Anonymität als Schlüssel zur Spielsucht-Hilfe: BetBlocker-Bericht verdeutlicht Vorteile

Ein neuer Bericht von BetBlocker zeigt, dass Anonymität entscheidend ist, um Stigmatisierung zu bekämpfen und effektive Unterstützung bei Spielsucht zu bieten. Fast 85% der Befragten nannten Anonymität als zentrales Merkmal des Dienstes.
Ein aktueller Bericht von BetBlocker, einer Wohltätigkeitsorganisation für Spielsuchtprävention, betont die fundamentale Rolle der Anonymität bei der Bekämpfung von Stigmatisierung und der Bereitstellung wirksamer Hilfe bei Glücksspielproblemen. Forschung zu problematischem Glücksspiel hat immer wieder gezeigt, dass Betroffene oft mit gesellschaftlicher Stigmatisierung zu kämpfen haben. Dies gilt besonders für Frauen und Menschen aus ethnischen Minderheiten. GambleAware bezeichnete diese Stigmatisierung bereits früher als eines der größten Hindernisse, um Hilfe bei Glücksspielsucht in Anspruch zu nehmen.
BetBlocker hebt hervor, dass die Möglichkeit, den Dienst anonym und ohne Angabe persönlicher Daten zu nutzen, Barrieren abbaut. Dies erleichtert vielen Menschen den Zugang zu Unterstützung in einer Situation, die oft von Scham und Angst vor Stigmatisierung geprägt ist. Die Organisation hat im Jahr 2024 und 2025 ihr mehrsprachiges Angebot erweitert, unter anderem um Italienisch, Maltesisch und mehrere sambische Sprachen. Auch eine portugiesische Version wurde eingeführt, um über 200 Millionen Muttersprachler weltweit zu erreichen.
Zahlen und Fakten
Eine von BetBlocker in Auftrag gegebene Umfrage, an der 1.095 Personen teilnahmen, untermauert diese Erkenntnisse. Nahezu 85% der Befragten gaben an, dass Anonymität ein „zentrales Merkmal“ des Dienstes ist. Fast jeder dritte Befragte (30%) nannte die Angst vor Verurteilung und Stigmatisierung als Hauptgrund für die Wertschätzung der Anonymität. Der Bericht hebt hervor, dass das Fehlen eines Kontos oder die Notwendigkeit der Preisgabe persönlicher Daten als reibungslose Elemente auf dem Weg zur Behandlung von Glücksspielschäden empfunden werden. Der Hauptgrund für die Nutzung von BetBlocker war für 75% der Befragten, „mit dem Glücksspiel aufzuhören“. Weitere 14% nutzten den Dienst zur Reduzierung oder Kontrolle ihrer Glücksspielaktivitäten. Andere wollten Glücksspiel während bestimmter Zeiten blockieren oder jemand anderen unterstützen.
Besonders wichtig ist die Anonymität für Frauen, die fast 30% der Befragten ausmachten. Sie sehen sich oft einer größeren Stigmatisierung gegenüber und zögern dementsprechend stärker, Hilfe zu suchen. Geografisch gesehen kamen die höchsten Teilnehmerzahlen der Umfrage aus Afrika: Kenia mit 236 Teilnehmern, Südafrika mit 187 und Nigeria mit 101. Auch Befragte aus Ghana, Sambia und Uganda beteiligten sich. Insgesamt unterstreichen diese Zahlen die wachsende Bedeutung des Glücksspiels in Afrika, begünstigt durch die zunehmende Verbreitung von Mobiltelefonen und Online-Gaming.
„Diese Ergebnisse legen nahe, dass Datenschutz nicht nur eine geschätzte Funktion, sondern auch ein möglicher wichtiger Zugangsfaktor ist. Die Möglichkeit, BetBlocker anonym zu nutzen, ohne ein Konto anzulegen und ohne persönliche Daten preiszugeben, scheint die Zugangsschwellen zu senken und Menschen dabei zu unterstützen, sofort Hilfe zu suchen, insbesondere in einem Kontext, in dem Scham, Stigmatisierung und Bedenken hinsichtlich der Preisgabe persönlicher Informationen die Suche nach Unterstützung erschweren können.“ - BetBlocker Bericht
Hintergrund
BetBlocker finanziert auch die Forschung der University of Nevada, Las Vegas (UNLV) im Bereich der Glücksspiel-Sperrsoftware. Diese Zusammenarbeit, die erste akademische Partnerschaft von BetBlocker in den USA, zielt darauf ab, die Forschung zu präventiven Tools zur Reduzierung von Glücksspielschäden voranzutreiben. Die Studie unter der Leitung des International Gaming Institute (IGI) der UNLV wird die Wirksamkeit und das Nutzerprofil von Selbstausschluss-Tools untersuchen. Ziel ist es, eine Forschungslücke bei kostenlosen, anonymen Glücksspiel-Blockern zu schließen und evidenzbasierte Erkenntnisse für Betreiber, Politiker und die Öffentlichkeit zu liefern.
Pedro Romero, Chief of SG Partnerships bei BetBlocker, äußerte sich erfreut über diese Initiative:
„Wir freuen uns sehr, eine Studie zu unterstützen, die echte Einblicke in die Rolle kostenloser und anonymer Blocking-Software bei der Prävention und Minimierung von Schäden bietet.“ - Pedro Romero, Chief of SG Partnerships bei BetBlocker
Was heißt das für deutsche Spieler?
Die Erkenntnisse von BetBlocker zur Bedeutung der Anonymität im Glücksspielschutz sind auch für deutsche Spieler relevant. Deutschland hat mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) umfassende Regelungen eingeführt, die den Spielerschutz stärken sollen. Dazu gehören zentrale Elemente wie das länderübergreifende Sperrsystem LUGAS, die 1 Euro pro Spin-Einsatzgrenze bei Online-Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro für GGL-lizenzierte Online-Casinos. Während diese Maßnahmen darauf abzielen, problematisches Spielverhalten einzudämmen, steht die Anonymität der Spieler im Vordergrund. Spieler bei seriösen, in Deutschland lizenzierten Anbietern müssen sich vollständig identifizieren. Diese Daten dienen der Spielerkonto-Verifizierung und der Einhaltung der Geldwäschebestimmungen. Anbieter auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) sind verpflichtet, jegliche Spielweise transparent zu dokumentieren und zu beobachten, um den Spielerschutz zu gewährleisten. Der Weg der vollständigen Legalisierung und Regulierung in Deutschland hat zum Ziel, Spieler in einem sicheren und kontrollierten Umfeld zu halten, anstatt sie in den Schwarzmarkt zu treiben, wo Anonymität oft trügerisch ist und der Schutz fehlt. Es bleibt eine Abwägung zwischen umfassendem Schutz und der Hemmschwelle zur Hilfe, die durch Offenlegung entstehen kann.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Online-Casinos mit einer deutschen Lizenz der GGL bedeuten diese Erkenntnisse, dass sie weiterhin auf eine transparente und identifizierbare Spielumgebung setzen müssen. Auch wenn Anonymität als Türöffner für Hilfsangebote dienen kann, ist der gesetzliche Rahmen in Deutschland eindeutig. Online-Glücksspiel ist nur legal, wenn der Spieler vollständig registriert und verifiziert ist. Dies ermöglicht es den Betreibern, die Einzahlungs- und Einsatzlimits zu überwachen und Spieler gegebenenfalls über LUGAS oder interne Systeme zu sperren. Die GGL-Casinos müssen daher andere Wege finden, um Spielern den Zugang zu anonymen Hilfsangeboten wie BetBlocker zu erleichtern. Dazu gehören prominente Links zu solchen Diensten auf ihren Webseiten und in ihren Responsible Gaming Bereichen. Die Herausforderung besteht darin, das gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsnetz mit niedrigschwelligen, anonymen Unterstützungsangeboten zu verbinden.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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