwäsche zu verhindern. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit den Glücksspielaufsichtsbehörden und anderen relevanten Institutionen. Obwohl die Macolin-Konvention sich direkt an Staaten richtet, profitieren GGL-Casinos von einem stabileren und vertrauenswürdigeren Sportumfeld. Wenn Sportevents fair und unmanipuliert ablaufen, erhöht dies die Glaubwürdigkeit der Wetten und damit auch die Akzeptanz und Attraktivität des regulierten Glücksspielmarktes. Die Maßnahmen wie LUGAS und die strengen KYC-Prozesse in deutschen Casinos sind Teil eines umfassenden Ansatzes. Sie sollen sowohl Betrug im Glücksspiel selbst als auch dessen Nutzung für andere kriminelle Aktivitäten verhindern.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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