Dänemark 2025: Online-Casino verdrängt Lotterien von Platz eins
KI-GENERIERTDer Jahresbericht der Spillemyndigheden zeigt: Online-Casinos erwirtschaften 4,309 Mrd. DKK Bruttospielertrag, Monopol-Lotterien nur noch 3,492 Mrd. DKK. 73 Prozent des dänischen Glücksspiels läuft mittlerweile digital.
Was der neue Marktbericht zeigt
Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden hat ihren Jahresbericht "The Gambling Market in Numbers 2025" veröffentlicht. Erstmals seit der Teilliberalisierung 2012 steht nicht mehr das Monopol-Lotteriegeschäft an der Spitze, sondern das Online-Casino. Die Zahlen: Online-Casinos erreichten einen Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR) von 4.309 Millionen dänischen Kronen. Die Monopol-Lotterien, dazu zählen Lotto, die Klassenlotterien und Rubbellose, kamen auf 3.492 Millionen DKK. Das sind rund 817 Millionen DKK Abstand, umgerechnet etwa 110 Millionen Euro. In der bisherigen Rangliste hatten die staatlich kontrollierten Lotterien seit dreizehn Jahren die Poleposition gehalten.
Digitalisierung des Marktes
Auch der zweite Kernwert im Bericht bestätigt den Trend: 73 Prozent aller in Dänemark getätigten Glücksspiel-Einsätze liefen 2025 über Computer oder mobile Endgeräte. Ein Jahr zuvor waren es 70 Prozent. Der digitale Anteil steigt Jahr für Jahr um mehrere Prozentpunkte und dürfte 2026 die 75-Prozent-Marke reißen, sofern das Wachstumstempo hält. Für ein Land mit knapp 5,9 Millionen Einwohnern ist das ein Signal, wie schnell sich ein streng regulierter Markt in Richtung Online verschiebt, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Landbasiertes Bingo neu in der Statistik
Zum 1. Januar 2025 hat Dänemark das landbasierte Bingo liberalisiert. Der Bericht enthält deshalb erstmals belastbare Zahlen zu diesem Sektor. Für die Betreiber von Bingohallen bedeutet die Öffnung Wettbewerb, aber auch die Chance auf Investitionen, die unter dem alten Monopol nicht möglich waren. Ein Vergleich mit den Vorjahren fehlt für dieses Segment naturgemäß.
Neue Berechnungsmethode
Ein Detail, das für den Vergleich mit älteren Berichten wichtig ist: Die Spillemyndigheden rechnet den Bruttospielertrag ab diesem Jahr an die Entwicklung des dänischen Bruttoinlandsprodukts an, auf Basis der Wirtschaftsprognose des Wirtschaftsministeriums vom Dezember 2025, ausgewiesen auf Preisniveau 2026. Damit folgt die Behörde der gleichen Regulierungsmethode wie der Rest des dänischen Steuer- und Wirtschaftsministeriums. Die Konsequenz: Die Zahlen des Reports 2025 sind nicht 1:1 vergleichbar mit denen aus Vorjahresberichten, weil die Basis anders gewichtet ist. Wer die 4,309 Milliarden DKK gegen einen älteren Wert stellt, muss das im Hinterkopf haben.
Was Deutschland daraus lernen kann
Dänemark hat 2012 einen dual regulierten Markt aufgesetzt: Sportwetten, Online-Casino und Poker im Wettbewerb, klassische Lotterien im staatlichen Monopol bei Danske Spil. Die zuständige Spillemyndigheden kontrolliert Lizenznehmer, treibt Steuern ein und veröffentlicht jährlich diesen Bericht. Der jetzige Umschlag zeigt: Ein regulierter Online-Casino-Markt ist attraktiv genug, um Umsätze aus dem klassischen Lotteriesegment auf sich zu ziehen, ohne dass Spieler in den Schwarzmarkt abwandern müssen.
Der Vergleich mit Deutschland liegt nahe. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 hat auch hier virtuelle Automatenspiele und Online-Poker legalisiert. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle. Anders als in Dänemark gelten in Deutschland deutlich engere Vorgaben: 1-Euro-Einsatzlimit pro Spin, monatliches anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System, keine Tischspiele wie Roulette oder Blackjack außerhalb weniger Bundesländer. Der Kanalisierungsgrad, also der Anteil des in lizenzierten Angeboten stattfindenden Spiels, wird für Deutschland auf rund 50 Prozent geschätzt. In Dänemark liegt er nach Zahlen der Spillemyndigheden über 90 Prozent. Der Unterschied ist kein Zufall: Wo Spielerinnen und Spieler ein Angebot finden, das ihren Erwartungen an Spielauswahl und Einsatzhöhe entspricht, bleiben sie im legalen Markt.
Einordnung für Spielerinnen und Spieler
Für den Spieler in Deutschland heißt das zweierlei. Erstens: Legale Online-Casinos mit deutscher Lizenz erkennt man an der Auflistung auf der offiziellen Whitelist der GGL. Wer dort nicht steht, arbeitet ohne deutsche Erlaubnis und fällt unter das Werbeverbot des Glücksspielstaatsvertrags. Zweitens: Der Trend, den Dänemark 2025 vorgemacht hat, kommt auch bei uns an. Wer Statistiken zur Marktentwicklung mag, sollte den jährlichen Tätigkeitsbericht der GGL im Blick behalten. Die Behörde veröffentlicht ihn traditionell im ersten Halbjahr für das Vorjahr.
Häufige Fragen
Welche Art von Glücksspiel hat in Dänemark 2025 die Spitzenposition beim Bruttospielertrag eingenommen?
Erstmals seit der Teilliberalisierung 2012 haben Online-Casinos die Poleposition beim Bruttospielertrag erreicht. Sie erwirtschafteten 4,309 Milliarden DKK, während Monopol-Lotterien 3,492 Milliarden DKK erzielten.
Wie hoch war der digitale Anteil am dänischen Glücksspielmarkt im Jahr 2025?
Im Jahr 2025 liefen 73 Prozent aller Glücksspiel-Einsätze in Dänemark über digitale Kanäle wie Computer oder mobile Endgeräte. Dies stellt eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr dar, als der digitale Anteil bei 70 Prozent lag.
Seit wann gibt es in Dänemark eine neue Regelung für landbasiertes Bingo?
Zum 1. Januar 2025 wurde das landbasierte Bingo in Dänemark liberalisiert. Der aktuelle Bericht enthält erstmals belastbare Zahlen für diesen Sektor.
Sind die Zahlen des dänischen Glücksspielberichts von 2025 direkt mit denen früherer Jahre vergleichbar?
Nein, die Zahlen des Berichts von 2025 sind nicht 1:1 mit denen aus Vorjahresberichten vergleichbar. Die Spillemyndigheden rechnet den Bruttospielertrag ab diesem Jahr basierend auf einer neuen Berechnungsmethode, die stärker an das Bruttoinlandsprodukt angelehnt ist.
Was bedeutet die dänische Entwicklung für Spieler in Deutschland bezüglich legaler Online-Casinos?
Spieler in Deutschland erkennen legale Online-Casinos an ihrer Listung auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Angebote, die dort nicht aufgeführt sind, operieren ohne deutsche Erlaubnis und unterliegen dem Werbeverbot.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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