Trendwende beim Glücksspiel: Weniger US-Bürger setzen echtes Geld ein
KI-GENERIERTEine aktuelle Gallup-Umfrage zeigt einen deutlichen Rückgang der Glücksspielbeteiligung in den USA. Nur noch 45 Prozent der Erwachsenen haben im letzten Jahr gespielt.
Die Welt des Glücksspiels befindet sich in einem massiven Wandel, wie neue Daten aus den Vereinigten Staaten belegen. Während man jahrelang von einem unaufhaltsamen Wachstum der Branche ausging, zeichnet eine aktuelle Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Gallup ein ganz anderes Bild. Das Interesse der US-Bürger an klassischen Wetten und Casinobesuchen scheint spürbar nachzulassen. Dieser Rückgang betrifft fast alle Bereiche, von der Pferdewette bis zum Slot-Automaten, und wirft Fragen über die Zukunft der Unterhaltungsindustrie auf. Interessanterweise geschieht dies zu einer Zeit, in der digitale Angebote technisch so ausgereift sind wie nie zuvor.
Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen der Verfügbarkeit von Glücksspielangeboten und der tatsächlichen Nutzung. Obwohl immer mehr US-Bundesstaaten Sportwetten und Online-Casinos legalisieren, sinkt die Zahl der aktiven Teilnehmer in der breiten Bevölkerung. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Marktpotenzial gesättigt ist oder alternative Unterhaltungsformen, wie Videospiele oder soziale Medien, den Platz des klassischen Glücksspiels einnehmen. Gleichzeitig rücken neue Akteure wie Prognosemärkte in den Fokus, die sich zwar rechtlich vom Glücksspiel abgrenzen wollen, aber dennoch ähnliche Mechanismen nutzen und nun massiv unter Druck der Justiz geraten.
Zahlen und Fakten
Die statistischen Details der Gallup-Umfrage, die im Zeitraum vom 1. bis zum 19. Juli 2026 unter 1.200 Personen durchgeführt wurde, sind eindeutig. Nur noch 45 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, im vergangenen Jahr an mindestens einer Form von Glücksspiel teilgenommen zu haben. Das ist ein drastischer Absturz im Vergleich zu den Werten von vor rund zehn Jahren, als die Quote noch bei 64 Prozent lag. Selbst im Jahr 2007, lange vor dem Boom der mobilen Sportwetten, lag der Wert mit 63 Prozent deutlich höher. Die Fehlermarge der aktuellen Studie wird mit 4 Prozentpunkten angegeben.
Bei den bevorzugten Aktivitäten rangiert der Kauf von Lottoscheinen staatlicher Lotterien an erster Stelle, allerdings gaben hier nur 31 Prozent der Teilnehmer an, in den letzten zwölf Monaten ein Ticket erworben zu haben. Dies deckt sich mit anderen Beobachtungen, wonach etwa die Hälfte der Amerikaner Lottospieler sind, dieser Wert aber im Vergleich zu den späten 1990er Jahren (57 Prozent) rückläufig ist. Nur 14 Prozent der Befragten besuchten im letzten Jahr ein Casino, und lediglich 7 Prozent platzierten Wetten auf Profisportveranstaltungen. Interessanterweise zeigt der Faktenabgleich, dass in anderen Regionen wie Russland die Ablehnung noch extremer ist, wo 94 Prozent der Bürger angeben, überhaupt nicht zu spielen.
Hintergrund
Ein zentraler Konfliktherd in der aktuellen Debatte sind sogenannte Prognosemärkte wie Kalshi oder Polymarket. Diese Plattformen erlauben es Nutzern, Geld auf den Ausgang von Ereignissen zu setzen, die von politischen Wahlen bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen reichen. Die Betreiber behaupten, dass es sich hierbei um Finanzinstrumente handelt, die unter die Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fallen, und nicht um Glücksspiel im klassischen Sinne. Doch der Widerstand der Behörden wächst.
Der Bundesstaat New York hat kürzlich eine Klage gegen Kalshi eingereicht. Der Vorwurf wiegt schwer: Das Unternehmen soll ein illegales Glücksspielgeschäft unter Missachtung der staatlichen Gesetze betreiben, ohne über eine entsprechende Lizenz der staatlichen Glücksspielkommission zu verfügen. Damit entzieht sich das Unternehmen laut Anklage auch den entsprechenden Steuerzahlungen, die für öffentliche Dienstleistungen vorgesehen sind. Gouverneurin Kathy Hochul fand hierzu deutliche Worte für die Notwendigkeit staatlicher Kontrolle.
„Kalshi hat sich dazu entschieden, die New Yorker Glücksspielgesetze zu ignorieren, die dazu dienen, Verbraucher zu schützen, problematisches Glücksspiel zu verhindern, Mittel für kritische öffentliche Dienste bereitzustellen und sicherzustellen, dass jedes Unternehmen nach denselben Regeln spielt.“ - Kathy Hochul, Gouverneurin von New York
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland ist diese Entwicklung aus den USA eine wichtige Erinnerung an die Bedeutung einer starken Regulierung. Seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV 2021) im Juli 2021 gibt es hierzulande klare Regeln, die solche Grauzonen, wie sie derzeit bei US-Prognosemärkten diskutiert werden, verhindern sollen. Wer in Deutschland sicher spielen möchte, muss zwingend darauf achten, dass der Anbieter auf der sogenannten Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) steht. Nur diese Anbieter garantieren die Einhaltung der strengen Spielerschutzvorgaben.
In Deutschland gelten zum Schutz vor Spielsucht harte Limits, die in den USA oft fehlen. Das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle Anbieter hinweg wird durch das zentrale System LUGAS überwacht. Zudem gilt ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde an virtuellen Automaten. Während in den USA nun über die Besteuerung und Lizenzierung von Prognosemärkten gestritten wird, bietet der deutsche Markt durch die GGL-Aufsicht bereits einen stabilen Rahmen. Spieler sollten Angebote ohne deutsche Lizenz konsequent meiden, da sie dort keinerlei rechtlichen Schutz genießen und keinen Zugriff auf das Sperrsystem OASIS haben.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für deutsche Casinos mit GGL-Lizenz verdeutlichen die US-Zahlen, dass der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Kunden härter wird. Der Rückgang der aktiven Spieler in den USA könnte ein Vorbote für eine ähnliche Marktsättigung in Europa sein. GGL-lizenzierte Anbieter müssen daher verstärkt auf Qualität und verantwortungsbewusstes Spielen setzen, um langfristig Vertrauen aufzubauen. Illegale Angebote aus der Karibik oder von der MGA (Malta), die oft mit höheren Einsatzmöglichkeiten werben, bleiben ein Risiko, doch die rechtliche Verfolgung durch die GGL nimmt zu.
Die Klage in New York zeigt, dass Behörden weltweit weniger gewillt sind, Umgehungsstrategien zu dulden. Deutsche Anbieter, die sich strikt an die Regeln halten, profitieren von dieser globalen Tendenz zur strengeren Aufsicht. Sie können sich als seriöse Alternative in einem Umfeld positionieren, in dem Verbraucher zunehmend Wert auf Sicherheit und Legalität legen, anstatt in unregulierten Graumärkten ihr Geld zu riskieren.
Häufige Fragen
Warum sinkt die Zahl der Glücksspieler in den USA laut Gallup?
Die Umfrage zeigt einen Rückgang der aktiven Spieler von 64 Prozent auf 45 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts. Mögliche Gründe sind eine Marktsättigung und die Konkurrenz durch alternative digitale Unterhaltungsformate, die kein klassisches Glücksspiel darstellen.
Was sind Prognosemärkte und warum sind sie umstritten?
Plattformen wie Kalshi ermöglichen Wetten auf Weltereignisse und behaupten, Finanzmärkte zu sein. Behörden wie die CFTC und der Staat New York sehen darin jedoch illegales Glücksspiel ohne entsprechende Lizenzen und Verbraucherschutzmaßnahmen.
Welche Glücksspielart ist laut der Studie am beliebtesten?
Staatliche Lotterien bleiben die meistgenutzte Form, obwohl auch hier die Teilnehmerzahlen rückläufig sind. Rund 31 Prozent der US-Erwachsenen kauften im letzten Jahr ein Lottoticket, während Casinobesuche nur noch von 14 Prozent gemeldet wurden.
Wie werden Spieler in Deutschland vor unregulierten Märkten geschützt?
In Deutschland überwacht die GGL den Markt und führt eine Whitelist mit legalen Anbietern. Durch den GlüStV 2021 sind Maßnahmen wie das 1.000-Euro-Einzahlungslimit und das Sperrsystem OASIS verpflichtend, um Spieler vor den Gefahren unlizenzierter Graumärkte zu bewahren.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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